Claes Oldenburg

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Das documenta-Lexikon
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Claes Thure Oldenburg (* 28. Januar 1929 in Stockholm) hat an der documenta 4, documenta 5, documenta 6 und der documenta 7 teilgenommen.

Werk

Oldenburg ist neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Pop Art. Bekannt wurde er vor allem durch seine Skulpturen.[1]

Er spielt in seinen Werken mit Gegensätzen. Das Kleine macht er groß (Wäscheklammer als Großskulptur) und das Harte weich (Schreibmaschine aus Stoff). Seine Objekte und Skulpturen sind voller Witz und spiegeln den Geist der Pop-Art. Sein frontaler Angriff gegen das Denkmal aber ging ins Leere. Seine Skulpturen sind selbst zu Denkmälern der Alltagskultur geworden.

Oldenburg und die documenta

In Kassel baute er zur documenta 7 im Jahr 1982 eine circa zwölf Meter Hohe Spitzhacke, die noch heute nahe der Orangerie in der Karlsaue an der Fulda zu bewundern ist.

Nach Oldenburgs Meinung produziert die Wirklichkeit so viel Künstlichkeit, dass man ihre Entwürfe nur zu übernehmen brauche. Auf dieser Erkenntnisgrundlage schuf Oldenburg 1972 zur documenta 5 sein Maus Museum, dessen Grundriss wie der Kopf von Mickey Maus gestaltet war. In diesem Museum sah man kuriose Schaufensterauslagen - Gefundenes und Gesammeltes sowie vom Künstler Gestaltetes. Ein Warenhaus für Kitsch und Kunst, das zur Auseinandersetzung mit dem Museum ebenso ein Beitrag war wie für die Beschäftigung mit dem Kitsch.

HNA-Artikel: "Das Einfache groß gemacht"

Lange Zeit galt Claes Oldenburg als der große Weichmacher in der Kunst. Der amerikanische Bildhauer schwedischer Abstammung fertigte überdimensional große Lichtschalter und Waschbecken aus schlaffen Stoffen. In den letzten acht Jahren konzentrierte er sich auf die Erarbeitung von Groß- skulpturen für den öffentlichen Raum, für die Stadt. Auch hier sind es durchweg die banalen Gegenstände, die Oldenburg umsetzt und ins Riesenhafte steigert: Billard-Kugeln (Münster), Taschenlampe (Las Vegas) und Westernhüte (Salinas / Kalifornien).

Wenn Oldenburg das Einfache groß macht, dann geht es nicht nur um die ironische Umkehrung des klassischen Denkmalprinzips, nicht nur um das Überraschungsmoment, sondern dann geht es eher darum, das bildhauerische Gestaltungsproblem an einem leicht wiedererkennbaren Alltagssymbol vorzuführen und vor allem mit dieser Skulptur in den Umraum hineinzuwirken. Jedes Projekt, das Oldenburg im öffentlichen Raum verwirklicht, ist auf diesen bezogen, verdeutlicht und verändert zugleich seine Strukturen.

Das gilt auch für Oldenburgs Beitrag zur documenta 7, der vierten documenta übrigens, an der er beteiligt ist. Unmittelbar am Fuldaufer, nicht weit von dem documenta-Ausstellungsraum Orangerie, soll eine Stahlskulptur errichtet werden, die 10,25 Meter hoch und 12,25 Meter lang ist - eine Riesen-Spitzhacke, die scheinbar mit Wucht in den Boden gehauen ist. Der Betonsockel, in den die 5,5 Tonnen schwere Hacke mit ihrer Spitze eingelassen wird, soll unter dem Niveau der Uferböschung verschwinden und mit Gras überzogen werden, so daß gar nicht der Eindruck von einem Monument entsteht.

Der Stiel der Hacke soll, wie Oldenburg in einem Gespräch sagte, genau die Verlängerung der Achse bilden, die die Stadt Kassel prägt - die Linie Herkules-Wilhelmshöher Allee. An einem Punkt der Stadt also, an dem man diese Achse längst aus den Augen verloren hat, wird sie durch die Skulptur wieder sichtbar werden. Oldenburg selbst ist beim Studium von Kasseler Stadtplänen auf diese Lösung gestoßen. Daß er dabei ausgerechnet auf eine Spitzhacke verfiel, ist darauf zurückzuführen, daß der Kunst1er im Sommer 1978, als er erste Voruberlegungen zu seinem documenta-Beitrag anstellte, im Zeichen der Bundesgartenschau-Vorbereitungen auf Dutzende dieser Werkzeuge traf.

Claes Oldenburg hofft, daß seine Skulptur Anfang Mai aufgestellt werden kann. Bis zum Start der documenta im Juni soll dann auch eine kleine Broschüre erarbeitet werden, die den Entstehungsweg und die inhaltliche Begründung dieses Projekts erläutert. Die Skulptur wird mit einem matten schwarzblauen Farbüberzug versehen.

„Die Spitzhacke“ ist das erste Objekt der documenta 7, bei dem sicher ist, daß es auf Dauer in Kassel bleiben kann. Ermöglicht wurde diese Stiftung durch drei- faches Zusammenwirken: den Stahl stiftet die Firma Thyssen-Schulte, die Arbeitsleistung finanziert die documenta-Foundation, und der Künstler verzichtet auf ein Honorar

Aus der HNA vom 13. Februar 1982

siehe auch


Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Biografie Oldenburgs

Weblinks