Burgwaldkaserne Frankenberg

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Burgwaldkaserne Frankenberg

Die Burgwaldkaserne Frankenberg besteht seit 1962. Dort stationiert ist das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBtl 932), ein Verband der Fernmeldetruppe EloKa der Bundeswehr. Bis 2002 gehörte dieser Verband zum Heer, seitdem zur Streitkräftebasis. Neben Leistungen im fachlichen Bereich wurde es vor allem durch den Terroranschlag von Kabul 2003 bekannt, bei dem mehrere Soldaten des Bataillons ums Leben kamen.

Aufgaben des Batallions

Das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 betreibt den Elektronischen Kampf und die Fernmeldeaufklärung ortsfest mit den Anlagen in der Burgwaldkaserne und mobil in den Einsatzgebieten der Bundeswehr. Damit ist es das einzige Bataillon, welches mit seinen Fähigkeiten beide Bereiche der EloKa abdeckt. Durch die Spezialisierung haben die Soldaten des Bataillons eine verhältnismäßig hohe Einsatzbelastung zu bewältigen. Sie gehören zu den Krisenreaktionskräften der Bundeswehr. Das Einsatzgebiet des Verbandes ist Afghanistan.

Der NRF-Zug des Bataillons ist in kürzester Zeit einsatzbereit und verlegungsfähig, um so in Krisengebieten die Reaktionskräfte mit den Mitteln des Elektronischen Kampfes zu unterstützen.

Uniform und Abzeichen

Abzeichen des Batallions

Die 7. Kompanie führt neben der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) auch die Dienstpostenausbildung durch. Die Angehörigen des Bataillons tragen die Uniformen der Bundeswehr nach der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 37/10. Da der Verband der Streitkräftebasis angehört, dienen dort sowohl Marine-, Luftwaffen- als auch Heeresuniformträger. Im Routinedienst tragen alle Soldaten des Verbandes den Feldanzug und unterscheiden sich lediglich durch Dienstgradschlaufen und Kopfbedeckung nach Teilstreitkraft. Mitunter tragen die Soldaten der Einsatzkontingente vor der Entsendung und nach der Rückkehr für kurze Zeit den Feldanzug mit Wüstentarndruck.

Internes Verbandsabzeichen ist das Frankenberger-„F“ auf hellblauem Grund mit goldener Kordel umfriedet. Es wird durch die Frankenberger Fürstenkrone gekrönt. Das interne Verbandsabzeichen wird zum Dienstanzug an der rechten Brusttasche, ferner zum Feldanzug als Anstecker auf der Lasche der rechten Brusttasche oder als Klettabzeichen auf dem rechten Oberarm getragen. Der Wahlspruch des Bataillons lautet: „Scientia potentia est“ (lat.: „Wissen ist Macht“).

Anschlag von Kabul

Traurige Berühmtheit erlangte das EloKaBtl 932 am 7. Juni 2003. An diesem Tag sprengte sich in Kabul, Afghanistan, ein Selbstmordattentäter mit einem Taxi neben zwei Bussen, welche Soldaten des Verbandes zum Flughafen brachten, in die Luft. Bei der Explosion, die einen der Busse völlig zerstörte, starben vier Soldaten; 29 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Es war das erste Mal, dass deutsche Soldaten gezielt Opfer eines Selbstmordanschlages wurden.

Im Nachhinein wurden Stimmen laut, die sowohl die zu lasche Bewertung der Gefährdungslage im Einsatzland als auch den mangelnden Panzerschutz für die Soldaten kritisierten. Entscheidungsträger vor Ort kamen in die Kritik, weil sie einen schnellen Transport mit Bussen einem sichereren, aber umständlicheren Transfer mit gepanzerten Geländewagen vom Typ Wolf vorzogen.

Ein Gedenkstein am Eingang der Burgwaldkaserne erinnert an die vier gefallenen EloKa-Soldaten.

Kommandeure

Die 21 Kommandeure von 1962 bis heute:

• 1962 bis 1966: Erich Mahl;

• 1966 bis 1970: Günter Miosga;

• 1970 Heinrich Müller;

• 1970 bis 1973: Theodor Müllenberg;

• 1973 bis 1976: Rudolf Grabau;

• 1976 bis 1979: Axel Ruppert;

• 1979 bis 1981: Günter Hoffmann;

• 1981 bis 1985: Ulfried Schreglmann;

• 1985 bis 1987: Hartwig Noth;

• 1987 bis 1990: Dieter Wolff;

• 1990 bis 1992: Adolf Gabriel;

• 1992 bis 1994: Kurt Schwarz;

• 1994 bis 1996: Hartmut Pauland;

• 1996 bis 1998: Heinrich-Wilhelm Steiner;

• 1998 bis 2001: Helmut Heck;

• 2001 bis 2003: Claus Jürgen Müller;

• 2003 bis 2005: Peter Richert;

• 2005 bis Dezember 2007: André Welter;

• Dezember 2007 bis Dezember 2008: Manfred Orth.

• Dezember 2008 Thomas Mauer bis Juli 2011.

• Seit Juli 2010: Elmar Henschen.

Video: Gelöbnis in Burgwaldkaserne mit ersten Freiwilligen

Weblinks

HNA vom 5. Juli 2011: Kommandowechsel in der Frankenberger Burgwaldkaserne

Siehe auch