Burg Westerhof

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Die Burg Westerhof ist eine Burganlage in Westerhof, einem Ortsteil der Einheitsgemeinde Kalefeld im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen.

Das Alte Amt Westerhof, auch kurz Altes Amt genannt, bezeichnet heute die Gemeindefläche und die Dörfer, die zur Gemeinde Kalefeld gehören. Die Burg Westerhof, später Domäne Westerhof war Sitz des Amtmannes, der die Verwaltungs- und Gerichtshoheit für alle Dörfer und Einwohner besaß, die zum Amtsbezirk gehörten.

Geschichte

Erste Erwähnungen von Westerhof

Merian-Stich der Burg und Ortschaft Westerhof.
Der Ursprung und der Bau der Burg und des Dorfes Westerhof ist urkundlich nicht belegt. Jedoch soll die Burg Westerhof nach einer alten Überlieferung schon vor "Caroli Magnis" (Karl der Große) Zeiten gestanden haben. Der Chronist Johann Georg Leuckfeld behauptet in seiner "Geschichte von Blankenburg", dass Herzog Bruno im Jahr 841 den Herren von Westerhof das Besetzungsrecht der Pfarrstelle zu Holthusen (Langenholtensen) übertragen habe, welches nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Westerhof auf das Kloster Wiebrechtshausen übergegangen sei. Tatsächlich sind in einer Urkunde des Klosters Wiebrechtshausen aus dem Jahr 1351 die Herren von Westerhof als Patrone der Klosterkirche zu Wiebrechtshausen und Lehnsherren der Kirche zu Langeholtensen benannt.

Die erste Erwähnung des Namens Westerhof stammt vom 26. März 1190 – Conradus de Westerhoue verkauft 4 Hufen Land und 10 bebaute Hofstellen in Elze an das Kloster Lamspringe. Als Gegenleistung wird Conrads Tochter Richiza in den Konvent des Klosters aufgenommen. [1]

Im Jahre 1255 bestätigen Siegel des Henrici de Westerhoue – Heinrich von Westerhof und Hermann von Oldershausen in einer Urkunde, dass der Propst Berthold des Klosters St. Jakobi in Osterode am Harz die Ansprüche des Lippold Hoye und seiner Neffen an 23 Morgen Land in Eisdorf, die Herr Ambrosius für das Kloster erworben hatte, abgelöst hat. An der Urkunde hängt an einem Pergamentstreifen das o.a. Siegel des Henrici de Westerhoue. Das Siegel ist schildförmig, ca. 60 x 50 mm. Es zeigt in einem ungeteilten Schild einen unter zwei byzantinischen Rosen nach links schreitenden Löwen. [2]


Erste Erwähnung der Burg

1294 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung der Burg Westerhof als "Castrum Westerhoue". Die Brüder Daniel und Heinrich, Söhne des Ritters Daniel von Westerhof, verkaufen der Kirche St. Marien vor Einbeck einen Hof und drei Hufen Land in Sebexen, sowie eine Hufe Land in Lovesbecke an die erzbischöfliche Kirche von Mainz. [3]

Vom 10./17. Juni 1296 stammt die erste urkundliche Erwähnung von Ludenhagen. Ritter Arnold von Westerhof verkauft zwei Höfe und 2 1/2 Hufen Land in Ludenhagen gelegen an das Kloster Wiebrechtshausen. [4] Am 14. Mai 1302 wird der oldershäusische Teil der Burg und Grafschaft Westerhof sowie der Gerichtsstuhl in Kalefeld an Bischof Siegfried II. von Hildesheim verkauft. Der von König Albrecht von Sachsen bestellte Landfriedensrichter, Markgraf Otto von Brandenburg, stimmt dem Verkauf zu. [5]

Ausschnitt aus der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1784 mit der Lage der Westerhöfer Teiche und der Burg Weserhof

1310 ist Albert Ordenberg bischöflicher Vogt auf Westerhof. Ihm zur Seite steht Engelbert von Freden als Burgmann. [6] Am 6. März 1323 ist Westerhof vollständig im Besitz des Hochstiftes Hildesheim. Die Herzöge Ernst, Wilhelm und Johann von Braunschweig-Grubenhagen verkaufen ihren Teil der Burg und Grafschaft Westerhof an den Bischof Otto von Hildesheim. Pfandinhaber ist zu diesem Zeitpunkt Heinrich von Steinberg, der die Pfandschaft für 200 Mark erworben hatte. Die Herzöge behalten sich das Rückkaufsrecht vor. [7]

Am 8. Juni 1328 ist Borchard von Westerhof Burgmann auf Westerhof. [8] Die erste urkundliche Erwähnung aus Bossekenhusen stammt vom 18. Februar 1331. Heinrich von Westerhof verpfändet zwei Hufen Land in Bossekenhusen an zwei Einbecker Bürger. [9]

Am 3. Juni 1341 verpfändet Bischof Heinrich von Hildesheim den Herren von Gowisch die Burg Westerhof für 800 Mark auf drei Jahre. [10] Von 1366 bis 1369 ist Dietrich von Gittelde als Inhaber von Burg und Amt Westerhof bezeugt. Vom 7. März 1389 stammt die erste Erwähnung des großen Teiches vor Westerhof. Abt Friedrich von Fulda belehnt den Ritter Heiso von Gladebeck und den Knappen Hans von Boventen mit den Gütern des verstorbenen Egbert von Westerhof, als da sind das Dorf Willershausen samt Zubehör und dem Kirchenlehn, 1 ½ Hufen und 6 Morgen Land vor Northeim mit allen Rechten, 3 Hufen Land mit Zubehör in Grone und einem halben Teich vor Westerhof. [11]

Die Herren von Steinberg sind von 1392 bis 1383 Pfandinhaber der Burg Westerhof. [12] Am 17. September 1400 haben die Herren von Rössing auf der Burg Westerhof einen Pfandanteil in Höhe von 200 Mark. [13] Heinrich von Schwichelt ist für die Zeit von 1398 bis 1415 auf der Burg Westerhof mehrfach als Pfandinhaber und Gerichtsherr bezeugt. Am 24. April 1427 erwerben die Herren von Wallmoden für 300 Mark die Hälfte der Burg Westerhof. Heinrich von Gittelde erwirbt am 24. Februar 1430 für 450 Gulden 1/4 der Burg Westerhof. [14]

Die Witwe Hermann von Medenheims erwirbt am 13. Juli 1433 für 100 Mark Nutzungsrechte an einem Viertel der Burg Westerhof, das die von Oldershausen besitzen. [15] Die Herren von Hardenberg besitzen 1/4 der Burg Westerhof, das sie am 20. Februar 1480 für 700 rhein. Gulden an die von Oldershausen verkaufen. [16] 1519 beginnt die Hildesheimer Stiftsfehde, die bis 1523 andauert. - Die Herren von Oldershausen haben die gesamte Burg Westerhof für 11.000 Goldgulden in Pfandbesitz. [17]

Siehe auch

Literatur

  • Horst Bredthauer: Geschichte der Burg Westerhof in Westerhöfer Jahrbuch 1994

Quellen

  1. Dr. Janicke – UB Hochstift Hildesheim 1, Nr.: 475, S. 451 f.
  2. Or. HstA Hannover Cal. Or. 100 Osterode, St. Jacobi, Urk. 20
  3. Or. HstA Hannover Cal.Or. 100 Einbeck, St. Marien, Urk. 3
  4. StUB Göttingen, 8° Cod.Ms.Hist. 322 (Kotzebue, Antiquates Wibbernshusanae), fol. 13r – 13v
  5. Dr.: Sudendorf 1, Nr: 168, S. 98 MGH Constutiones IV, 2, Nr.:1171, S. 1226
  6. UB Hochstift Hildesheim 3, Nr.: 33, S.22
  7. Dr.: Sudendorf 1, Nr: 374, S. 212; Hoogeweg, UB Hochstift Hildesheim 4, Nr.: 718, S.394 f.
  8. UB Hochstift Hildesheim 4, Nr.: 1000, S.544 f.
  9. Urk. Reichst. Gan. St.A. Wolfenbüttel 6 Urk., Nr.134; siehe auch Upmeyer – Herren von Oldershausen. S. 194
  10. UB Goslar 4, Nr.: 144, S. 97 f.
  11. Dolle, UB von Boventen. Nr.: 174, Seite 163
  12. UB Goslar 4, Nr.: 886, S. 421
  13. UB Schwicheldt, Nr.: 82, S. 83 f.
  14. Freise, Urkundenauszüge Nr. 866 S. 170
  15. Klinckhardt, Anl. Nr. 54 S. 93 f.
  16. Or. HstA Hannover Cal. Des. 28, Schr. 42, Caps. 7, Nr.: 7
  17. Hildesheimer Stiftsfehde, Quellensammlung, S. 1132 f.