Burg Trendelburg

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auf Burg Trendelburg - Palas und Bergfried (mit dem Dachaufbau aus 2012)

Die Burg Trendelburg mit dem 38 m hohen Bergfried dominiert das Stadtbild der Kleinstadt Trendelburg im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Sie wurde auf einem steil abfallenden Bergrücken über dem Diemeltal errichtet, vom Burggraben und der Burgmauer umgeben.

Geografie

Burg und Kernstadt von Trendelburg liegen auf einem etwa 60 m hohen Sandsteinfelsen, der von drei Seiten von der Diemel umflossen wird. Über einer nahen Diemelfurt baute man in späteren Jahren eine Brücke.

Sowohl von Süden (von der Fulda) nach Norden (zur Weser hin) als auch von Westen nach Osten verliefen alte Handelswege.

Die Burg liegt am westlichen Rand des Reinhardswalds zwischen den Städten Hofgeismar im Süden und Bad Karlshafen im Norden.

Geschichte

Aus der Geschichte der Burg

Der Name Drenderborch ist in den Corveyer Traditionen erstmals im 13. Jahrhundert zu finden. Die Lage an einer Furt, später an einer Brücke und dem Knotenpunkt wichtiger Verkehrsverbindungen begründete die Bedeutung im Mittelalter.

Alte Ansicht

Schon im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt.

Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko, dessen Besitz laut Urkunde 1020 dem Bischof von Paderborn zufiel, als Dodikos einziger Sohn verunglückte. Der Kaiser übertrug 1021 und 1033 die gräflichen Rechte an den Bischof, der bis 1597 seinen Anspruch auf das Land westlich der Diemel aufrecht erhielt.

Auf dem östlichen Ufer traten demgegenüber der Einfluß des Erzbistums Mainz und der Landgrafen von Hessen in den Vordergrund.

Burg Trendelburg (Aufnahme aus dem Jahr 2007 - noch ohne das neue Dach auf dem Bergfried)
Zugang zur Burg Trendelburg
Restaurant auf Burg Trendelburg

Eine wesentliche Rolle spielte in der Umgebung von Hofgeismar auch das Geschlecht der Herren von Eberschütz (später „von Schöneberg“), die 1300 die Burg Trendelburg ohne Zustimmung des Paderborner Erzbistums auf dem linken Diemelufer errichtet hatten, was Konrad von Schöneberg veranlasste, Rückhalt bei dem damaligen Erzbischof von Mainz, Gerhard II. zu suchen, dem er 1303 seine Burgen Schöneberg und Trendelburg öffnete. Burg und Stadt Trendelburg werden in dieser Vereinbarung unter der Bezeichnung Trinderberg erstmals urkundlich erwähnt.

Nach einem Großbrand entstand in den Jahren ab 1443 die Burganlage in ihrer heutigen Form.

Stadtrechte erhielt Trendelburg im Jahre 1472. Noch bis zu dieser Zeit bestanden ständige Grenzstreitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz, dem Hochstift Paderborn und dem hessischen Landgrafen um diesen Teil des Diemeltals, die erst im Jahre 1597 bereinigt wurden.

Der Aufschwung des Städtchens, das zeitweilig auch hessischer Amtssitz war, wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder empfindlich gestört. Sowohl in den Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert als auch in den Siebenjährigen Krieg im 18. Jahrhundert war die Trendelburg als Wehranlage verwickelt.

Die Chronik berichtet von Überfällen, Brandschatzungen und Plünderungen in den Jahren 1631 und 1637. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Burg ab 1757 von französischen Truppen besetzt. Nach dem Krieg wurde die Burg wieder hergestellt und diente seither als Jagdschloss, Forstamt und schließlich Burghotel unkriegerischen Zwecken.

Neues Dach auf dem Bergfried

Einst trug der mächtige Bergfried der Burg ein Dach. Doch der Dachstuhl wurde im 19. Jahrhundert abgebaut, als das Holz für den Bau der Apotheke benötigt wurde. Nachdem das Dach im August 2012 von Dachdeckern der Schöneberger Firma Gartemann neu eingedeckt wurde, krönt ein neues Ziegeldach den Bergfried. Und abends und nachts wird die Spitze des Bergfrieds erleuchtet.[1]

Literatur

Restaurant und Burghotel

Der Luftkurort Trendelburg an der "Deutschen Märchenstrasse" bietet Übernachtungsmöglichkeiten in vielen Qualitäten, unter anderem im Burghotel Trendelburg mit Restaurant, Rittersaal, Turmstube und alter Burgkapelle.

Trendelburger Märchen und Mythen

Ansicht
Palas

Märchen und Mythen aus vergangener Zeit ranken sich um manche historische Stätte in der Umgebung des Reinhardswalds. Der an die Stadt Trendelburg grenzende Reinhardswald zwischen Diemel und Weser ist für viele ein „Märchenwald“, den man schöner kaum träumen kann. Die Deutsche Märchenstraße folgt hier den Pfaden der Gebrüder Grimm und lässt in Trendelburg das Märchen von Rapunzel lebendig werden. Teil der Burganlage ist der Rapunzel-Turm, wo Rapunzel den Zopf für den Prinzen herabgelassen haben soll.

Namensgeberin der Burg ist allerdings in der Märchen- und Sagenwelt die Riesin „Trendula“, die nach der Sage von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern Saba und Brama stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen im übrigen von der nahegelegenen Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen. Mit etwas Phantasie sind noch heute die Spuren des Blitzes in der Nähe von Trendelburg zu sehen. Aber auch weniger phantasievolle Zeitgenossen empfinden den „Nassen Wolkenbruch“ zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld als durchaus beeindruckenden, allerdings nur schwer zugänglichen Trichter mit einem See in 45 m Tiefe, den der Besucher auf einem Pfad umrunden kann.

siehe dazu auch:

Und mit dem Märchen Rapunzel der Brüder Grimm ist Trendelburg Mitglied der Deutschen Märchenstraße.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Blick von Burg Trendelburg

Quellen

  1. HNA-online vom 17.8.2012: Bergfried erhält ein Dach
  2. HNA-online vom 10.5.2013: Besucheransturm beim dritten Märchenfest in Trendelburg

Weblinks