Breuna

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Breuna
Breuna-Kirche1.jpg
Kirche in Breuna
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 292 m
Fläche: 40,47 qkm
Einwohner: 3.602 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34479
Vorwahl: 05693
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Volkmarser Str. 3
34479 Breuna
Website: www.breuna.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Henkelmann (SPD)

Breuna ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen am Naturpark Habichtswald.

Die Gemeinde besteht aus den ehemals selbständigen Orten Breuna, Niederlistingen, Oberlistingen, Rhöda und Wettesingen.

Breuna ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und Fremdenverkehrsgemeinde.

Geografie

Lage

Die weitläufige, bewaldete Hügellandschaft bei dem Ort gehört zu einem Großteil zum Naturpark Habichtswald.

Das Gemeindegebiet liegt etwa 30 km nordwestlich von Kassel entfernt und nahe der Bundesautobahn A 44. Es grenzt im Osten an die Nachbarstadt Warburg (bereits in Nordrhein-Westfalen), an die hessischen Nachbarstädte und - gemeinden Liebenau im Norden, Calden und Zierenberg im Osten, Wolfhagen im Süden und Volkmarsen (bereits im Landkreis Waldeck-Frankenberg) im Westen.

Ortsteile

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breuna, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen zusammen; schon zuvor bildeten Breuna und der Ortsteil Rhöda eine Verwaltungsgemeinschaft. Es entstand ein 40,47 qkm großes Gemeindegebiet.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Über Jahrthunderte hinweg haben im Raum der heutigen Gemeinde Breuna die Landgrafen von Thüringen, das Bistum Paderborn, die Erzbistümer Mainz und Köln, das Kloster Corvey, das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und als Lehensträger verschiedene höhere und niedere Adelige um die Erhaltung und Ausbreitung ihrer Interessen und Ansprüche gerungen.

Zu den ältesten Dörfern im heutigen Landkreis Kassel gehört der Breunaer Ortsteil Wettesingen, der bereits im Jahre 2000 sein 1150-jähriges Jubiläum feierte.

Jüngeren Datums ist Breuna selbst, das im Jahre 2007 auf eine 750-jährige Geschichte zurück blickte.

Vor etwa 750 Jahren haben die Erstsiedler in Breuna ihren Wohnplatz vom Hiddeser Feld an die Tränkequelle verlegt und den Wald für das benötigte Ackerland gerodet. Jedenfalls wurde der Ort erstmals in einer Urkunde der Herren von Itter aus dem Jahr 1257 genannt, ebenso die mitten im Ort errichtete evangelische Kirche, die seither vielfach umgebaut wurde.

Erhalten geblieben ist der Kirche der romanische Taufstein, Gewölbejoche aus dem 15. Jahrhundert und ein Epitaph für Eckbrecht von der Malsburg aus dem Beginn des 17. Jahrhundert.

Auch im Ortsteil Oberlistingen wurde bereits im Mittelalter eine Kirche erwähnt, von der heute noch der Wehrturm erhalten ist.

Jüngeren Datums - aus dem Jahre 1821 - ist die klassizistische Saalkirche im Ortsteil Niederlistingen.

Kirchturm im Ortsteil Wettesingen

Ab dem 15. Jahrhundert kam Breuna zuerst als kölnisches, dann als landgräfliches (hessisches) Lehen an die Calenberger, die es 1457 an Heinrich von Gudensberg verkauften. Ab dem Jahre 1541 belehnte der Landgraf von Hessen die Herren von der Malsburg mit Breuna, von denen das lehen bis 1824 inne gehalten wurde.

Sowohl unter dem Dreißigjährigen Krieg(1618-1648) als auch unter dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) hat das Wolfhager Land sehr gelitten.

Im frühen 19. Jahrhundert, zur Zeit von Napoleon Bonaparte, war auch der nordhessische Raum ein Teil des Königreichs Westphalen, dessen König Jerome Bonaparte in Kassel residierte. Diese Zeit war zwar auf der einen Seite von "Fremdherrschaft" gekennzeichnet, andererseits aber auch von Religions-, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit, schwindenden Vorrechten des Adels und der Geistlichkeit sowie tiefgreifenden gesetzlichen Änderungen. Hohe Abgaben- und Steuerlasten als Folge der napoleonischen Feldzüge führten allerdings auch zu einem zunehmenden Druck auf die Bevölkerung, was sich in Aufständen, in Hessen insbesondere im Dörnbergschen Aufstand von 1809, niederschlug. Die Schlacht zu Leipzig 1813 wendete zudem das Blatt für Preußen und die deutschen Fürsten. Kurfürst Wilhelm I. konnte wieder nach Kurhessen zurückkehren und nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) war man auch in Kurhessen dabei, die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder herzustellen.

Nach der Auflösung des alten Amtes Zierenberg gehörte Breuna ab 1821 zum Justizamt Volkmarsen und über 150 Jahre zum alten Kreis Wolfhagen.

In der Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Breuna neben einigen Beschäftigungsmöglichkeiten im heimischen Handwerk, Arbeitsplätze vorwiegend in der Landwirtschaft, wobei viele "kleine Leute" als Tagelöhner bei Bauern beschäftigt waren.

Kath. Kirche "Herz Jesu" im Ortsteil Wettesingen

Die Verkehrsanbindung verbesserte sich deutlich mit der Verlegung einer Bahntrasse zum Ende des 19. Jahrhunderts. Von Oberelsungen - heute ein Stadtteil von Zierenberg - führte die Eisenbahnlinie nach Kassel, wo auch mancher Tagelöhner aus Breuna eine Arbeitsstelle in einer Fabrik - etwa bei Henschel - fand.

Eine zentrale Wasserleitung und einen Stromanschluss erhielt Breuna erst im Ersten Weltkrieg.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breuna, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen zusammen; schon zuvor bildeten Breuna und der Ortsteil Rhöda eine Verwaltungsgemeinschaft.

Aus den ehemaligen Kreisen Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen entstand der heutige Landkreis Kassel.

siehe auch: Informationen zur Geschichte von Breuna und seinen Ortsteilen

Dorferneuerung

Über neun Jahre hinweg bis 2012 lief die Dorferneuerung in Breuna. Jeweils rund 1,3 Millionen Euro Dorferneuerungsmittel sind in öffentliche und private Maßnahmen geflossen.

Der Ort hat davon sichtbar profitiert: die neue Spiel- und Freizeitfläche an der Märchenlandtherme erfreut sich großer Beliebtheit, hinter dem Rathaus ist ein Dorfgarten entstanden, die alte Schule glänzt als erneuertes Gemeindehaus der evangelischen Kirche, und historisch Interessierte sind eingeladen zu einem Dorfspaziergang entlang informativer Tafeln zur Dorfgeschichte.

Die Infrastruktur Breunas kann sich sehen lassen. Die Grundversorgung ist in allen Bereichen gesichert: für den Einkauf und Geldgeschäfte, bei Sozial- und Sporteinrichtungen ebenso wie im medizinischen Bereich.

Jüdische Gemeinde

In Breuna bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. An Einrichtungen bestanden eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte innerhalb des damaligen Kreises Wolfhagen zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.

Der jüdische Friedhof in Breuna war mit einer Fläche von 48,82 ar einer der größten im Landkreis Kassel und wurde spätestens im 18. Jahrhundert angelegt. Die lesbaren Datierungen reichen von 1805 (Grab von Lehmann Goldschmidt) bis 1934/1935 (1934: Beisetzung von Baruch Hamberg, der fast 50 Jahre Gemeindevorsteher war und 1935: Grab von Moses Eichholz).

Bereits im August 1938 wurde die Synagoge von der jüdischen Gemeinde verkauft. Dennoch ist das Gebäude beim Novemberpogrom 1938 durch SA-Leute angezündet worden, wodurch die Inneneinrichtung und das Dach vernichtet wurden. Im November 1988 wurde eine Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge angebracht.

siehe dazu auch:

Kirchen

Die Kirche im Ortsteil Niederlistingen

Kunst und Kultur

  • In der Breunaer Kulturscheune sind die Sterntaler zu sehen – eine Skulptur des Österreicher Künstlers Prof. Robert Colnago, der die Decke der Kulturscheune mit einem Sternenhimmel geschmückt hat.
  • Und vor der Kulturscheune berichtet eine Sagentafel vom „Glockendiebstahl“ durch die französische Soldaten im Siebenjährigen Krieg.

Literatur

  • August Hartmann, Einnerungen an die "gute, alte Zeit" in Breuna, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2006, S. 76 ff.
  • August Hartmann, Breunaer Lehmsteinmacher - Arbeiten auf Bestellung, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 79 ff.
  • An das Schicksal ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Breuna erinnert der Beitrag von Helmut Deuermeier, Dem Vergessen entreißen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 81 ff.
  • Thomas Wischnat, "eine Kapelle zu Ehren der seeligen Margaretha" - Geschichte der Breunaer Kirche 1257 - 2007
  • Reiseführer: Gastliches Waldecker- und Frankenberger Land, Bautz-Verlag 2008

Märchenlandtherme

Märchenlandtherme Breuna

Die erst vor wenigen Jahren von Grund auf modernisierte Märchenlandtherme ist der Stolz der Gemeinde Breuna.

Seit Einführung eines umfassenden Wellness-Angebots haben sich die Besucherzahlen drastisch erhöht.

Noch wichtiger: Kinder aus fünf Grundschulen erlernen hier das Schwimmen. Denn nur in Breuna und in Bad Emstal besteht im Altkreis Wolfhagen überhaupt noch die Möglichkeit zum überdachten Schwimmen.

33.589 Besucher wurden vergangenes Jahr in der Märchenlandtherme gezählt, zusätzlich 5849 junge Nutzer beim Schulschwimmen und 1841 Mitglieder des DLRG-Ortsvereins Breuna beim Vereinsschwimmen.

Partnerschaften

Breuna unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Breuna ist Klaus-Dieter Henkelmann.

Gemeindevertretung

Ergebnis der Kommunalwahl 27.03.2011 % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,2 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 67,8 16


Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Wahlkreise

Bundestag

Sehenswürdigkeiten

An der Kirche im Ortsteil Oberlistingen

Sehenswürdigkeiten am Ort

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Streuobstpfad der 1000 Bäume

Zwischen Niederlistingen und Niedermeiser bilden rund 1000 Obstbäume einen imposanten Streuobstbestand, vor allem mit Apfel-, aber auch Zwetschgen- und Kirschbäumen.

Tradition

  • Kirmes in Breuna
  • Tränkenfest (immer 4 Wochen nach der Breunaer Kirmes)

Verkehrsanbindung

Breuna ist heute durch die nahegelegene Autobahn (2 km von der BAB A 44 Kassel-Dortmund entfernt) und die Bundesstraße B 7 gut an das überörtliche Straßennetz angebunden.

Bis zur Großstadt Kassel sind es etwa 30 km, bis zum Flughafen Kassel-Calden etwa 15 km.

Der nächstgelegene größere Bahnhof befindet sich in der etwa 10 km entfernten Stadt Warburg.

Vereinsleben

Von den 22 Vereinen mit insgesamt 2400 Mitgliedern sind 15 ausschließlich auf Breuna bezogen, die anderen von gemeindeweiter oder überörtlicher Bedeutung. Größter Verein ist der TSV Breuna. Für Breiten- und Leistungssportler stehen ein Sportplatz, ein Lauf- und Walkpark, Tennisplätze, ein Reitplatz, die Märchenlandtherme, ein Schützenhaus und die Schulturnhalle zur Verfügung.

Wandern und Laufen

Wanderweg rund um den Steiger

Eco-Pfad

Lauf- und Walkpark Breuna

Der Lauf- und Walkpark (am Sportplatz des TSV Breuna) bietet Strecken von 5,2 bis 21,1 km.

Habichtswaldsteig

Märchenlandweg

Wandertipp: Um den Steiger

Vom Start bis zum Ziel:

Anreise: Pkw über die B 7 bis Niederlistingen, links ab Richtung Autobahn bis Oberlistingen, hier rechts ab nach Wettesingen.

Rückreise: wie Anreise.

Einkehr: Wettesingen

Markierung: Im Text beschrieben. Topografische Karte des Landesvermessungsamtes Hessen 1:50 000 Habichtswald und Warburg, Landesvermessungsamt Nordrhein/Westfalen. Etwa 17 km, 250 Meter Steigung.

Wissenwertes an der Strecke:

  1. Eulenturm: Rest einer Landwehr um die Stadt Warburg.
  2. Calenberg: 13. Jahrhundert Burg zum Schutz der Handelsstraße und der Furth durch die Diemel. Seit 1868 im Besitz der Familie Schuchard. Diese baute sie um als Schloss und errichtete das Vorwerk Neu Calenberg.
  3. Hoher Steiger: Lang gezogener, bewaldeter Bergrücken zwischen dem Twistetal und der Autobahn A 44, 322 Meter hoch.

Weitere Informationen:
Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax 05 61-87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.

Wussten Sie schon ...

Friedhof Breuna
(Foto: D. Binienda-Beer)

... dass im Mauerwerk der Ostseite der Breunaer Friedhofskapelle ein Sandstein mit der Inschrift zu finden ist: „Im Jahr der Pestilenz 1597 sind auf diesem Gohtsacker 375 Persohnen begraben worden“ ?

Helmut Deuermeier, Breuna

... dass in der Breunaer Kulturscheune ein Relief aus Lindenholz zu sehen ist, geschaffen von dem Bildhauer Helmut Deuermeier, das Breunas größten Sohn Matthias Weete (Pfarrer und Astronom) zeigt?

... dass Pfarrer Matthias Weete in seinen Aufzeichnungen berichtete: „Dass 1706 in Breuna keine Konfirmation gehalten wurde, weil die Eltern wegen des Lesestreites, den die Gemeinde mit dem Schulmeister und gegen mich, den Pfarrer, so boshaftig angefangen und beim Fürstlichen Consistorium getrieben - auch die Kinder nicht dem Schulmeister zu geführte - sich keiner Ordnung unterwürfig zu machen, so dahin leben?“ Weiter heißt es: „Warlich aber leyder! Ein erbärmlicher Zustand!“

Helmut Deuermeier, Breuna

... dass die bei Henschel in Kassel arbeitenden „Henschelaner“ aus Breuna 1928 eine Genossenschaft gründeten, einen Omnibus kauften und den Busfahrer ausbilden ließen, um die Pendler zwischen Wohn- und Arbeitsplatz zu befördern? Der erste Fahrer, August Döring, starb 1929 in Ausübung seines Dienstes. Heinrich Schäfer trat an seine Stelle. Als im Gefolge der Weltwirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit zunahm, übernahm 1933 die Deutsche Reichspost Bus und Fahrer. Die Post hatte das Beförderungsmonopol, die Genossenschaft wurde aufgelöst.

Helmut Deuermeier, Breuna

  • ...dass die Geschichte der Familie Rumpf laut Ahnenforschung in Rhoden und Breuna im Jahr 1470 in Rhoden begann? Die Familiengeschichte endete im 18. Jahrhundert, als der Urahne nach Holland auswanderte. (aus den Daten der Familie Rumpf, Rhoden - Breuna)

Heinrich Friele, Rhoden

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 22.7.2010: Sandstein aufs Dach

Weblinks





Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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