Carl Lauckhardt

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vor dem Haus Wolfsschlucht 4

Rechts neben der Kasseler Stadtsparkasse erkennt man auf der nebenstehenden Photographie das Haus Wolfsschlucht 13: Es war um 1834 als erstes Haus der neuen Straße vom Hofschreinermeister Carl Lauckhardt (1788-1867) errichtet worden, der zuvor bereits das Hintergebäude am Palais Waitz von Eschen (Wolfsschlucht 8) besessen hatte; nachdem er Wohnung und Werkstatt in den gegenüberliegenden Neubau verlegt hatte, verkaufte er es wieder der Familie von Waitz.

Lauckhardt lieferte seit 1821 zahlreiche Arbeiten für den kurfürstlichen Hof, u.a. Ausstattungen für das Weiße Palais und das Palais Reichenbach, Parkettböden und Möbel für das Wilhelmshöher Schloss sowie den aufwendigen Parkettboden für den Thronsaal des Roten Palais, und er arbeitete an einigen Mahagonitüren des Roten Palais mit.

Das Haus blieb bis in die 1920er Jahre im Familienbesitz, ging dann an die Gewerbebank und 1931 an den Brot- und Feinbäcker Hermann Rosenbauer über. Zeitweise waren im 19. Jahrhundert hier das Obermedizinalkollegium, der Fröbelsche Kindergarten und die Landwirtschaftskammer untergebracht; bedeutende Mieter waren der kurhessische Minister von Baumbach, der Sanitätsrat Dr. Adolf Harnier und vor allem 1884/85 kurzzeitig der Hofkapellmeister Gustav Mahler, der hier u.a. an den „Liedern eines fahrenden Gesellen“ arbeitete. Er war später an den Opernhäusern in Wien und New York tätig und zählte zu den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit.

Beim Großangriff 1943 brannte das Gebäude aus, das Erdgeschoss wurde jedoch bald wieder nutzbar gemacht; die historische Tordurchfahrt mit dem Hauseingang ist bis heute erhalten.

siehe auch