Carl Anton Oskar Henschel

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Carl Anton Oskar Henschel

Carl Anton Oskar Henschel (1837-1894), Sohn von Georg Alexander Carl Henschel, mit Sophie Henschel verheiratet, war Leiter der Firma Henschel von 1860 bis 1894.

Er erweiterte die Firma, erschloss das Firmengelände in Rothenditmold/Wolfhager Straße und ließ die Henschelvilla und Henschelgarten am Weinberg bauen.

Durch den plötzlichen Tod seines Vaters wurde Carl Anton Oskar Henschel schon als junger Mann ins kalte Wasser geworfen. Mit 23 Jahren übernahm er 1860 die Firmenleitung Oskar Henschel war es, der die erste der legendären Henschel-Villen auf dem Weinberg bauen ließ. Unter seiner Leitung startete die Firma richtig durch. Oskar Henschel setzte den Schwerpunkt eindeutig auf den Lokomotivbau, kurbelte das Auslandsgeschäft an und erweiterte die Firma um das Gelände an der Wolfhager Straße in Rothenditmold. Das wurde 1871 gegründet.

Unter dem neuen Firmendach entstanden die Hammerschmiede, die Kesselschmiede, der Tenderbau und ein eigenes Kraftwerk. Der Lokomotivbau entwickelte sich unter der Leitung von Oskar Henschel immer rasanter. Fünf Jahre nachdem er als Chef eingestiegen war, wurde bei Henschel die 100. Lokomotive gebaut, auf dem Höhepunkt seiner unternehmerischen Tätigkeit im Jahr 1890 rollte bereits die 3000. Henschel-Lok über einen eigenen Gleisanschluss vom Hof. Henschel war vom Familienbetrieb zu einer Weltfirma geworden.

Das wichtigste Datum in der Biografie von Oskar Henschel hat aber nichts mit Produktionszahlen zu tun. Am 22. Juni 1862 heiratete er Sophie Henschel, geborene Caesar. Sie sollte später die erste Frau an der Spitze des Unternehmens werden. Trotz der Konzentration auf den Lokomotivbau hat Henschel in dieser Zeit auch noch eine Reihe anderer Produkte gefertigt. Die aufstrebende Firma lieferte Dampfmaschinen und Brücken. Die in Kassel bekannteste ist die Drahtbrücke über die Fulda, die 1870 gebaut wurde.

Als Oskar Henschel am 18. November 1894 an den Folgen einer Lungenentzündung starb, gab es einen mehrere Kilometer langen Trauerzug von seiner Villa am Weinberg durch die Innenstadt bis zur Holländischen Straße. Dem erfolgreichen Unternehmer gaben tausende von Menschen das letzte Geleit.

Unter ihnen waren zahlreiche Henschelaner. Oskar Henschel hatte mit einer der ersten Fabrik-Krankenkassen in Deutschland, einer Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse, dem Henschel-Fonds für unverschuldet in Not geratene Arbeiter und dem Bau von preiswerten Arbeiterwohnungen vorbildliche Sozialleistungen geschaffen.

Dazu passte auch der letzte Auftrag, den Oskar Henschel auf dem Sterbebett erteilte. Nach seinem Tod sollte jedem Arbeiter ein Wochenlohn extra ausgezahlt werden. Jeder Invalide und jede Witwe bekam eine Monatsrente extra. Die Invalidenkasse und der Henschel-Fonds wurden mit jeweils 100 000 Mark aufgestockt. Von Thomas Siemon

Der Sohn Karl Anton Theodor Henschel (1873 - 1924) war Leiter der Firma von 1912 bis 1924; er erweiterte das Firmengelände mit der Erschließung eines Geländes am Mittelfeld, betrieb den Schwerpunkt Kraftwagenbau, legte Sammlungen für ein Henschel-Museum an und baute das Henschelhaus am Weinberg.

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