Bratwurstkirmes

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„De Bratwirschte“, also "die Bratwürste", werden die Niederzwehrener in Kassel genannt.

Die Niederzwehrener Metzger hatten den Ruf, besonders leckere Bratwürste zuzubereiten, die in den zahlreichen Wirtshäusern an der Frankfurter Straße serviert wurden. Hier kehrten die Fuhrleute, bevor sie Kassel Richtung Süden verließen, gerne ein. Auf ihren weiteren Wegen verbreiteten sie die Kunde von den feinen Zwehrener „Bratwirschten“. Außerdem soll an der Dennhäuser Straße, dort, wo die Straßenbahn endete, ein Wirtshaus gestanden haben, in dem es nur Bratwürste zu essen gab.

Dem Vernehmen nach verdanken die Bewohner des Ortes dieser Geschichte ihren Spitznamen. Den haben sie an ihr Heimatfest weiter gegeben, als Niederzwehren noch ein eigenständiges Dorf war.

Die Tradition der Bratwurstkirmes reicht in die Zeit vor der Eingemeindung im Jahr 1936 zurück. Damals war Niederzwehren noch ein eigenständiges Dorf. Nach dem Krieg blieb das Volksfest viele Jahre vergessen. Erst im Jahr 1996 wurde es wiederbelebt Heute zählt die Bratwurstkirmes neben dem Zissel, der Wehlheider Kirmes und der Waldauer Entenkirmes zu den bekanntesten Veranstaltungen in Kassel.

Symbolfigur der Bratwurstkirmes ist der Kirmesbär. Auftakt zur Kirmes ist das Ausgraben der Bommi-Buddel (Bommerlunder-Flasche) durch Kirmesvater und Kirmesbär am Donnerstag-Abend. Das Fest endet nach vier Tagen am Montagabend. Rund um den Kirmessonntag sind in Niederzwehren viele Geschäfte geöffnet.

Laut einer Aussage von Ilona Schlichting, Vorsitzende des Kirmesvereins, könnte die Bratwurstkirmes in 2011 die letzte unter diesem Namen gewesen sein. Es wird im Verein darüber nach´gedacht, künftig den Märchencharakter des Stadtteils und nicht mehr die Bedeutung der Bratwurst in den Vordergrund zu stellen.

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