Christina von Sachsen

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Christina von Sachsen (auch: Christine von Sachsen), * 25. Dezember 1505 † 15. April 1549 in Kassel, war eine Tochter des Herzogs Georg von Sachsen (1471–1539).

Durch ihre Heirat am 11. Dezember 1523 in Dresden mit Landgraf Philipp I. von Hessen wurde sie Landgräfin in der Landgrafschaft Hessen.

Noch zu Lebzeiten seiner ersten Ehefrau schloss er 1540 im Schloss Rotenburg eine zweite Ehe mit Margarethe von der Saale (1522–1566), wobei der Reformator Philipp Melanchthon bei der Vermählung anwesend war.

Mit dieser Doppelehe waren für Philipp politisch weitreichende Schwierigkeiten verbunden.

Nach der Gefangennahme von Philipp im Schmalkaldischen Krieg führte Christina ab 1547 gemeinsam mit ihrem ältesten Sohn Wilhelm die Regierungsgeschäfte in Hessen mit einem Regentschaftsrat.

Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann unter einem Epitaph in der Martinskirche in Kassel beigesetzt.

Wissen Sie, was man vornehmerweise als "menage a trois" bezeichnet ?

Richtig: ein Dreiecksverhältnis! - Und ein solches ging der wohl berühmteste hessische Landgraf, Philipp I., ein.

Vermählt war er seit 1523 mit Christine, Tochter des reformationsfeindlichen Herzogs Georg von Sachsen. Es war das, was man seinerzeit eine Konvenienzheirat nannte. Also: Liebe blieb außen vor. Zeitgenossen berichten, die Landgräfin sei eine Frau von rechtschaffenem, aber schroffem Charakter gewesen - und ohne jeden körperlichen Reiz. Doch Philipp hatte neun Kinder mit ihr, ein weiteres starb bereits als Kleinkind.

Nun war aber Philipp, wie es heißt, von seiner Sinnlichkeit stark beherrscht und in dieser Hinsicht sowohl von Vater- (Landgraf Wilhelm II.) als auch Mutterseite (Anna von Mecklenburg) hochgradig belastet. Das heißt: Er ging immer wieder fremd. Da er als frommer Mann deshalb von Gewissensbissen geplagt wurde, nahm er jahrelang nicht das Abendmahl. An Ehescheidung war damals nicht zu denken. Und so kam er als eifriger Bibelleser auf den Gedanken, so wie die Patriarchen im Alten Testament zwei Ehefrauen haben zu wollen - zumal auch das Neue Testament kein formelles Verbot der Bigamie enthielt. Er brachte seine Gemahlin sowie Luther und Melanchthon dazu, in die Heirat mit der "Zufrau" einzuwilligen. Die beiden Reformatoren erteilten ihren Dispens "der besonderen obwaltenden Umstände halber", da unser Hochzeiter in der Beichte angegeben hatte, er habe drei Hoden.

Am 4. März 1540 segnete der Hofprediger Melander im Beisein Melanchthons diese zweite Ehe zur linken Hand ohne viel Zeremoniell ein. Die Heirat wurde bald bekannt, wodurch die Politik des Landgrafen ins Wanken und er selbst später sogar in kaiserliche Haft geriet.

Nachdem seine erste Frau noch während der Gefangenschaft des Bigamisten 1549 gestorben war - ihr Grabmal befindet sich in der Kasseler Martinskirche -, lebte er noch zwölf Jahre mit der zweiten zusammen. Sie kam übrigens niemals nach Kassel, sondern lebte in einem Haus in Spangenberg.

Beliebt war die Zufrau in Spangenberg allerdings nicht, denn die streng denkenden Bürgersfrauen belästigten sie, wenn sie mit ihren Mägden am Wäschebrunnen erschien. So befahl der Landgraf denn, dass sie von zwei bewaffneten Bürgern bei ihren Ausgängen zu begleiten sei. Sie starb 1566. Mit dem Landgraf hatte sie acht Kinder.

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