Burg Haldessen

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Die ehemalige Burg Haldessen stand im Mittelalter im Besitz des Erzbistums Mainz und lag nahe der Grebensteiner Landwehr zwischen Carlsdorf und Udenhausen. Sie war eine kleinere Gegenburg zur Burg Grebenstein hin, die im Besitz der hessischer Landgrafen war.

Zur weltlichen Macht der Mainzer Bischöfe gehörten seinerzeit auch Bereiche an Diemel und oberer Weser, so auch die nahegelegene Stadt Hofgeismar oder die bei der Stadt gelegene Schutzburg auf dem Schöneberg. An diese Zeit erinnert bis heute das "Mainzer Rad" im Wappen der Stadt Hofgeismar.

Die Burg Haldessen ist heute nicht mehr erhalten. Reste der Burg sollen noch Anfang des 19. Jahrhunderts erkennbar gewesen sein. An den Namen erinnern heute noch Flurbezeichnungen. Eine Linde steht am Standort der Burg, der durch Ausgrabungen im Jahre 1962 nachgewiesen werden konnte.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg Haldessen im Jahre 1303. Als Ritterbürger der mainzischen Stadt Hofgeismar standen damals etwa Dietrich von Haldessen und sein Sohn Stephan in den Diensten des Erzbistums Mainz.

Zu Kampfhandlungen kam es wiederholt mit den Gefolgsleuten des Landgrafen von Hessen, der mit seinen Stützpunkten Grebenstein und Immenhausen ebenfalls Ansprüche auf das Territorium im und am Reinhardswald anmeldete. Die Stadt Grebenstein war im Jahre 1311 als „noua municio“ Greuenstein entstanden. Der Besiedelung und Bebauung der Altstadt (Oberstadt) folgte damals die Bebauung der Neustadt zwischen Altstadt und Burg und eine starke Stadtbefestigung. Offenbar zogen auch vermehrt Bauern aus den umliegenden Dörfern wegen der andauernden Auseinandersetzungen um die nahegelegene Burg Haldessen in die Stadt Grebenstein. Auch die benachbarten Stadt Immenhausen wurde von Landgraf Heinrich I. in relativ kurzer Zeit ausgebaut, so dass nun beide Städte gegen die mainzischen Befestigungen in Calden, Haldessen und Hofgeismar standen.

Gerade um die Burg Haldessen haben sich im 14. Jahrhundert immer wieder erbitterte Kämpfe zwischen den Burgmannen aus Hofgeismar und denen aus Grebenstein und Immenhausen abgespielt. Im Jahre 1350 wurde die Burg Haldessen etwa in einer Fehde von den Truppen des hessischen Landgrafen belagert und kam in hessische Hand, 1365 wurde sie wieder an das Erzbistum zurück übertragen. In den Folgejahren gehörte die Burg abwechselnd zum mainzischem oder hessischen Herrschaftsbereich, bevor sie offenbar zu Beginn des 15. Jahrhunderts – inzwischen wieder im Besitz des hessischen Landgrafen – nicht mehr weiter bestand und abgetragen worden war.

Literatur

  • Dr. Kurt Günther, Die Burg Haldessen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1963, S. 69 ff.
  • Rudolf Knappe, Mittelalterliche Burgen in Hessen, Gudensberg-Gleichen 1995

Weblinks