Braunüle

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Die Braunüle ist eine Form des Katheters. Sie ist benannt nach der Herstellerfirma B. Braun, die ihren Sitz im Schwalm-Eder-Kreis in Melsungen hat. Dieser spezielle Venenkatheter hat einer ganzen Gattung medizinischen Werkzeugs einen Namen gegeben. Seit der Markteinführung 1962 wurde die Braunüle zum Verkaufsschlager.

Geschichte

1962 brachte B. Braun die erste einteilige Kunststoffkanüle der Welt auf den Markt. Ein Prospekt aus dieser Zeit beschreibt die Braunüle als „flexible, reizlose Venenverweilkanüle zur einmaligen Verwendung.“ Ein Wegwerfprodukt als medizinische Pionierleistung, die Dr. Bernd Braun (1906 - 1962) mit Mitarbeitern entwickelt hat.

1975 erhielt die Braunüle V (heute als Vasofix bezeichn) einen Zuspritzport, über den weitere Medikamente zur laufenden Infusion gespritzt werden können. Ein bis heute vorherrschendes Design. 1979 folgte ein weiterer Meilenstein: Das Material der Hohlspitze wurde aus Gründen der Sicherheit mit Röntgen-Kontraststreifen versehen. Bricht ein Stück im Patienten ab, kann es so leichter geortet und entfernt werden.

Seit 2003 schützt die Vasofix „Safety“ Sicherheitskanüle zudem die Anwender: Wird die Kanüle nach dem Einstich aus dem Katheter gezogen, schließt sich eine Sicherheitskappe um die Spitze, um Verletzungen vorzubeugen.

Entstehungsgrund

Vor Jahrzehnten war die Behandlung von Patienten mithilfe von Infusionen noch eine gefährliche Angelegenheit. Der in die Vene des Patienten eingeführte Katheter war aus Metall und damit starr – bewegte sich der Patient, konnte dies durch die scharfkantige Spitze zu inneren Verletzungen führen.

Ein weiterer Nachteil der Metallzugänge: Durch die hohen Anschaffungskosten wurden sie nach der Behandlung nicht entsorgt, sondern gereinigt und wiederverwendet. Dadurch bestand ein ernstzunehmendes Infektionsrisiko.

siehe auch

Weblinks und Quellen