Bunsenstraße (Korbach)

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Die Stadt Korbach ehrt Christian Carl Josias Freiherr von Bunsen, indem die Bunsenstraße nach ihm benannt ist.

Geschichte

Freiherr von Bunsen, nicht zu verwechseln mit dem Erfinder des Bunsenbrenners, war zu seiner Zeit (l791-l860) eine nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch im europäischen Ausland bekannte Persönlichkeit. Bunsen wurde 1791 unter dem Strohdach am Ascher in Korbach (heute Haus Weinreich, Ascher 10) geboren. Seine Eltern waren der Gerichtsschreiber und Fähnrich der Landwehr, Heinrich Christian Bunsen, und Johanette Eleonore. Die Familie Bunsen bezog 1794 das Haus Nummer 6 in der heutigen Bunsenstraße. Über dem Hauseingang befindet sich eine Gedenktafel mit der Inschrift In diesem Haus verlebte Christian Carl Josias Bunsen seine Jugendjahre bis zum Abgang auf die Universität. C. C. J. Bunsen besuchte von 1798 bis 1808 das in Nachbarschaft gelegene Gymnasium seiner Vaterstadt. Marburg war Bunsens erster Studienort. Dort befasste er sich mit Theologie. Ein Studium der Philosophie in Göttingen schloss sich an. In Holland studierte er Philologie, in Kopenhagen nordische Sprachen und orientalische Sprachen und Religionen in Paris. Bereits 1813 hatte er als 22-Jähriger die Ehrendoktorwürde der Universität Jena erhalten. Diese Würde verlieh ihm später auch die Universität Edinburgh. 1817 heiratete er in Rom die Engländerin Fanny Waddington. Dieser Ehe entstammen neun Kinder.

Die beruflichen Stationen Bunsens, der ein Freund seines Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen war: Sekretär des preußischen Gesandten Niebuhr in Rom (1818), Legationsrat (1822), Übernahme der Geschäfte des Preußischen Gesandten in Rom (1824), Preußischer Gesandter in Rom (1827-1838), Preußischer Gesandter in der Schweiz (1839), Preußischer Gesandter in London (1841). Abschied vom diplomatischen Dienst 1845. Seine Heimatstadt besuchte Bunsen zum letzten Mal 1845. Er stiftete seiner alten Schule einen großen Teil seiner Bibliothek und den Korbacher Grundbesitz seiner Eltern. Eine von Emil Wolff gefertigte Bronzebüste wird im Korbacher Museum aufbewahrt. Bunsen wurde 1858 von König Friedrich Wilhelm IV. geadelt und in den Freiherrnstand erhoben. Er starb 1860 in Bonn. Die 1893 nach Bunsen benannte, in der Innenstadt gelegene Straße beginnt Hinter dem Kloster und mündet im Süden in die Klosterstraße. Sie verläuft parallel zur Prof.-Bier-Straße, der früheren Berndorfer Straße.

Nicht der mit dem Bunsenbrenner Robert Wilhelm Bunsen (1811- 1899), Professor der Chemie in Kassel, Marburg, Breslau und Heidelberg, entwickelte den nach ihm benannten Bunsenbrenner, einen Gasbrenner, der in den chemischen Laboratorien als Flamme und Heizquelle Verwendung findet. Generationen von Schülern und Studenten sind im Chemieunterricht oder während ihres Studiums mit diesem Gerät in Berührung gekommen.

siehe auch

Weblinks und Quellen