Cassel

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Stadtverordnetensaal im Rathaus Cassel 1909

Der 13. September und der 4. Dezember des Jahres 1926 sind bedeutende Tage in der Kasseler Stadtgeschichte. Am 13. September beschließt die Stadtverordnetenversammlung, beim preußischen Staatsministerium zu beantragen, das C in Cassel zu tilgen. Statt Cassel soll die Stadt an der Fulda fortan offiziell Kassel heißen. Am 4. Dezember stimmt das Staatsministerium zu.

Die Endscheidung von Stadtparlament und Ministerium ist eher als bürokratischer Schlussakt einer schier endlosen Debatte über den großen Buchstaben zu verstehen. Bereits 1873 ordnet Oberbürgermeister Nebelthau die Schreibweise Kassel an. Er bezieht sich dabei auf ein sprachwissenschaftliches Gutachten der Bibliothekare Dr. Schubart und Dr. Altmüller. Eine entsprechende Anfrage beim Innenministerium wird indes negativ beschieden. Angesichts des überwiegenden und besonders des amtlichen Gebrauchs sei Cassel die richtige Schreibweise. Dies gilt bis 1926 - wenngleich sich nicht alle Behörden daran hielten.

Interessantes Detail am Rande: Der Königlich Westphälische Hof- und Staats-Kalender nennt bereits im Jahre 1812 den Erscheinungsort Kassel. Eine Anpassung des Städtenamens an die sprachlichen Gepflogenheiten fand übrigens nicht nur in Kassel statt. Auch in Krefeld und Köln wurde zu jener Zeit das C durch das K ersetzt.