Carl Wilhelm Wippermann

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Carl Wilhelm Wippermann (* 1. Dezember 1800 in Rinteln; † 23. März 1857 ebenda) war ein kurhessischer Beamter und Politiker.

Ein Leben voller Kämpfe

Kassels Bürgermeister Carl Wilhelm Wippermann wurde 1836 Ehrenbürger

Kaum ein anderer Ehrenbürger der Stadt Kassel hat eine solch bewegte politische Geschichte, so viele Erfolge, gleichzeitig aber auch so viele Niederlagen und Rückschläge zu verdauen wie Carl Wilhelm Wippermann. Stadtsekretär, Obergerichtsanwalt, Ratsherr, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Staatsrat, Regierungsrat, Ministerialvorstand - Ämter bekleidete Wippermann Zeit seines Lebens in Hülle und Fülle.

Am 1. Dezember 1800 in Rinteln im Weserbergland zwischen Bielefeld und Hannover geboren, wurde er zunächst von Privatlehrern unterrichtet und nach Gründung des Gymnasiums von Rinteln als erster Schüler dort aufgenommen. Er studierte in Marburg und Göttingen Jura und wurde am 27. Dezember 1827 zum Referendar am Obergericht seiner Heimatstadt ernannt. In seinem Referendariatszeugnis wurden ihm Gründlichkeit, Präzision, Fleiß und Schnelligkeit bescheinigt - Eigenschaften, die ihn im Lauf seines Arbeitslebens auszeichnen sollten.

Mit 24 Jahren wurde er stimmführendes Mitglied des Oberen Gerichts, zwei Jahre darauf Stadtsekretär von Rinteln, 1831 schließlich Ratsherr der Stadt. Den Weg nach Kassel fand Wippermann durch seine Wahl zum Landtagsabgeordneten. Häufig in Kassel, wurde man dort schnell auf die Fähigkeiten des Juristen aufmerksam, und so bot ihm Oberbürgermeister Karl Schomburg das Amt eines Bürgermeisters an.

Nun begann die Zeit der Auseinandersetzungen mit dem kurhessischen Minister Ludwig Hassenpflug, der im Auftrag des hessischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. versuchte, die Verfassung außer Kraft zu setzen und die Rechte der Stände zu beschneiden. Diesem hatte es Wippermann zu verdanken, dass er vor Gericht darum kämpfen musste, seine Ämter zu behalten. Am 28. Juni 1836 von Karl Schomburg zum Ehrenbürger Kassels ernannt, ließ Wippermann sein Bürgermeisteramt ein Jahr ruhen und trat es am 13. Juli 1838 wieder an.

Es folgten Ämterenthebungen, Verleumdungen, Anklagen. Wippermann, immer auf die Verteidigung der Bürgerrechte bedacht, erkrankte Ende Dezember 1856 und starb überraschend am 23. März 1857.

Carl Wippermann war zweimal verheiratet und hinterließ vier Söhne und drei Töchter. Sein ältester Sohn veröffentlichte nach dem Tod des Vaters eines seiner Manuskripte, das bis dahin umfassendste Werk über die Geschichte der mittleren Weser und des schaumburgischen Landes.

Text: Ralph-Michael Krum / HNA

Ständeversammlung und Frankfurter Nationalversammlung

Im Jahre 1832 wurde Carl Wilhelm Wippermann erstmals in die kurhessische Ständeversammlung gewählt. Hier zählte er zu den liberalen Oppositionspolitikern.

Die folgenden Jahre waren geprägt durch zahlreiche Auseinandersetzungen mit dem kurhessischen Minister Ludwig Hassenpflug im Auftrag des hessischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I.; bereits seine Wahl zum zweiten Bürgermeister von Kassel im Jahre 1835 wurde durch die Landesregierung nicht bestätigt und als die Stadt ihn daraufhin zum Stadtsekretär wählte, wurde dies von der Regierung 1836 (vergeblich) angefochten.

Auch seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Kassel wurde im Jahre 1841 die Anerkennung verweigert. 1846 focht die kurhessische Regierung seine Wiederwahl in die Ständeversammlung aus formalen Gründen an, woraufhin Wippermann sein Mandat niederlegte und sich von anderen Wahlkreisen in die Versammlung wählen ließ.

1848 nahme er im Zuge der Märzrevolution am Vorparlament teil. Vom 18. Mai 1848 bis zum 30. Mai 1849 war er Abgeordneter für Hofgeismar in der Frankfurter Nationalversammlung.

Nachdem er ab dem Jahre 1848 verschiedene Stellungen in der kurhessichen Märzregierung bekleidet hatte, wurde er 1849 erneut in die kurhessische Ständeversammlung gewählt.

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