Borken (Hessen)

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Borken
Wasserturm-Borken.JPG
Weithin sichtbares Wahrzeichen:
Der Borkener Wasserturm
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 12.721 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34582
Vorwahlen: 05682, 06693
Kfz-Kennzeichen: HR + FZ
Stadtverwaltung: Am Rathaus 7
34582 Borken
Website: www.borken-hessen.de
Bürgermeister: Marcel Pritsch-Rehm (FWG)

Borken ist eine nordhessische Mittelstadt[1] im Schwalm-Eder-Kreis.

Borkener Stadtteile

Zu Borken gehören neben der Kernstadt 14 weitere Stadtteile: Arnsbach, Dillich, Freudenthal, Gombeth, Großenenglis, Haarhausen, Kerstenhausen, Kleinenglis, Lendorf, Nassenerfurth, Pfaffenhausen, Singlis, Stolzenbach und Trockenerfurth.

Borkener Braunkohle und das Kraftwerk

Die Atomkraft und das Borkener Kraftwerk

Anfang der 80iger Jahre sollte in Borken (Hessen) ein Atomkraftwerk errichtet werden. Bürger engagierten sich in Initiativen und protestierten gegen den Atomwahnsinn. Das Atomkraftwerk wurde nicht gebaut. Aufnahmen von den stattgefunden Protesten gibt es beiYou Tube zu sehen.

Der Film "Deutschland im Winter" ist eine Zusammenfassung des digitalisierten Materials. Der Amateurfilm zeigt Interviews, Redebeiträge und Ausschnitte von Demonstrationen aus den Jahren 1980 und 1981.

Hier die Links zu den digitalisierten Super 8-Filmen aus 1980 und 1981:

Deutschland im Winter - Kein AKW in Borken!

Atomstreit auf nordhessisch am 1.MAi 1980

Aktionstag in Borken 1980

Der Braunkohlenbergbau und das Borkener Kraftwerk

Vom Bergbau ist in der Landschaft um Borken - außer schönen Seen und den unter Denkmalschutz stehenden Resten des Kraftwerks - kaum noch etwas zu sehen. Aber die in Borken vorhandene starke Bergbauverbundenheit ließ ein sehr schönes und informatives Braunkohlebergbaumuseum entstehen, noch dazu in einem historischen und prächtigen Fachwerkhaus, dem "Alten Amtsgericht". Zum Museum gehört aber auch ein Freigelände, der so genannte "Themenpark" mit Elektro-Zügen und Großbaggern und einem "Minikraftwerk".

Auch ein so genannter "Bergbaurundwanderweg" mit Fragmenten der ehemaligen Großgeräte wurde erstellt und wird gepflegt. In Borken selbst stehen an wichtigen Stellen von einem renommierten Künstler geschaffene "Plastiken" aus Bergbau- und Kraftwerksmaterialien und auch Werkzeugen. Diese sind typisch für die einzelnen dort notwendigen Berufe und Tätigkeiten ausgestaltet und sollen auf die traditionsreiche Vergangenheit hinweisen.

Auch die Traditionen werden von den ehemaligen Bergleuten im "Bergmannschor" und dem "Bergmannsverein" gepflegt; ebenso sind auch die "ehemaligen Kraftwerker" stolz auf ihre Vergangenheit und veranstalten regelmäßig und auf Wunsch Vorführungen im "Kraftwerk in Kleinformat" mit fast realer Ausgestaltung auf dem Freigelände.

Kasseler Kraftwerk war eng mit dem Borkener Werk vernetzt

Eisenbahner und auch südliche Bahnnutzer werden Borken kennen, Ältere sich sicher auch an den Bergbau und das stattliche Braunkohlekraftwerk erinnern, aber ansonsten ist aus der Sicht der Großstadt Kassel Borken sicher "tiefste Provinz". Jedoch sind die Verflechtungen besonders durch die ehemalige "Preußische Elektrizitäts AG" und heutige Nachfolgefirma E.ON sehr eng.

Das Kasseler Kraftwerk an der Dennhäuser Straße war früher ein "selbständiges Werk", hat jedoch eng mit dem Borkener Werk zusammen gearbeitet. Dies waren oft personelle Aushilfen; aber auch andere Gründe machten eine enge Zusammenarbeit oft nötig. Durch das "elektrische Überlandnetz" bzw. "Freileitungsnetz" waren die Verknüpfungen in einem weiteren wichtigen Bereich der Energieverteilung gegeben.

Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum

Das Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken führt mit nachempfundenen Grubenanlagen und einem Freiluftgelände - dem so genannten "Themenpark" - die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vor.

Hier wird die Geschichte der im 20. Jahrhundert zu Ende gegangene Bergbau- und Kraftwerkarbeit der Nachwelt erhalten.

Auch das große und tragische Grubenunglück am 1. Juni 1988 in Stolzenbach wird dargestellt, bei dem seinerzeit 51 Kumpel starben.

Das Museum ist untergebracht im Gebäudeteil "Altes Amtsgericht" (mit den angegliederten unterirdischen nachempfundenen Grubenanlagen), erstreckt sich aber auch auf ein Freiluftgelände - den so genannten "Themenpark" -, wo mit Großgeräten, elektrischen Abraumzügen und einem "Minikraftwerk" die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vorgeführt wird.

Ausführlich wird auf die Borkener Region als Sitz eines der "wichtigsten Unternehmen in Nordhessen", der "Preag" eingegangen. Auch heute noch ist Borken für das "e.on-Stromleitungsnetz" ein wichtiger Knotenpunkt.

Rekultivierung

Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken
Stadtkirche Borken

Die Universität Kassel war seinerzeit und wohl auch noch heute noch maßgeblich über ihre "landwirtschaftliche Sparte" an der Rekultivierung bzw. der auch teilweise der Natur überlassenen ehemaligen Tagebauflächen - im besonderen "Löcher" und "Kippen" - beteiligt.

Hierbei "durften" sich einige der "Löcher" mit dem einquellenden Grundwasser füllen, das hier aus dem Buntsandstein im Untergrund mit erheblichem Druck "einströmt"; der naheliegende Kellerwald speist wohl diesen Schatz. Der größte dieser nun entstandenen Seen, ist der ehemalige Tagebau "Altenburg IV", südwestlich an Borken angrenzend.

Er bleibt "naturbelassen", ist eingezäunt und das Ufer darf nicht betreten werden; allerdings kann von entsprechenden Standpunkten, auch Aussichtstürmen, die sich neu entwickelnde Flora und Fauna, besonders die Vogelwelt besichtigt und bestaunt werden.

Für Surfer gibt es einen ehemaligen Tagebau, den "Singliser See", seit kurzem ist dort auch Aqua-Golf möglich. Allerdings ist der See nicht gut zum Baden geeignet, da durch das Verkippen von schwefelhaltiger "Kraftwerksasche" das Wasser zu "sauer" ist. Die Borkener Marinekameraden haben hier ein ausgemustertes Schnellboot der Bundesmarine - als Clubraum umgestaltet - "vor Anker liegen".

Für die Badefreudigen gibt es nahe am Autobahnanschluss (A 49) den Badesee Stockelache. Ein weiterer See, das Restloch des Tagebaus Gombeth, ist im "Entstehen".

Geschichte

WappenBorken.jpg

In einer Schenkungsurkunde von Karl dem Großen an das Kloster Hersfeld vom 5. Januar 775 wird Borken erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort blickt allerdings auf eine sehr viel ältere Siedlungsgeschichte zurück.

Am 9. November 1317 unterzeichneten der hessische Landgraf Otto I. von Hessen und Graf Johann I. von Ziegenhain einen Vertrag zur Gründung der Stadt Borken.

Zum hessischen Amt Borken gehörten 1372 die Ortschaften Herboldshausen und Heckenhausen als Bestandteile der Stadt Borken.

Im Hessischen Bruderkrieg war Borken zwischen Heinrich III. von Hessen-Marburg und seinem Bruder Landgraf Ludwig II. stark umkämpft und wurde im Jahre 1469 verwüstet.

In der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt in den Jahren 1631, 1635 und 1636 wiederholt geplündert.

Zur Zeit des Königreichs Westphalen (1807-1813) war Borken dann Sitz einer Kantonalsverwaltung im damaligen Distrikt Hersfeld.

Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt Borken in seiner Vierten Auflage (1885-1892) als Alte Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Homberg, 205 m ü. M., am Olmsbach und der Eisenbahnlinie Kassel-Frankfurt a. M., mit Amtsgericht und (1880) 1248 meist evang. Einwohnern.

Borken gehörte einst zum Landkreis Homberg, ab 1932 dann zum Landkreis Fritzlar-Homberg.

1974 wurden im Rahmen der hessischen Gebietsreform in Hessen die Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum heutigen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst.

Die Gemarkung der Kernstadt Borken wurde 1996 um ca. 11ha erweitert, da diese Fläche, im Bereich des ehemaligen Kraftwerks, von der Gemarkung Kleinenglis abgetrennt wurde und der Gemarkung der Kernstadt hinzugefügt wurde.

Kirchen

Persönlichkeiten

  • Ernst Koch, Jurist und Dichter; er wurde in Singlis, am "Ufer der Schwalm", am 3. Juni 1808 im Haus seines Großvaters, des Vogts der Universität Marburg, Conrad Hermann Murhard, geboren. Sein Vater, Karl Georg Koch, war seinerzeit Friedensrichter (nach dem Recht des Königreichs Westfalen) in Oberaula.

Politik

Ende einer Ära: Bei den Wahlen zum neuen Stadtoberhaupt 2016, am 09. September 2015, gelang es dem FWG-Kandidaten Marcel Pritsch-Rehm, sich gegen Carsten Schletzke (SPD) überraschend deutlich mit 68,6 % aller abgegebenen Stimmen durchzusetzen. Am 01. Januar 2016 stellt damit erstmals im Schwalm-Eder-Kreis eine Freie Wählergemeinschaft den Rathauschef.

Darüber hinaus ist dann - seit Kriegsende 1945 - das Amt eines Bürgermeisters in Borken (Hessen) erstmals nicht mehr von einem SPD-Angehörigen besetzt. Die Wahlbeteilung betrug 60,1 %.

Parteien

Wahlkreise

Bundestag

Landtag

Schwalm

Bei Borken-Kerstenhausen - dem Bereich der AS-Borken der Autobahn A 49/ Bundesstrasse B 3 - verlässt die Schwalm durch die sogenannte Schwalmpforte (zwischen der "Hundsburg" und der vermutlichen Keltenwohn- oder Kultstätte, der "Altenburg") den "Kellerwald-Bereich", um nun Wabern und der Eder zuzueilen.

Für den schon angeführten Braunkohleabbau wurden in früheren Jahren auch einige "kleinere" Verlegungen notwendig. Trotzdem konnte der Schwalm ihren eigenen Charakter erhalten.

siehe auch

Marinekameradschaft Borken (Vereinsheim)

Verkehrsanschluss

Eisenbahn

Die Bahnstrecke von Kassel nach Frankfurt, früher "Main-Weser-Bahn" genannt, führt westlich an dem großen naturbelassenem See der Borkener Seenlandschaft vorbei. Es bedurfte früher besonderer Maßnahmen, dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Hin und wieder musste sogar ein Großgerät die Bahnstrecke queren, aber das musste dann die Logistik von Bahn und "Preußen Elektra" gemeinsam schultern.

Die Eisenbahn war von den damals herrschenden Kasseler Kurfürsten noch vor der "Preußenzeit" im 19. Jahrhundert gebaut worden. Für viele Borkener war und ist das Pendeln zur Arbeit mit der Bahn nach Kassel alltägliche Gewohnheit, womit eine wichtige Verbindung mit Kassel bestand und heute noch immer besteht.

VW Käfer-Modell "Lucy"
Künstler: Schülerinnen der Klasse 9 der Gustav-Heinemann-Schule in Borken.
s. dazu: Käfer-Modelle aus der VOLKSWAGEN Stadt Baunatal

Straßenverkehr

Borken ist über die Autobahn A 49 und die Bundesstrasse B 3 an das überörtliche Strassennetz angebunden.

Wandern und Radwandern

Radwandern

Der Schwalm-Eder-Kreis hat seit 1990 ein regionales Radroutennetz entwickelt, dass im Jahr 2006 11 Routen umfasste. Zusätzliche verlaufen durch den Landkreis drei hessische Radfernwege. In Planung befinden sich darüber hinaus neun nationale Routen, von denen zwei auch in den Schwalm-Eder-Kreis führen.

Der "Schwalm-Radweg" ist das neueste Großprojekt. Er soll künftig von der Quelle im Vogelsberg südlich von Alsfeld bis zur Mündung in die Eder bei Felsberg über ca. 100 km verlaufen und schafft damit eine zusätzliche Nord-Süd-Route durch Hessen, denn im Volgelsberg schließt sich der Vulkan-Radweg in das Kinzigtal und das Rhein-Main-Gebiet an. Im Schwalm-Eder-Kreis kreuzt der künftige Schwalm-Radweg in Schwalmstadt die nationale Mittelland-Route, bei Borken den R 5 und trifft in Felsberg auf den Eder-Radweg. Auf die Fertigstellung bis 2008 kann realistisch gehofft werden. Der Schwalm-Radweg soll ebenfalls wegen seiner überegionalen Bedeutung hessischer Radfernweg werden.

Wandern

Der Borkener Braunkohle-Rundwanderweg vermittelt auf vier Teilstrecken die landschaftlichen Folgen des Bergbaus. Er führt zum Borkener See, der Gombether Grube oder der Gedenkstätte Stolzenbach.

Wussten Sie schon ...

  • ... dass Borken bis 1469 eine Burg besaß und der Name der Stadt von diesem Wort abgeleitet ist? (Friedrich Döring, Kleinenglis)

siehe dazu auch:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: Liste der Mittelstädte


Stadtteile der Stadt Borken
WappenBorken.jpg

Arnsbach | Borken | Dillich | Freudenthal | Gombeth | Großenenglis | Haarhausen | Kerstenhausen | Kleinenglis | Lendorf | Nassenerfurth | Pfaffenhausen | Singlis | Stolzenbach | Trockenerfurth


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen