Christkindwiegen

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Nach alten Überlieferungen steigen an Weihnachten in Korbach und in Bad Wildungen junge Burschen und Männer auf den Turm der Korbacher Kirche St.Kilian bzw. den Turm der Wildunger Stadtkirche und musizieren in alle vier Himmelsrichtungen. Das Schwenken ihrer Laternen und Fackeln verdeutlicht dabei das Christkindwiegen.

Korbach

Christkindwiegen zu Heiligabend

Seit 1534 ist der Brauch des Christkindwiegens in Korbach nachgewiesen. Wie vor 450 Jahren werden jedes Jahr am Heiligen Abend um 20 Uhr und am Morgen des ersten Feiertags um sieben Uhr junge Burschen und Männer die 264 Stufen zum Turmumgang der St.-Kilians-Kirche hinaufsteigen, um dort oben in 92 Meter Höhe ihre Lampions und Laternen auf- und abschwingen zu lassen, als Symbol des wiegenden Christkinds. [1]

Pünktlich mit dem Beginn des Geläuts um 20 Uhr an Heiligabend (am Morgen des Ersten Weihnachtstags um sieben Uhr) betreten sie den schmalen Umlauf um den Turm. Die Laternen werden abgelassen, dann beginnt ihr Gesang. Nach einer Strophe werden die Lampen wieder aufgezogen und gegen den Uhrzeigersinn auf die nächste Seite des Turms gegangen.

Die Tradition geht der Legende nach auf das Jahr 1534 zurück. Die Gemeinde wurde damals von einer schweren Seuche heimgesucht. Viele Kranke mussten in der St.-Kilians-Kirche untergebracht werden, da es kaum andere Unterbringungsmöglichkeiten gab. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr konnte zu Weihnachten keine Messe gefeiert werden. Deshalb nahmen einige gesunde Männer Fackeln und Laternen mit auf den Kirchturm, wo sie diese in alle vier Richtungen schwingen ließen und dabei Weihnachtslieder sangen. Diese Aktion soll das Ende der Plage gebracht haben.

In Korbach trifft sich heute die „Vereinigung der Weihnachtsfreunde“, kein Verein, sondern eine lose Vereinigung, ohne Mitgliedschaft und ohne Aufnahmeritual.

Bad Wildungen

In Bad Wildungen steigen am Heiligen Abend Bläser und Fackelträger auf den Turm der Wildunger Stadtkirche und musizieren in alle vier Himmelsrichtungen. Das Schwenken der Fackeln verdeutlicht dabei das Christkindwiegen.

Nach alten Überlieferungen hat es bereits im Jahr 1543 in der Badestadt ein Christkindwiegen gegeben. Der Brauch lebte dann im Jahr 1896 wieder auf, als musikfreudige Bürger sich zu einem Musikverein zusammenschlossen.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Nordhessen-Rundschau - Artikel vom 25.12.2013 von Kurt U. Heldmann: Christkindwiegen – ein jahrhundertealter Brauch in der Hansestadt Korbach

Weblinks