Christo und Jeanne-Claude

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Christo und Jeanne-Claude

Christo und Jeanne-Claude sind ein Künstlerpaar, welches zu den größten Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene gehören. Im Jahr 2000 wurden sie mit dem Kasseler Preis "Glas der Vernunft" ausgezeichnet.

Privatleben

Jeanne-Claude wurde am 3. Juni 1935 in Casablanca geboren – angeblich sogar zur selben Stunde wie ihr späterer Partner. In Tunesien und Paris lebte sie ein privilegiertes Leben und begann zunächst eine Ausbildung als Flugbegleiterin, ehe sie durch ihn den Weg zur Kunst fand. Im Jahr 1958 lernten sich Jeanne-Claude und Christo in Paris kennen. Der gebürtige Bulgare hatte den Auftrag bekommen, Jeanne-Claudes Mutter zu porträtieren. Nach einigem Hin und Her wurden Christo und Jeanne-Claude ein Paar. Doch durfte ihre Familie wegen der Standesunterschiede zunächst nichts davon erfahren. Im Mai 1960 kam Sohn Cyril auf die Welt. Zwei Jahre später folgte die Hochzeit.

Werdegang

Die Stadt New York war für das Paar seit 1964 zur Heimat geworden. In seinem im Süden von Manhattan gelegenen Studio hat Christo die meisten Installationen entworfen. Jeanne-Claude führte ein Stockwerk tiefer vom gemeinsamen Appartement aus Regie. Sie fertigte Neugierige ab und sorgte dafür, dass für Christos Atelierpausen frische Sojamilch und Knoblauch bereit stehen. Für das Duo – seit 1994 stehen offiziell beide Namen zusammen und gleichberechtigt für ihre Werke – war die Eigenfinanzierung eisernes Prinzip. Sponsoren und staatliche Zuschüsse lehnten die beiden ab. Allein aus dem Skizzenverkauf haben sie ihre Kunst finanziert.

Tod von Jeanne-Claude

Am 18. November 2009 starb die Künstlerin im Alter von 74 Jahren an einem Gehirnaneurysma in einem Krankenhaus in New York. Ihre Freiheit wollte die Künstlerin auch im Tod behalten. Sie hat ihren Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

Projekte

Nachdem die beiden zu Superstars der Kunstszene aufgestiegen sind, gilt heute die Verhüllung des Reichstags 1995 als ihr Meisterwerk: Mehr als 200 Helfer ließen das historische Gebäude Stück für Stück unter einem silbern glänzenden Gewebe verschwinden. Für die Verwirklichung hatte das Paar fast 25 Jahre gekämpft, der Bundestag genehmigte die Aktion im Februar 1994 nach langen Diskussionen. Weitere aufsehenerregende Werke entstanden etwa an der Küste von Australien, in einem Tal der Rocky Mountains und an der Brücke Pont Neuf in Paris. Das letzte gemeinsam vollendete Großprojekt waren die „Tore“ im Central Park von New York: Riesige safrangelbe Stoffbahnen waren auf einer Strecke von 37 Kilometern wehend hintereinander aufgehängt.

Vor dem Tod von Jeanne-Claude arbeitete das Paar unter Hochdruck an zwei Großprojekten, die vollendet werden sollen. Dazu fühlte sich Christo verpflichtet. Das Paar plante, entlang eines Flusses in den USA eine über zehn Kilometer lange Strecke zu verhüllen. Bei dem zweiten Projekt geht es um mehr als 400.000 gestapelte Ölfässer in den Vereinigten Arabischen Emiraten.


siehe auch

Weblinks und Quellen