Calden

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Calden
Wilhelmsthal Schloss 5.jpg
Calden - Schloss Wilhelmsthal
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 200 - 239
Fläche: 54,84 qkm
Einwohner: 7.340 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34377 - 34379
Vorwahl: 05674/ 05677
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holländische Str. 35
34379 Calden
Website: www.calden.de
Bürgermeister: Andreas Dinges (parteilos)

Calden ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 7.900 Einwohnern. Sie liegt etwa 10 km nordwestlich von Kassel.

Geografie

Lage

Calden liegt etwa 12 km nordwestlich von Kassel nordöstlich vom Hohen Dörnberg.

Nachbarorte sind die Stadt Liebenau im Norden, die Stadt Grebenstein im Osten, die Gemeinde Ahnatal im Süden sowie die Stadt Zierenberg im Westen.

Ortsteile

Weiterhin gehören zu Calden die Siedlung Wilhelmsthal und das Gut Klein-Calden.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Funde aus der Jungsteinzeit belegen eine frühe Besiedlung in dem Gebiet um Calden.

Im Jahre 2007 feierte Calden sein 900-jähriges Jubliäum. Urkundlich erwähnt wurde das Dorf Calden bereits im Jahre 1107 in einem Register des Klosters Helmarshausen, das auch in Calden über Besitz verfügte. Erzbischof Konrad von Mainz erwarb etwa um diese Zeit ein Landgut, mit dem er das Adelsgeschlecht von Calden belehnte. Um das Jahr 1300 war Calden, ebenso wie etwa die Stadt Hofgeismar, Teil des mainzischen Besitzes, der damals bis in das Diemelland reichte. Rundum war der Ort aber von landgräflich-hessischen Besitz umgeben, was immer wieder zu Fehden führte. Mehrfach wurde der Ort zur Deckung von Kriegskosten versetzt, 1462 dann an Hessen verpfändet und ging 1583 in den Besitz der hessischen Landgrafschaft über. Dort gehörte es zunächst zum hessischen Amt Grebenstein.

Der markanteste Punkt in der Nähe des Ortes ist der Dörnberg mit 579 m Höhe. Schon im Jahre 1634 führte von Calden der "Dörnbergisch weg" dorthin. Auf dem Weg zum Dörnberg sind freistehende Basaltsäulen, die Koppensteine, zu besichtigen.

Der "burghweg" führte einst zur Wasserburg Amelgotzen (später Amalienthal) - zeitweilig im Besitz der Herren von Schachten, ab 1643 im Besitz der Landgräfin Amalie Elisabeth -, wo dann Mitte des 18. Jahrhunderts Schloss Wilhelmsthal entstand.

Zu den wenigen geschichtsträchtigen Häusern, die noch in Calden erhalten sind, gehört die „Alte Schmiede“, ein Flurquerdielenhaus an der Wilhelmsthaler Straße, das im Jahre 1770 errichtet wurde.

Kirchen in Calden

siehe auch:
Johannes-Kirche in Calden
Die ev. Johanneskirche

Die evangelische Johanneskirche in Calden wurde in den Jahren 1845 – 1849 als spätklassizistischer Sandsteinbau mit Frontturm außerhalb des ehemaligen Ortskerns errichtet.

Sie ist die Nachfolgekirche einer schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichteten Fachwerkkirche in Calden, die ebenfalls dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht worden war, aber bereits während des Dreißigjährigen Krieges schwer beschädigt wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts entschloss man sich dann zur Errichtung der heutigen Johanneskirche.

Sehenswert ist ein aus Lindenholz geschaffenes Altarbild mit Motiven aus dem Johannesevangelium, das der Künstler Hermann Pohl im Jahre 1993 fertiggestellt hat.

Eine weitere ehemalige Kirche in Calden wird letztmals im Jahre 1541 als Nikolai- oder Rote Kirche urkundlich erwähnt.

Sehr viel jüngeren Datums ist die katholische Herz Jesu - Kirche. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Katholiken im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf mehr als 22.000 Personen an.

Heimatvertriebene mit zumeist katholischer Konfession kamen im Kreisgebiet an und fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er und 1960-er Jahren entstanden neue katholische Gotteshäuser in Immenhausen (1952) oder Grebenstein (1955), später auch in Ehrsten und Calden (beide 1961).

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 68 ff.
  • Justus Schüler, Caldener Flurnamen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 21 ff.

siehe auch: Überblick zur Geschichte von Calden

Fotogalerie

Museen und Ausstellungen

Die Ausstellung zeigt Gerätschaften zur Fleischverarbeitung, besonders zur Herstellung von "Ahler Wurscht".

Das Heimatmuseum ist in einem Bauernhof untergebracht und zeigt eine Ausstellung von Bauern- und Handwerkergeräten sowie Gegenstände aus dem Haushalt und Möbel aus vergangener Zeit.

Neben dem Museum Schloss Wilhelmsthal (mit prunkvollen Innenräumen, ausgestattet mit Möbeln und Bildern der Rokoko-Zeit) ist auch die Silberkammer zu besichtigen mit Zinnfiguren, Diorama und einer Dauerausstellung über den Siebenjährigen Krieg im Landkreis Kassel mit etwa 10000 handgemalten Figuren in 20 Schaukästen.

Die Heimatstube in Obermeiser (Kirchweg 12) zeigt eine Ausstellung über das historische Handwerk, darunter auch ein Webstuhl von 1676 und Wohnräume aus mehreren Epochen.

Persönlichkeiten

Politik

Gemeindevertretung

Sitzverteilung im Gemeinderat – Wahl 2011

CDU: 7 Sitze | SPD: 17 Sitze | FWG: 7 Sitze

(Ergebnis der Kommunalwahl vom 27. März 2011)


Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Im Mai 2014 nominierte der Kreisvorstand der CDU im Landkreis Kassel Patrick Weilbach aus Baunatal als Landratskandidaten für die Wahl 2015.

Parteien

Wahkreise

Bundestag

Tradition und Brauchtum

  • Seit 1948 wird in Calden die „Cällische Kirmes“ gefeiert.

Wissenswertes über Calden

Die Calde

Der Ursprung der Calde, die früher Fülle hieß und etwa Ende des 19. Jahrhunderts zu ihrem jetzigen Namen kam, liegt südlich von Calden. Die erste größere Brücke wurde 1910 in der Wilhelmsthaler Straße über den damals noch offenen Bach gebaut, der heute weitgehend verrohrt durch die Gemeinde fließt. Am Calde-Platz befand sich in früheren Jahren eine verbreiterte Stelle, die als Viehtränke benutzt wurde.

Erdwerk und Eco-Pfad Calden

siehe auch:
Eco-Pfad Calden
Calden Menolith 2.jpg

Auf eine frühe Siedlungsgeschichte weisen in Calden Funde wie das Caldener Erdwerk und zwei Galeriegräber hin.

Das drittgrößte Erdwerk in Deutschland und die beiden Steinkistengräber belegen, dass schon während der Steinzeit - im 4. Jahrtausend v. Chr. - Menschen hier lebten.

Das Galeriegrab Calden I aus der Jungsteinzeit wurde im Jahre 1948 entdeckt und ist heute ein wichtiger Baustein für das Verständnis der älteren Wartbergkultur. Es lag 750 m südlich der Ortsmitte. Die erhaltenen Steine wurden in den 50er Jahren im Süden der Fundstelle im Bereich der heutigen Mittelpunktschule in Calden wieder aufgebaut.

Galeriegrab II und das Erdwerk befinden sich südlich des Flughafens in Calden. Die mehr als 14 ha große Anlage des Erdwerks wird durch ein Doppelgrabensystem begrenzt und wurde in früher Zeit von den damaligen Ackerbauern der umliegenden Dörfer errichtet. Offenbar lag die Anlage an einer Handelsstraße zwischen der Fritzlarer Bucht und der Warburger Börde. Sie wurde 1976 aus der Luft entdeckt und gehört zu den wenigen gut erhaltenen Bauwerken aus dieser Zeit in Europa.

Zunächst entstand der Eco-Pfad Archäologie, der vom Flughafen in Calden in etwa einer halben Stunde zum Erdwerk führte.

Der heutige Eco-Pfad umfasst 9 Stationen mit Ausgangs- und Endpunkten am Parkplatz von Schloss Wilhelmsthal. Er führt auf etwa 6 km Länge vom Schloss über die Lindenallee zum historischen „Thiergarten“ und dem ehemaligen Eingang am Lindenrondell, weiter über die Buchenallee zum Sababurgrund, vorbei an einer bronze- und jungsteinzeitlichen Grabstätte zum Erdwerk Calden. Von dort aus geht es zum Cafe am See (am Hegerweg), weiter über die Waldstraße und vorbei am Galeriegrab I zum Quellgebiet der Calde und schließlich auf der Buchenallee zum Schloss zurück.

Flughafen Kassel-Calden

siehe auch:
Flughafen Kassel-Calden
Flughafen - Tower

Auf dem Gemeindegebiet von Calden liegt der Regionalflughafen Kassel-Calden, ein Verkehrslandeplatz nordwestlich von Kassel mit einer 1.500 m langen Start- und Landebahn.

Der Flugplatz wurde am 11. Juli 1970 eröffnet. Täglich gingen damals Flüge nach Köln sowie Düsseldorf und zurück sowie einmal täglich nach Hannover und zurück.

Als prominenter Fluggast kam Heinz Rühmann am 17. August 1973 nicht als „Quax der Bruchpilot” nach Kassel-Calden. Sauber setzte der 72jährige seine Sportmaschine auf dem Flugplatz auf. Der Schauspieler kam aus München zur Premiere seiner Filmkomödie „Oh Jonathan, oh Jonathan”, mit der das frisch renovierte Kaskade-Filmtheater eingeweiht wurde.

In Zukunft soll der Flughafen soll in Zukunft zu einem vollwertigen Regionalflughafen mit einer 2500 m langen Start- und Langebahn ausgebaut werden. Dieser Ausbau ist in der Region umstritten.

Während die Flughafen-Gesellschafter mit dem Ausbau wirtschaftliche Ziele verfolgen und den nordhessischen Raum in das europäische Luftverkehrsnetz integrieren wollen, haben sich im Raum Kassel verschiedene Bürgerinitiativen gebildet, die nicht nur auf zunehmende Lärmbelastungen für die Bevölkerung hinweisen sondern auch den Bedarf und die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen.

Aktuelle Flughafen-Ansichten gibt es über eine Webcam:

Heimatmuseum Kanngießer

Das Heimatmuseum in Calden (Kirchgasse 16) ist in einem ehemaligen Bauernhof untergebracht und zeigt eine Ausstellung von Bauern- und Handwerkergeräten.

Kulturwege Calden

siehe auch:
Kulturwege Calden

Die Kulturwege Calden ranken sich jeweils um ein Thema, das die Geschichte und das Leben der Menschen in Calden und den Ortsteilen Ehrsten, Fürstenwald, Meimbressen, Westuffeln und Obermeiser beeinflusst hat. Auf Informationstafeln am Wegesrand gibt es Erläuterungen etwa zur Geschichte der Mühlen, zu den architektonischen Besonderheiten von Fachwerkhäusern oder zu technischen Denkmälern.

Die Menschen für die Lokal- und Regionalgeschichte zu interessieren und über ihre vielfältigen gemeinsamen geschichtlichen Aspekte die Ortsteile miteinander zu verbinden, ist die Absicht des Kulturwegeprojekts. Ideal erkunden lassen sich die Wege auf Wander- oder Radtouren. Zwei Themenwege konzentrieren sich auf die alten Ortskerne und laden dort jeweils zu Spaziergängen ein: „Dörfliches Fachwerk - Spiegel der Lebensumstände“ und „Schulwege - 300 Jahre Schule im Dorf“.

Das gemeinsame Projekt der Geschichtsvereine in der Großgemeinde findet mit dem fünften Themenweg seinen vorläufigen Abschluss. „Dorf und Wasser - Brunnen, Tränke, Wasserwerk“ heißt die neueste Route der Caldener Kulturwege zu Brunnen, Beeke und Brücken. Esels-, Mühlen- und jetzt auch der Wasserweg erstrecken sich über längere Distanzen. Sie sind als Rundwege angelegt und verbinden die sechs Ortsteile[1].

Schloss Wilhelmsthal

siehe auch:
Schloss Wilhelmsthal
Schloss Wilhelmsthal
(Foto: HNA-Fotograf Jochen Herzog)

Schon im Jahre 1634 führt von Calden der "burghweg" zur ehemaligen Wasserburg Amelgotzen, lange Zeit im Besitz der Familie von Schachten. Den ursprünglichen Gutshof (später Amelienthal) erwarb im Jahre 1643 die damalige Landgräfin Amalie Elisabeth zusammen mit Gütern in Frankenhausen.

Nachdem zunächst ein Landsitz entstanden war, wurde unter Landgraf Wilhelm VIII. um 1743 mit dem Ausbau zu einem Schloss - als Sommerresidenz für den Landgrafen - nach den Plänen von Francois de Cuvillies d. Ä. begonnen. Zunächst wurde das nördliche Kavalierhaus gebaut, das später Kirchenflügel genannt wurde. Dieser Trakt wurde 1749 vollendet. Mit dem Bau des südlichen Flügels wurde 1748 begonnen. 1753 wurde der Grundstein für den Mittelbau gelegt. Seine Fertigstellung ist auf das Jahr 1770 datiert.

Heute gehört das Rokokoschloss Wilhelmsthal zu den bedeutensten Rokokoschlössern in Deutschland.

Über die etwa 9 km lange Rasenallee ist Schloss Wilhelmsthal mit Schloss Wilhelmshöhe in Kassel fast geradlinig verbunden. Angelegt wurde die Allee im Jahre 1797 für [[[Kurfürst Wilhelm I.|Landgraf Wilhelm IX.]], damals als echter Rasenweg. Leichte Kutschen im Sommer und Schlitten im Winter fuhren hier durch Feld und Wald, durch Täler und über Höhen.

Zwar wurde die Rasendecke im 19. Jahrhundert durch Schotter und Splitt und später natürlich durch Teer ersetzt, doch für Kraftfahrzeuge und fürs gemeine Volk war die Rasenallee trotzdem noch bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gesperrt. Auch den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. führte zur Sommerzeit der morgendliche Ausritt manches Mal von Schloss Wilhelmshöhe nach Schloss Wilhelmsthal.

Volkskundesammlung Willi und Lina Krug

Der Caldener Werkzeugmacher und Bauer Willi Krug hat mit seiner Ehefrau Lina in fast 30jähriger Arbeit eine außergewöhnliche Volkskundesammlung zusammengetragen, die nach seinem Tod im Jahr 1992 der Landkreis Kassel übernahm, um die Sammlung zusammenzuhalten und zu pflegen, Im Jahr 1995 entstand dazu die unselbständige Stiftung des Landkreises "Volkskundesammlung Willi und Lina Krug". Zu der damaligen Ausstellung im Landmuseum Wasserschloss Wülmersen "QUER BEET - Landleben im Spiegel der Sammlung Krug" sind Begleitbücher erschienen.

Wilhelmsthaler Mineralbrunnen

156000 Liter Mineralwasser in der Woche werden nach einem Bericht in HNA - online vom 17.1.2008 im Wilhelmsthaler Mineralbrunnen in Calden - Westuffeln abgefüllt. Im Sommer ist der Umsatz etwa doppelt so hoch wie in den Wintermonaten.

siehe auch

Tradition

Vereine

Wandern

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 21.5.2013: Vorletzter Caldener Themenweg eingeweiht
  2. HNA-online vom 12.7.2014: Holi-Festival am alten Flugplatz in Calden

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Oberweser | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wahlsburg | Wolfhagen | Zierenberg