Bonifatius-Denkmal Fritzlar

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bonifatius-Denkmal von Ubbo Enninga vor dem Dom in Fritzlar

Der Mönch Winfrid, genannt Bonifatius bekam im Jahre 723 von Rom den Auftrag zur Missionsarbeit "in pago hassorum", im Lande Hessen (Althessen), womit im Mittelalter Nordhessen gemeint war.

Bekannt wurde seine Missionsarbeit durch das Fällen der sogenannten Donar-Eiche im Jahre 723 bei dem Ort "Geismar", die einer heidnischen Gottheit geweiht war. Bonifatius fällte die Eiche, ohne dass ihn der von den Einheimischen erwartete Zorn Donars traf und baute aus dem Holz eine Kirche, die dem heiligen Petrus geweiht wurde. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Christianisierung, nicht nur in diesem Bereich des heutigen Bistums Fulda.

Zum 1275-jährigen Jubiläum im Jahre 1998 beauftragte der Kulturverein Fritzlar den Stuttgarter Bildhauer Ubbo Enninga, eine Bronzeplastik zu schaffen, die am 5. Juni 1999 - dem Tag des Heiligen Bonifatius - auf dem Domplatz in Fritzlar aufgestellt wurde. [1]

Beginn der Christianisierung

Die Chatten glaubten in ihrer Naturverbundenheit, wie auch andere germanische Volksstämme, an Götter, die sie an geheimnisvollen Stätten in der Natur verehrten. Und sie glaubten an das Walten guter und böser Geister. Elfen und Kobolde in Wald und Feld, Hollen und Wichtel in heiligen Hainen sowie Nixen im Wasser, wirkten nach ihrer Vorstellung im Naturgeschehen und sie wirkten auch auf das menschliche Leben ein. Im Rauschen des Windes, im Flug der Vögel, besonders der Raben, vermeinten sie, den Willen der Götter zu ergründen.

Aus England kommend, reiste Bonifatius noch unter seinem früheren Namen Winfried 722 nach Rom, wurde vom Papst zum Bischof berufen und mit der Missionierung vor allem der Chatten betraut.

Laut päpstlicher Weisung erfolgt mit dem Bau der Peterskirche 723 und des Klosters 724 die Gründung eines wichtigen missionarischen Stützpunktes in Fritzlar. Um die Kirche herum entstand ein Benediktiner-Kloster, die Keimzelle der späteren Stadt Fritzlar. Dieser Stützpunkt gewann später an Bedeutung, als das zwischenzeitlich errichtete Bistum Büraberg aufgelöst und an seine Stelle das Archidiakonat Fritzlar mit einem Probst als Vertreter des Bischofs von Mainz eingerichtet wurde.

Nach einem Bericht in HNA-online vom 17.6.2012 protestierten Anhänger von Naturreligionen gegen das Bonifatius-Denkmal in der Fritzlarer Innenstadt. Das Denkmal zeige den Mönch Bonifatius auf dem Stumpf der einstigen Donar-Eiche stehend, die von ihm im Jahre 724 mit einer Axt gefällt wurde, ein aus Sicht der Demonstranten gewaltsamer Akt, der die Zwangs-Christianisierung der Deutschen darstelle. [2]

Literatur

  • Lutz E. von Padberg, Bonifatius. Missionar und Reformer, München 2003

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Informationen zum Bonifatius-Denkmal in Fritzlar auf kulturvereinfritzlar.de
  2. HNA-online vom 17.6.2013: Vertreter von Naturreligionen protestieren gegen Bonifatius-Denkmal

Weblinks