Brüder-Grimm-Platz

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Brüder-Grimm-Platz

Der Brüder-Grimm-Platz (ehemals: Weißensteiner Platz), im Stadtzentrum gelegen, ist "Nahtstelle" zwischen Wilhelmshöher Allee und Oberer Königsstraße.

Der Brüder-Grimm-Platz wechselte häufiger seinen Namen. Hieß er anfangs noch Weißensteiner Platz, nach dem Vorgängerbau des heutigen Schlosses Wilhelmshöhe, wurde er nach dem Schlossneubau in Wilhelmshöher Platz umgetauft. Zur Gründerzeit findet man auch die Bezeichnung Rondel-Platz. Im Dritten Reich trug er den Namen Adolf-Hitler-Platz.

Die Wilhelmshöher Allee zerschneidet den Platz in einen nördlichen und einen südlichen Teil.

Links und rechts der Wilhelmshöher Allee befinden sich die zwei Torhäuser des ehemals geplanten "Wilhelmshöher Tores", angrenzend die Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs (im Bild ganz rechts).

Am südlichen Teil des Platzes befindet sich das markante Gebäude des Hessischen Landesmuseums (Bildmitte).

Erst seit dem Zweiten Weltkrieg heißt der Platz "Brüder-Grimm-Platz", weil die Gebrüder Grimm hier, im nördlichen (auf dem Bild im rechten) Torhaus, heute Teil des Verwaltungsgerichts , von 1814 bis 1822 lebten.

Eine zierliche Bronzeskulptur der Gebrüder Grimm ziert den nördlichen Teil des Platzes, der regelmäßig mit Blumenbeeten ausgestaltet wird. Ein Beet auf der südlichen Seite des Platzes stellt das Kasseler Stadtwappen dar (Bildmitte des oberen Bildes).

Zur Zeit steht auf dem Platz das "Ich-Denkmal".

Geschichte

1776 wurde außerhalb der Zollmauer am Weißensteiner Tor der damals kreisrunde "Weißensteiner Platz" angelegt, an jener Stelle wo die Allee auf die damalige Stadtgrenze traf. 1799 wurde von Simon Louis du Ry das erste Haus (das Kopp'sche Haus) errichtet.

1805 erteilte Kurfürst Wilhelm I. seinem Oberbaudirektor Heinrich Christoph Jussow den Auftrag, eine repräsentative geschlossene Randbebauung zu planen. Im selben Jahr begannen die Arbeiten für eine sechseckige Randbebauung mit den beiden Seitenflügeln des Wilhelmshöher Tores. Durch die Absetzung des Kurfürsts und Errichtung des Königreichs Westphalen stagnierten die Bauarbeiten 1806 für kurze Zeit.

Bis auf das Wilhelmshöher Tor wurden die Arbeiten auch in französischer Zeit fortgeführt, aber eine geschlossene Randbebauung entstand nie. In französischer Zeit, d. h. zur Zeit des Königreichs Westphalen, entstand etwa das klassizistische Haus Nr. 4, in dem später die erste Kasseler Tapetenfabrik eingerichtet wurde und wo sich einst Kassels kulturelle Elite im Haus der Familie Arnold traf, darunter Karl Friedrich Schinkel, Robert Wilhelm Bunsen, Louis Spohr oder Adolph Menzel.

Der Platz galt lange als eine der ersten Adressen in Kassel, hier lebten emanzipiertes Großbürgertum und der kurhessische Hof Tür an Tür. Das Fürstenhaus brannte im Weltkrieg aus und wurde durch den Neubau des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs ersetzt.

Auf der Mitte des damals runden Platzes stand von 1898 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Obelisk, der an die Reichsgründung von 1871 erinnerte. Am 10. Mai 1898 wurde das Denkmal auf dem damaligen Wilhelmshöher Platz in Kassel eingeweiht. Der 13 Meter hohe Sandsteinobelisk mit einer Figurengruppe von Carl Begas d. J. wurde 1892 von den Kasseler Unternehmern, den Brüdern Heinrich und Johannes Wimmel gestiftet. 1965 wurde er hinter das Landesmuseum gestellt.

siehe auch

Weblinks