Burg Trendelburg
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Die Burg Trendelburg mit dem 38 m hohen Bergfried dominiert das Stadtbild der Kleinstadt Trendelburg im Landkreis Kassel in Nordhessen.
Sie wurde auf einem steil abfallenden Bergrücken über dem Diemeltal errichtet, vom Burggraben und der Burgmauer umgeben.
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Geografie
Burg und Kernstadt von Trendelburg liegen auf einem etwa 60 m hohen Sandsteinfelsen, der von drei Seiten von der Diemel umflossen wird. Über einer nahen Diemelfurt baute man in späteren Jahren eine Brücke.
Sowohl von Süden (von der Fulda) nach Norden (zur Weser hin) als auch von Westen nach Osten verliefen alte Handelswege.
Die Burg liegt am westlichen Rand des Reinhardswalds zwischen den Städten Hofgeismar im Süden und Bad Karlshafen im Norden.
Geschichte
Im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt. Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko, dessen Besitz laut Urkunde 1020 dem Bischof von Paderborn zufiel, als Dodikos einziger Sohn verunglückte. Der Kaiser übertrug 1021 und 1033 die gräflichen Rechte an den Bischof, der bis 1597 seinen Anspruch auf das Land westlich der Diemel aufrecht erhielt.
Auf dem östlichen Ufer traten demgegenüber der Einfluß des Erzbistums Mainz und der Landgrafen von Hessen in den Vordergrund.
Eine wesentliche Rolle spielte in der Umgebung von Hofgeismar auch das Geschlecht der Herren von Eberschütz (später „von Schöneberg“), die 1300 die Burg Trendelburg ohne Zustimmung des Paderborner Erzbistums auf dem linken Diemelufer errichtet hatten, was Konrad von Schöneberg veranlasste, Rückhalt bei dem damaligen Erzbischof von Mainz, Gerhard II. zu suchen, dem er 1303 seine Burgen Schöneberg und Trendelburg öffnete. Burg und Stadt Trendelburg werden in dieser Vereinbarung unter der Bezeichnung Trinderberg erstmals urkundlich erwähnt.
Nach einem Großbrand entstand in den Jahren ab 1443 die Burganlage in ihrer heutigen Form.
Stadtrechte erhielt Trendelburg im Jahre 1472. Noch bis zu dieser Zeit bestanden ständige Grenzstreitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz, dem Hochstift Paderborn und dem hessischen Landgrafen um diesen Teil des Diemeltals, die erst im Jahre 1597 bereinigt wurden.
Der Aufschwung des Städtchens, das zeitweilig auch hessischer Amtssitz war, wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder empfindlich gestört. Sowohl in den Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert als auch in den Siebenjährigen Krieg im 18. Jahrhundert war die Trendelburg als Wehranlage verwickelt.
Die Chronik berichtet von Überfällen, Brandschatzungen und Plünderungen in den Jahren 1631 und 1637. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Burg ab 1757 von französischen Truppen besetzt. Nach dem Krieg wurde die Burg wieder hergestellt und diente seither als Jagdschloss, Forstamt und schließlich Burghotel unkriegerischen Zwecken.
Literatur
- Hans-Adalbert von Stockhausen, Die Trendelburg, 1939
- Zur Stadtgeschichte von Trendelburg
Restaurant und Burghotel
Der Luftkurort Trendelburg an der "Deutschen Märchenstrasse" bietet Übernachtungsmöglichkeiten in vielen Qualitäten, unter anderem im Burghotel Trendelburg mit Restaurant, Rittersaal, Turmstube und alter Burgkapelle.
Trendelburger Märchen und Mythen
Märchen und Mythen aus vergangener Zeit ranken sich um manche historische Stätte in der Umgebung des Reinhardswalds. Der an die Stadt Trendelburg grenzende Reinhardswald zwischen Diemel und Weser ist für viele ein „Märchenwald“, den man schöner kaum träumen kann. Die Deutsche Märchenstraße folgt hier den Pfaden der Gebrüder Grimm und lässt in Trendelburg das Märchen von Rapunzel lebendig werden. Teil der Burganlage ist der Rapunzel-Turm, wo Rapunzel den Zopf für den Prinzen herabgelassen haben soll.
Namensgeberin der Burg ist allerdings in der Märchen- und Sagenwelt die Riesin „Trendula“, die nach der Sage von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern Saba und Brama stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen im übrigen von der nahegelegenen Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen. Mit etwas Phantasie sind noch heute die Spuren des Blitzes in der Nähe von Trendelburg zu sehen. Aber auch weniger phantasievolle Zeitgenossen empfinden den „Nassen Wolkenbruch“ zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld als durchaus beeindruckenden, allerdings nur schwer zugänglichen Trichter mit einem See in 45 m Tiefe, den der Besucher auf einem Pfad umrunden kann.