Christine Brückner

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christine Brückner (* 10. Dezember 1921 in Schmillinghausen; † 21. Dezember 1996 in Kassel) war eine deutsche Schriftstellerin.

Sie war Ehrenbürgerin der Stadt Kassel.

Leben

Schriftstellerin Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner

Christine Brückner gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren im waldeckischen Schmillinghausen (heute ein Stadtteil von Bad Arolsen) lebte sie von 1934 bis 1943 und dann wieder ab 1960 bis zu ihrem Tod in Kassel.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Schriftstellerkollegen Otto Heinrich Kühner lebte und arbeitete sie in einem Reihenhaus im Kasseler Auefeld, das heute als kleines Literaturmuseum in der Hans-Böckler-Straße 5 besichtigt werden kann. Unweit davon, vor Markuskirche und Auefeldschule erinnert der Brückner-Kühner-Platz mit einer poetischen Lichtskulptur an das Schriftstellerpaar.

Große Erfolge feierte Christine Brückner mit ihren Romanen "Ehe die Spuren verwehen" (1954), "Jauche und Levkojen" (1975) und "Nirgendwo ist Poenichen" (1977) sowie mit den Monologen "Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen" (1983).

Christine Brückner war Vizepräsidentin des deutschen P.E.N. und wurde mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen sowie mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie ist Wappenringträgerin und Ehrenbürgerin der Stadt Kassel.

Christine Brückner gründete zusammen mit ihrem Mann 1984 die Stiftung Brückner-Kühner, die u. a. zusammen mit der Stadt Kassel den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" sowie den "Förderpreis Komische Literatur" vergibt und sich heute als Literaturzentrum um die Kultur des Komischen, um zeitgenössische Poesie und um das Andenken an das Stifterehepaar kümmert.

Pfarrerstochter und Dichterin

Auf dem Brückner-Kühner-Platz in Kassel: Glassteine mit Texten der Literaten

Bedeutende Nachkriegsautorin: Christine Brückner aus Schmillinghausen

In Schmillinghausen wurde Christine Brückner 1921 geboren, und hier liegt die 1996 in Kassel verstorbene Autorin auch begraben. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit. Nach Abitur und Kriegseinsatz studierte die Pfarrerstochter in Marburg. Dort leitete sie im Hungerjahr 1946/47 die Mensa. Christine Brückners erster Roman "Ehe die Spuren verwehen" gewann 1954 bei einem Wettbewerb den ersten Preis.Von da an war sie hauptberuflich als Schriftstellerin tätig. Nach häufigen Ortswechseln lebte sie in Kassel, wo sie 1967 den Schriftsteller Otto Heinrich Kühner, heiratete. Brückners bekannteste Werke sind die Trilogie "Jauche und Levkojen", "Nirgendwo ist Poenichen" und "Die Quints" sowie "Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen". Neben Romanen, Erzählungen, Essays und Theaterstücken schrieb sie auch Kinder- und Jugendbücher. Von 1980 bis 1984 war Brückner Vizepräsidentin des deutschen P.E.N, der Schriftstellervereinigung. 1982 wurde sie mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen ausgezeichnet, 1990 mit dem Hessischen Verdienstorden, 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1996 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz. Die Stadt Kassel ernannte sie zur Ehrenbürgerin. Nach Schmillinghausen, einen Stadtteil von Bad Arolsen, kehrte die Künstlerin, von den Bewohnern liebevoll Pastors Christel genannt, immer wieder gerne zurück, besuchte dort ihre Kirche. Anfang der 1990er Jahre stifteten sie und ihr Mann dem Gotteshaus die Noeske-Orgel. Christine Brückner starb am 21. Dezember 1996, nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes Otto Heinrich Kühner. Das Dichterhaus in der Hans-Böckler-Straße in Kassel, in dem das Paar lange Zeit lebte und arbeitete, kann heute besichtigt werden. Doch auch ihrem Heimatort hat die Künstlerin durch ihr Leben und Werk zu Berühmtheit verholfen: Ihre Geburtsstätte, das Schmillinghäuser Pfarrhaus, sowie ihr Grab auf dem Friedhof (an der Seite ihres Mannes) ziehen alljährlich viele Literaturfans in den Bad Arolser Stadtteil. Wer möchte, kann im wörtlichen Sinne auf den Spuren der Schriftstellerin wandeln: Im September 2002 wurde der Christine-Brückner-Weg eingeweiht. Er führt Wanderer vom Bad Arolser Schloss, am Fischhaus und der Himmelswiese vorbei, zum Schmillinghäuser Forsthaus und zum Pfarrhaus.

- Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine vom 6. April 2004 (in der Serie "Die besten Waldecker") -

Werke

siehe auch

Die Kirche in Schmillinghausen - links das Geburtshaus von Christine Brückner

Weblinks



Ehrenbürger Stadt Kassel

Maximilian Freiherr von Ditfurth | Carl Schomburg | Carl Wilhelm Wippermann | Louis Spohr | Bernhard Eberhard | Moritz von Baumbach | Johann Peter Heräus | Johann Daniel Wilhelm Ludwig Schwarzenberg | Karl Bernhardi | Friedrich Oetker | Eduard von Moeller | Franz von Werder | Heinrich Henkel | Graf Julius von Bose | August Albrecht | Otto von Bismarck | George André Lenoir | Gustav Adolf Hupfeld | Eduard von Magdeburg | Friedrich Endemann | Karl Pfeiffer | Josias von Heeringen | Paul von Hindenburg | Georg Seidler | Theodor Schröder | Wilhelm Kniest | Sara Nußbaum | Georg-August Zinn | August Bode | Georg Häring | Rudolf Freidhof | Fritz Catta | Willi Seidel | Karl Branner | Rolf Lucas | Elisabeth Selbert | Christine Brückner | Holger Börner | Max Danz | Richard Wurbs | Jochen Lengemann | Hans Krollmann