Casseler Courier-Briefbeförderung

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Anzeige 28.August 1893 von Otto Böhme für die Bevölkerung in Cassel

In Kassel wurde am 28. August 1893 von Otto Böhme die „Casseler Courier-Briefbeförderung" gegründet und mit der nebenstehenden Anzeige der Kasseler Bevölkerung bekannt gemacht.

Historischer Hintergrund

Die Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 machte u.a. auch die Neuregelung des Postwesens erforderlich. Das Gesetz über das Postwesen des Deutschen Reiches vom 28. Oktober 1871 sah vor, daß es verboten war, Briefe von Orten mit einer Postanstalt nach anderen Orten mit einer Postanstalt auf andere Weise als durch die Post zu befördern.

Das bedeutete, dass die Beförderung von Briefen innerhalb einer Ortschaft mit einer Postanstalt nicht verboten war. Findige Unternehmer nutzten diese Lücke im Gesetz aus und gründeten private Briefbeförderungsunternehmen.

Casseler Courier-Briefbeförderung

Die damalige Reichspost sah natürlich die Konkurrenz ungern und versuchte, durch kleine Schikanen dem jungen Unternehmen das Leben schwer zu machen. So sollte die Bekleidung der Privatpostbriefträger sich von den Uniformen der staatlichen Postbeamten unterscheiden und die Briefkästen, deren gelber Farbanstrich sich von den blau angestrichenen Briefkästen der Reichspost unterschied, durften nicht in die Straßenfront hineinragen.

Im damaligen Stadtgebiet gab es 38 Briefkästen, die an Haustüren oder Pfosten angebracht waren. Es wurden zwölf Austräger beschäftigt, die an den roten bzw. gelben Mützen zu erkennen waren.

Privat-Post Courier Cassel

Buchdrucker Wilhelm Rump, Cassel 1896

Am 1. Oktober 1896 wurde das Unternehmen an den Buchdrucker Wilhelm Rump verkauft. Im Briefkopf führte seine Firma folgenden Namen: Privat-Post Courier Cassel.


siehe auch

Weblinks und Quellen