Carl Braun

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Carl Braun

Im Jahr 1900 übernimmt der Apotheker Carl Braun, Sohn von Bernhard Braun, die Firma seines Vaters, die B. Braun Melsungen AG.

Die Gründung der BKK B. Braun im Jahre 1923 geht auf ihn als damaligem Vorstandsvorsitzenden der B. Braun Melsungen AG zurück.

In Melsungen ist eine Straße nach ihm benannt.

Geschichte

Aus den Anfängen

Die B. Braun Melsungen AG entstand aus der Melsunger Rosenapotheke. Im Jahr 1839 erwirbt Julius Wilhelm Braun die Rosenapotheke. Außerdem beginnt er mit einem Versandhandel für heimische Kräuter.

Sein ältester Sohn Bernhard Braun übernimmt 1867 die väterliche Apotheke. Er beginnt mit der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse. Hierzu zählen Pflaster und Migränestifte. Bernhard Braun teilt sein Unternehmen in zwei Abteilung auf. Die Apotheke bildet die Abteilung A, während die Erzeugung pharmazeutischer Artikel die Abteilung B bildet. Darüber hinaus lässt er die Firma als B. Braun in das Handelsregister eintragen.

Im Jahr 1900 übernimmt Carl Braun, Sohn von Bernhard Braun, die Firma seines Vaters.

Ab 1908 wird Katgut, medizinisches Nahtmaterial, aus Hammeldärmen hergestellt. Dieses hatte den Vorteil, dass es vom Körper nach einigen Tagen aufgenommen wurde und die Fäden daher nicht gezogen werden mussten.

1914 werden bei B. Braun erstmals chirugische Schienen, einfache Extensionen und Blutdruckmessapparate hergestellt. Hierzu wurde eine medico-mechanische Werkstatt eingerichtet. 1916 erscheint die erste Ausgabe der "Melsunger Medizinischen Mitteilungen".

1923 gründet die Firma B. Braun eine eigene Betriebskrankenkasse für ihre Mitarbeiter.

Vom Pharmazeuten zum Industriellen

Viel Interessantes hatte der Apotheker Carl Braun aus Melsungen auf einem Treffen von Ärzten und Naturforschern 1908 in Köln gehört, aber nichts war von direktem Nutzen für ihn. Seine große Stunde schlug auf der Rückfahrt. Im Speisewagen des Zuges traf er den Mann, mit dem er vom Pharmazeuten zum Industriellen wurde: den Chirurgen Dr. Franz Kuhn. Der Chefarzt des Elisabeth-Krankenhauses in Kassel hatte ein Verfahren zur sterilen Produktion von Katgut, medizinischem Nahtmaterial aus Hammeldarm, entwickelt und erprobt. Ihm fehlte jedoch ein Partner für die Fertigung im großen Stil. Carl Braun stieg ein.

Katgut hatte den Vorteil, dass es resorbierbar ist, sich im Körper also nach einiger Zeit auflöst, galt aber als Keimüberträger. Chirurgen schlossen Wunden zu dieser Zeit meist mit Seide, Zwirn, Pferde- oder Menschenhaar. Die Firma B. Braun war das erste deutsche Unternehmen, das chemisch steriles Katgut herstellte. Im Katalog von 1910 wurde das Sterilkatgut Kuhn zum ersten Mal angeboten, schon in den folgenden Katalogen stand es an erster Stelle.

Die erste ausländische Niederlassung entsteht 1925 im italienischen Mailand. 1929 stirbt Carl Braun und sein Sohn Otto Braun übernimmt die Leitung des Unternehmens. Zur Erinnerung an Carl Braun wird die Carl-Braun-Gedächtnisunterstützungskasse gegründet. Sie unterstützt Mitarbeiter der Firma B. Braun die in Not geraten sind.

siehe auch

Weblinks