Bundesgartenschau

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo auf Postkarte der Bundesgartenschau Kassel 1955 mit Sonderstempel.
Quelle:Günther Pöpperl

Die Stadt Kassel war in den Jahren 1955 und 1981 Schauplatz der Bundesgartenschau. Die Idee zur documenta entwickelte Arnold Bode, nachdem er von seinem Kollegen an der Werkakademie erfahren hatte, dass zur Bundesgartenschau 1955 eine Begleitausstellung für Kunst geplant werden könne.

1955

Als die Bundesgartenschau am 29. April 1955 in Kassel eröffnet wurde, waren tausende Menschen in Behelfsquartieren untergebracht, die Stadt glich noch immer einem Trümmerfeld. Doch mit der Bepflanzung zur Bundesgartenschau verwandelten sich die Trümmer in eine neue Parklandschaft.

Drei Millionen Menschen zog die Bundesgartenschau im Sommer 1955 in die Stadt. Große Attraktionen waren der Sessellift über dem Gelände und beleuchtete Wasserspiele.

Rund 5,5 Millionen Besucher wurden in der Zeit vom 30. April bis zum 18. Oktober 1955 gezählt.

1981

Bundesgartenschau 1981 Sonderstempel mit Briefmarke
Gustav Heinemann
Bundespräsident 1969 bis 1974
Ende Juni 1981 kam Loki Schmidt, die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, zur Bundesgartenschau nach Kassel. Bei ihrem Besuch in Kassel wurde sie (Mitte) begleitet von (vorn, von links) Carola Börner, Elfriede Wurbs, Buga-Geschäftsführer Hans-Jürgen Taurit und Buga-Pressesprecher Hans-Jochem Weikert. Foto: HNA-Archiv

1981 regnete es beim Rundgang zur Eröffnung der Kasseler Bundesgartenschau am 30. April 1981. Karl Carstens kam mit grünem Lodenmantel und Wanderhut. Freundlich grüßte er in die Menge und schwenkte den Hut.

Am Eröffnungswochenende kamen 70.000 Besucher. Dabei waren die neuen Wege durch die Karlsaue teilweise kaum nutzbar. Der sogenannte Teutokies hielt nicht, was die Hersteller versprachen. Gerade bei Regen sollte der Belag eine feste, elastische Oberfläche entwickeln. Stattdessen hing der knöcheltiefe Matsch bei vielen Besuchern an den Schuhen fest.

Trotz dieser Startschwierigkeiten sollte die zweite Bundesgartenschau in Kassel zu einer Veranstaltung der Superlative werden. 5,5 Millionen Besucher sorgten zum ersten Mal in der Geschichte der Gartenschauen dafür, dass der Etat nicht überschritten wurde.

Bis heute wirkt diese Gartenschau nach. Mit dem Bugasee entstand damals ein Freizeitgelände mit Badeseen und Vogelreservaten. Das Konzept Naherholungsgebiete in der Stadt zu schaffen, war so überzeugend, dass es auch vier Jahre später in Berlin übernommen wurde. An die Kasseler Besucherzahlen kam die Millionenstadt mit 5,2 Millionen Gartenfreunden allerdings nicht ganz heran.

Von der Erneuerung der Treppenstraße über die Erschließung der ehemaligen Kiesabbaugebiete an der Fulda bis zum Neubau der Schwimmbad- und Gärtnerplatzbrücke brachte die Gartenschau 1981 zahlreiche Impulse für die Kasseler Stadtentwicklung.

Stand die Schau 1955 noch ganz im Zeichen des Wiederaufbaus, so sollte diesmal der Zugang zur Fulda von den östlichen Stadtteilen aus ganz neu geschaffen werden.

Kritik an der Bundesgartenschau von 1981

Kritik gab es im Vorfeld an der Umgestaltung des Bowlinggreens vor der Orangerie. Hier wurden mit schweren Maschinen große Blumenbeete angelegt. Was die Gärtner nicht wussten: Unter dem Grün befand sich ein ausgeklügeltes Drainagesystem. Zwei Jahrhunderte hatten Schilfrohr und feine Kanäle für die Entwässerung gesorgt. Jetzt schwammen die frisch gepflanzten Blumen in einem See, das Wasser musste mühsam abgepumpt werden.

siehe auch

Weblinks und Quellen