Chattengau

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Der Hessenturm auf dem Niedensteiner Kopf - Aussichtspunkt im Chattengau
Blick vom Hessenturm auf Niedenstein

Als Chattengau wird die Region zwischen Kassel, dem Fluss Eder und Fritzlar bezeichnet.

Im engeren Sinne zählen heute die Gemeinde Edermünde und die beiden Kleinstädte Niedenstein und Gudensberg dazu.

Geografie

Die Landschaft wird durch "bewaldete Basaltkuppen" zwischen Äckern geprägt. Das Flüsschen Ems schlängelt sich von Westen kommend durch ein Tal zur Eder bei Böddiger. Von Nord nach Süd durchzieht die A 49 den Chattengau.

Geschichte

Wann genau der Name Chattengau entstanden ist, ist ungewiss. Im Mittelalter trug die Gegend um Gudensberg und Maden den Namen Hessengau. So berichtet schon Bonifatius vom pagus hassorum, dem Gau der Hessen. Hierbei handelte es sich um die Keimzelle der späteren Landgrafschaft Hessen. Erst in der Mitte des 20. Jahrhundert kam die Bezeichnung Chattengau auf, die den Begriff Hessengau ersetzte.

Wer zuerst wann den Namen Chattengau benutzte, ist ungewiss. Wahrscheinlich sollte durch die Verwendung des Chattennames eine Verwechslung mit dem Bundesland Hessen vermieden werden, welches ja ein ähnliches Alter hat wie das Wort "Chattengau".

Gudensberg

Gudensberg ist so etwas wie der kulturelle und ökonomische Mittelpunkt dieser Kleinregion. Hier liegt eigentlich auch die Wiege Hessens, denn unterhalb der Obernburg in der Mader Heide ließ Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth, ihren vierjährigen Sohn Heinrich von den örtlichen Rittern und Adelsleuten nach dem Ende der thüringer Herrschaft über das Gebiet zum ersten Hessischen Landgrafen wählen. Dieser Vergangenheit nimmt sich das Städtchen bis heute nicht an. Dafür schmückt man sich mit Kolki, dem Schlossberg Raben, und einem Trommler unter Bezugnahme auf ein Grimm-Märchen, denn Gudensberg liegt an der Deutschen Märchenstraße. In den sechziger und siebziger Jahren wurden in Gudensberg einige Gebäude abgerissen, dennoch behielt die Stadt ihren Kern mit alten Fachwerkhäusern. Markant ist neben der Ruine auf der Obernburg die erhaltene Wenigenburg im Fachwerkstil. Zwei Hotels, zwei Cafés, ein Eiscafé und mehrere Gasthäuser laden zum längeren Verweilen ein. Alle Einkäufe können im Stadtkern erledigt werden. Neben zahlreichen Kulturveranstaltungen (Theater, Kabarett, Chormusik, Musikgruppen, Musikschule, Ausstellungen, Lesungen) macht Gudensberg auch sportlich von sich reden. Überörtlich erfolgreich sind die Schützen, Schwimmer, Fußballer und vor allem die Langstreckenläufer.

Allmählich entwickelt sich der Begriff "Chattengau" zum Markennamen. Die hiesige Volksbank, ein Busunternehmen, eine Musikkapelle, das regionale Gemeindeblatt, eine Gewerbevereinigung und ein regionales Radlerfest nutzen bisher den Namen.

Hessenturm auf dem Niedensteiner Kopf

Im Jahre 1931 wurde auf dem Niedensteiner Kopf auf Anregung des Lehrers und Vorsitzenden des örtlichen Heimat- und Gebirgsvereins Wilhelm Hecker, der Hessenturm errichtet.

Seither ist der Niedensteiner Hessenturm ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger und Wanderer im Chattengau.

Landwirtschaft und Naherholung

Im Chattengau liegen große, fruchtbare Ländereien. Die Landwirte bauen hauptsächlich Getreide, Raps, Zuckerrüben (für die Zuckerfabrik in Wabern) und Kohl (für die Firma Hengstenberg in Fritzlar) an. Es gibt auch etliche Schweinemastställe.

Für die Naherholung gibt es ein breites Angebot: markierte örtliche, regionale und überregionale Wanderwege, zwei Aussichtstürme, Waldgebiete, Walking-Strecken, ein ordentliches Radwegenetz, Spielplätze, eine Golfanlage und drei Schwimmbäder sowie zahlreiche Vereine in allen Bereichen liefern ein großes Freizeitangebot. Das touristische Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Radwege

Siehe auch

Weblinks