Christian Kersten

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Christian Kersten aus Niederkaufungen war ein Gelehrter, Geschäftsmann, Archivar und unterrichtete die Söhne Landgraf Karls. Kersten kam am 18. Februar 1666 als drittes Kind der Eheleute Heinrich Kersten und Gertrud, geborene Althans, zur Welt.

Werdegang

Schon sein Vater hatte als Accis- oder Steuerschreiber eine besondere Stellung inne. Des Sohnes Begabung lag offenbar im Schreiben. 1690 konnte man ihn unter folgender Eintragung als Student an der Universität Marburg finden: Christian Kersten, Kauffungensis. Hassus (Hessen).

Von 1696 bis 1711 erzog und unterrichtete Kersten als so genannter Präzeptor und Informator am Hof des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel dessen jüngste Söhne, die Prinzen Maximilian und Georg. Er erhielt ein Jahresgehalt von 50 Reichstalern, zusätzlich 12 Reichstaler Kostgeld. Der studierte Niederkaufunger lehrte die Prinzen Latein und Französisch, Mathematik und Trigonometrie, Festungskunde und Architektur, Malen und Musik sowie Bibelkenntnis, Katechismus und die Grundlagen des reformierten, evangelischen Glaubens.

Vor- und nachmittags hatten die Prinzen Unterricht, vom siebten bis zum 15. Lebensjahr. So wollte es ihr Vater, Landgraf Karl (1670-1730), der ebenfalls eine hervorragende Ausbildung genossen hatte. Nur der Donnerstag war frei für ritterliche Übungen. In regelmäßigen Abständen hielt der Regierungspräsident als Oberaufseher über das Erziehungswesen Prüfungen ab.

So erfolgreich Kersten als Prinzenerzieher war, was ihm am landgräflichen Hofe hohes Ansehen verschaffte, so wenig erfolgreich betätigte er sich in seinem dritten Lebensabschnitt als Unternehmer. 1709 erhielt Kersten die Erlaubnis, an der Losse in Niederkaufungen eine Walkmühle zu errichten. 200 Taler bekam er, um den Geschäftsmann Joseph Levi auszuzahlen, 1713 weitere 400 Taler als Subvention. 1712 heiratete Kersten in der Kasseler Hofgemeinde Francisca Anna Maria Bowyérs, die aus Zütphen (Holland) stammte, und bekam mit ihr zwei Kinder. Bis 1718 war er Archivar, später Steuersekretär in der landgräflichen Steuerstube mit Sitz in der ehemaligen Ritterschule, dem heutigen Renthof.

Durch Konkurrenz in Kassel stand seine Mühle zehn Jahre lang still, bis Kersten 1722 aus ihr eine Grütz- oder Schlagmühle machte. An sich keine schlechte Idee, da die Grütze zu jener Zeit aus Hannover eingeführt wurde. Trotz landgräflicher Unterstützung starb der Niederkaufunger Prinzenerzieher und Unternehmer jedoch verarmt.

siehe auch

Weblinks und Quellen