Bramwald

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Landschaft bei Bühren - am Bramwald

Der Bramwald ist ein bis 408 m hoher Mittelgebirgszug in Südniedersachsen. Er gehört geografisch zum Weserbergland und liegt westlich von Göttingen sowie nördlich der Stadt Hann. Münden.

Westlich des Bramwalds verläuft die Weser.

Am gegenüberliegenden Flußufer schließt sich im Westen der bereits in Nordhessen gelegene Reinhardswald an.

Bäche und Landschaft

Eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zählt zu den großen Reichtümern der Region.

Landschaft am Bramwald

Darin ist der Bramwald ein prägender Höhenzug, der von Feldern und Wiesen mit Bachläufen und kleinen Dörfern umgeben ist. Diese Landschaft mit dem Bramwald bis hin zur Schede wird durch eine schräg nach osten abfallende Buntsandstein-Gebirgscholle der Sollingfolge geprägt. Die Buntsandsteinplatte ist durch Basaltaustritte unterbrochen. Dazu kommen vom Basalt eingeschlossene tertiäre Sande.

Als größtes geschlossenes Waldgebiet im Landkreis Göttingen prägt der Bramwald das Mittelgebirge zwischen Weser und Leine. Einzigartig hierbei ist die Verbindung Landschaft, Kultur und Geschichte, was letztlich 1959 zur Gründung des Naturparks Münden führte.

Auf einer Fläche von rund 8.500 ha erstreckt sich der großartige Naturraum von der Stadt Hannoversch Münden über 20 km nach Norden und bildet den östlichen Hang der Oberweser.

Im Bramwald
Bramwald - Mündung der Quarmke in die Nieme

Er ist zwischen zwei und sechs km breit, und steigt in beachtlichen Steilhängen aus dem Wesertal 105 m ü. NN bis hinauf zur höchsten Erhebung, dem Totenberg, auf 408 m ü. NN an. Der Wald selbst ist geschlossen und enthält keine Siedlungen.

Dieser Mittelgebirgszug mit seinem landschaftsprägenden Buchenwald liefert den wertvollen Rohstoff Holz, der in seinen besten Qualitäten inzwischen bis nach Ostasien und Amerika exportiert wird.

Die Nieme, das Steimketal und der Naturwald Totenberg bilden das Herzstück des Bramwaldes. Dieser Bereich kann als Naturerlebnisraum bezeichnet werden, denn er bietet dem Natur- und Artenschutz beste Bedingungen.

Das Nieme-Bachsystems ist geprägt von Bach-Erlen-Auenwäldern und artenreichen Wiesentälern.

Aus einem Quelltopf südlich von Bühren entspringt die Schede. Dieser 12 km lange Mittelgebirgsbach bildet an seinem Oberlauf in der Rötsenke die Landschaftsgrenze zwischen der Buntsandsteinplatte des Bramwaldes und den Muschelkalkhängen der Dransfelder Hochfläche.

Das "Naturschutzgebiet Totenberg" mit seinem über 160-jährigen Buchenbestand umfasst eine Fläche von ca. 420 ha. Davon dürfen 343 ha „Naturnaher Wald“ unter Auflagen bewirtschaftet werden. 90 ha des Kernbereiches sind zum „Naturwald“ erklärt. Dieser Bereich ist durch Schilder gekennzeichnet, das Betreten ist streng verboten. Hier gilt ein generelles Nutzungsverbot, denn es soll sich auf dieser Fläche ungestört eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt in Richtung auf einen Urwald entwickeln können.

Die vielfältige Bestandsstruktur des Bramwaldes, das Nebeneinander von kleinen und großen Beständen unterschiedlichsten Alters sowie die eingebetteten Wiesentäler bieten einer artenreichen Tierwelt den Lebensraum. Neben den typischen Waldbewohnern sind auch seltene wie der Eisvogel, Kolkrabe, Wanderfalke, Uhu, Schwarzstorch, Weißstorch (im Wesertal bei Vaake) und die Wildkatze zu beobachten.

Seinen rund 120 z.T. ergiebigen Quellen entspringt ein sehr weiches Trinkwasser, welches durch zahlreiche Tiefenbohrungen im Bramwald die Stadt Hann. Münden, sowie die Samtgemeinde Dransfeld mit hochwertigem Trinkwasser versorgt.

Höchste Erhebungen

Zu den höchsten Erhebungen des Bramwalds gehören (ohne die Berge des Kiffings):

Sehenswürdigkeiten

Schutzhütte im Bramwald
  • Der Bramwald ist nicht nur ein ökologisch wertvoller Naturraum, sondern auch eine idyllische und hochinteressante Kulturlandschaft, die zum Wandern, Beobachten und Bestaunen einlädt. So finden sich hier neben den vielfältige Spuren der jahrhundertelangen Nutzung Kulturlandschaftelemente und kleinstrukturierte Industriestandorte, wie Steinschmieden, Köhlerplatten, Waldglashütten, Eisenhämmer, Bergbaupingen, Sand- und Tongruben, Wüstungen, Schanzen und Burganlagen, Eichenkämpe und Hügelgräber. Einige Eichen- Hutewaldbestände erinnern an die Zeiten der Waldweide und geben einen interessanten Einblick in die ursprüngliche Flora und Fauna der Bramwaldhochfläche.
  • Der "Lange Soll" auf dem 312 m hohen Spiekersberg (südöstlich von Oedelsheim) ist ein Teil der hessisch-niedersächsischen Grenze und noch durch einige alte Grenzsteine an der ehemaligen Grenze zwischen dem Kurfürstentum Hessen ("KFH") und dem Königreich Hannover ("KH") markiert.

siehe auch

Wandern

Rund- und Fernwanderwege

Wegweiser im Bramwald
Bühren - Steinschmiede am Voßküppel

Ein umfangreiches Forstwegenetz mit z. T. ausgewiesenen Rund- und Fernwanderwegen (X4 Frau Hollepfad) sowie einigen Waldparkplätzen erschließen das Gebiet für Wanderer, die hier ein „Paradies“ der Stille und Erholung vorfinden, um abseits vom Alltagsstress und in Muße die Kulturlandschaft des Bramwaldes zu durchstreifen.

Wandern in dieser idealen Höhenlage kann zur Gesundung von Körper, Geist und Seele beitragen, wobei die Ausblicke an seinem Ostrand auf Meißner, Solling und Brocken und von den Westhängen in das Wesertal zum Verweilen einladen und zu einem beeindruckenden Naturerlebnis werden.

Steinschmiede am Voßküppel

Aus dem Quarzitgestein, das 800m nördlich des Dorfes Bühren auf dem Voßküppel zu Tage tritt, fertigten vor mehr als 10000 Jahren Rentierjäger ihre Waffen und Werkzeuge.

Heute bildet der Voßküppel ein beliebtes Wanderziel in der Kulturlandschaft des Bramwaldes:

  • Geotop Sandgrube
  • Geotop Basaltwand

Vielfältig und abwechselungsreich zeigt sich die Landschaft, die mit ihren Reichtümern den Ort Bühren umschließt.

Georg Hoffmann, Ortsheimatpfleger der Gemeinde Bühren

Weblinks