Dönche

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In Kassel befindet sich das größte straßenfreie innerstädtische Naturschutzgebiet Deutschlands: die Dönche. Das Gebiet wird durchflossen vom Dönchebach und vom Krebsbach.

Geschichte

Bis 1936 Acker- und Gartenland, dann Truppenübungsplatz und durch Krieg und Schießübungen von zahlreichen Bombentrichtern gezeichnet, wies das Regierungspräsidium zunächst 1983 eine Fläche von 35 Hektar als Naturschutzgebiet aus, die 1995 auf 173 Hektar erweitert wurde. Als die Dönche Landschaftsschutzgebiet der Stadt Kassel wurde, ging es um die besondere Bedeutung für die Erholung und um die Schönheit des Landschaftsbildes.

Naturschutzgebiet

Sie ist ein ortsbezirksfreies Gebiet und liegt zwischen den Stadtteilen Süsterfeld/ Helleböhn, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen und Brasselsberg.

Die Dönche, durchzogen von zahlreichen Spazier- und Wanderwegen, wird von Anwohnern häufig für ausgedehnte Spaziergänge genutzt.

Sie ist außerdem außerschulischer Lernort, zur Untersuchung und Erkundung der reichhaltigen Flora und Fauna in Teich, Bach, Wiese, Gebüsch und Wald, die sich unbelastet von Kunstdünger, Pestiziden und Insektiziden entwickelt und bewahrt haben.

Auch der Standort des Freilandlabors Dönche / Biologiedidaktik der Uni-Kassel befindet sich hier.

Tierwelt

Charakteristisch für die Dönche sind die Tümpel, Röhrichte und Hochstaudenflure, Bachläufe, Buchen, Erlen und Eschenbestände sowie bestimmte Vogelarten, Säugetiere und Wirbellose, insbesondere auch Schmetterlinge, Libellen, Spinnen, Wildbienen und Solitärwespen.

Neben den Bachläufen mit angrenzenden Gehölzbeständen und der Vielzahl von Tümpeln wird die Dönche geprägt durch vertuschte Weiden und Heideflächen. Sie werden durch Schaf- und Ziegenbeweidung offen gehalten, um so die Vielfalt an Lebensräumen zu sichern. Weil Schafe und Ziegen es aber nicht schaffen, Verbuschung und Verwaldung in den gewünschten Grenzen zu halten, entschloss sich das Regierungspräsidium zu einem Pilotprojekt: In Zusammenarbeit zwischen dem Regierungspräsidium, dem Landkreis Kassel und dem zuständigen Forstamt wurde ein etwa zehn Hektar großer Wiesenbereich abgegrenzt, durch den keine Wanderwege verlaufen. Die Weide ist in zwei Teilflächen unterteilt und wird jeweils mit einer Galloway-Rinderherde und Scottish-Highlands beweidet.

Da die Rinderbeweidung den gewünschten Pflegeeffekt erzielt hat, wurde die Weide im Jahr 2004 auf eine Gesamtgröße von 30 Hektar ausgedehnt und bezieht auch die Flächen ein, auf denen sich die gefährliche, nicht heimische Herkulesstaude ausgebreitet hat.

Mit der Einführung der Rinderbeweidung wird der Landlebensraum für seltene Amphibien verbessert, indem kurzgrasige Weiden entstehen und die schweren Weidetiere den Uferbereich der Tümpel durch ihren Tritt von beschattendem Bewuchs freihalten und teilflächig den Rohboden freilegen, so dass sich stark besonnte Bereiche ergeben, was die wechselwarmen Amphibien als Lebensraum benötigen. Die anfängliche Skepsis der Erholung Suchenden hat sich inzwischen in Zustimmung gewandelt, zumal der Anblick der urigen Vierbeiner eine Bereicherung darstellt." 1

documenta urbana

Die documenta urbana ist ein Wohngebiet am Rande der Dönche. Das Projekt entstand im Rahmen der documenta im Jahr 1982.

Zuvor - in den 1950er- und 1960er-Jahren - wurde auf dem heutigen Gelände der documenta urbana eine Müllhalde betrieben. Haushalts- und Industrieabfälle wurden damals auf dem Gelände entsorgt.


siehe auch

Quellen/ Weblinks

1 aus: http://www.rp-kassel.de/static/report05/na-3-doenche.htm Zugriff am 25.1.2006