Burg Wolfhagen

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Alte Stadtansicht - Wolfhagen De Merian Hassiae

"Wolfhagen – ein Wolf, der bei den Rodungsarbeiten, die die Gründung der Stadt zu Beginn des 13. Jahrhunderts vorbereiten sollten, aus dem Hagen sprang, wie man damals einen mit Bäumen bestandenen Bergrücken nannte, so klingt heute noch im Namen der Stadt die alte Sage der Stadtgründung nach. Die Stadtgründung hatte Ludwig IV. veranlasst, Landgraf von Thüringen und Gemahl der Heiligen Elisabeth, um seine Thüringer Landgrafschaft im Westen vor allem gegen die Erzbistümer Mainz und Köln abzusichern. Für die Anlage der Stadt und ihrer landgräflichen Burg wählte er gerade den Muschelkalkrücken aus, der vom südöstlich der Stadt gelegenen Gotzenberg bis weit in die damals noch vorhandenen Sümpfe im Bereich der heutigen Teich- und Bruchwiesen hineinreichte. Durch diese Spornlage der Stadt war ein natürlicher Verteidigungsschutz gegeben. Die Geländeform des Bergrückens bestimmte auch die Linienführung der mittelalterlichen Straßen, die nach dem landgräflichen Plan jeweils paarweise (Mittelstraße/Burgstraße bzw. Schützeberger Straße/Triangelstraße) auf die Burg ausgerichtet wurden. Hier befand sich auch das Bürgertor, durch das die Bürger der unterhalb der Burg und außerhalb der Stadtmauer gelegenen Vorstadt in die Stadt gelangen konnten. Zum städtischen Mauerring gehörten insgesamt vier befestigte Stadttore und elf Türme, von denen heute noch der Chattenturm an der Nordostecke erhalten ist."

(zitiert aus dem Vorwort von Hermann Neumeyer zum Bildband „Wolfhagen in alten Ansichten“, Sutton-Verlag, Erfurt)

Geschichte

Nach heutigem Forschungsstand wurden Burg und Stadt Wolfhagen 1230/ 31 gegründet, vermutlich als Raubgründung der Ludowinger auf damals mainzischem Gebiet. Nach einer Darstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Wolfhagen war die von Konrad von Thüringen gegründete Stadt anfangs mit Wall, Graben und Palisaden umgeben.

Schon bald aber wurde diese Befestigung durch eine einen Meter dicke und 4 bis 6 m hohe Steinmauer mit Laufgang ersetzt, die 1302 vollendet war, so daß eine vollständige Befestigungsanlage die Stadt umschloss. Zur Stadtbefestigung gehörten elf Türme.

Erst 1246 wurde die Burg Wolfhagen ausdrücklich erwähnt, wobei offenbar im Jahre 1513 ein Neubau erstellt wurde. Danach erscheint die Burg noch als Gerichtsort.

Schon zum Ende des 16. Jahrhunderts fiel die Burg aber wüst und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts abgerissen, wobei 1606 zunächst der achteckige Bergfried niedergelegt wurde. Erhalten geblieben sind lediglich Reste der Ringmauer sowie Teile eines angeebauten Burggebäudes, Reste des Torturms sowie des Tonnenkellers.

Literatur

Sven-Hinrich Siemers, Landgraf Konrads Burg?, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 33 ff.

siehe auch