Capitol-Lichtspiele

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1929 wurden in Kassel die Capitol-Lichtspiele errichtet.

Hier begeisterte etwa Gustav Fröhlich, der große blonde Junge mit den lachenden Augen, die Zuschauer zu Beginn der 1930-er Jahre als "Ein Mann mit Herz".

Heute ist in der Wilhelmstrasse das "CINEPLEX im CAPITOL" entstanden, ein modernes Multiplex-Kino mit sieben Kinosälen.

Inhaltsverzeichnis

In den 50ern kamen die Stars

Die Helden der Kinoleinwand waren bei den Premieren hautnah zu erleben

von Wilhelm Ditzel

Kassel. Heinz Rühmann, Hildegard Knef, Heinz Erhardt, Hans Moser, Theo Lingen, Maximilian Schell, Alice und Ellen Kessler, Joachim Fuchsberger, Christine Kaufmann oder Johannes Heesters. Zwischen 1953 und 1960 konnte die Kasseler Bevölkerung die Stars von der Kino-Leinwand regelmäßig hautnah erleben. Denn zahlreiche Kinopremieren wurden damals in der Stadt gefeiert. Die Stars kamen am Hauptbahnhof an und wurden nicht selten von über tausend Fans auf ihrem Weg zu den angesagten Lichtspielhäusern - so nannte man die Kinos seinerzeit - begleitet.

So wurde zum Beispiel im Februar 1956 der Film "Ein Herz schlägt für Erika" in Anwesenheit von Grethe Weiser im Capitol in der Wilhelmsstraße uraufgeführt. Die Stars stiegen im Parkhotel Hessenland (heute: Mercure) ab.

Alice und Ellen Kessler luden 1957 zur Premiere ihres Films "Vier Mädels aus der Wachau" Kasseler Zwillingspärchen in die Kaskade ein. Johannes Heesters und Marianne Schönauer kamen im September des Jahres zur Premiere von "Bel ami" ebenfalls ins Kino mit den Wasserspielen.

Zur Premiere von "Immer die Radfahrer" besuchten Corny Collins und Heinz Erhardt im Oktober 1958 das "Gloria". Für den unvergesslichen Heinz Erhardt war das nicht der letzte Aufenthalt in Kassel. 1959 drehte er hier eine Verfolgungsjagd für die Komödie "Natürlich die Autofahrer", 1960 war er "Der letzte Fußgänger" am Altmarkt. Viele Jahre zuvor wurde ein angehender Superstar indes kaum in Kassel beachtet: Die damals 18-jährige Maria Magdalena von Losch gab 1922 im Bergpark Wilhelmshöhe ihr Leinwanddebüt in dem Film "So sind die Männer". Hätten die Kasseler, Kasseläner und Kasselaner gewusst, dass Maria Magdalena nur wenige Jahre später unter dem Künstlernamen Marlene Dietrich Weltkarriere machen würde!

(aus: HNA-online vom 09.04.2008)

Raumschiff fürs Kino

Im Jahre 1996 wurden die Karten neu gemischt: nach der Überarbeitung der im März preisgekrönten Entwürfe für das geplante Multiplex-Kino an der Kasseler Rathauskreuzung ging im Juni 1996 der Auftrag an das Kölner Architekturbüro Fuhrmann, Wallrath und Weinert. Das Team überzeugte als 3. Preisträger im Wettbewerb mit einem geschwungenen metallischen Bau, der nahezu in der Luft zu schweben scheint.

Der eigentliche Kinobau an der "Trompete" gegenüber der Karlskirche soll über einem zur Straße verglasten Foyer liegen, das zugleich zurückversetzt ist. 15 Meter ist das futuristisch wirkende Gebäude hoch und soll 13 Kinos mit 3400 Sitzplätzen Raum geben. Mit der Entscheidung ging eine beschaulichere Kino-Ära ihrem Ende entgegen: Viele Städte rüsteten sich im Wettstreit um Besucher mit Multiplex-Projekten aus. Kassel zog mit. Das Ende auch der Capitol-Lichtspiele.

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