Bestattungshaus Kracheletz

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Als Tischlermeister Josef Kracheletz im Oktober 1954 an der Kasseler Friedrichstraße 33 seinen eigenen Betrieb gründet, baut er nicht nur Möbel. Der Vertriebene will, wie schon sein Vater seit 1906 in Schlesien, die Toten, für die er Särge fertigt, würdig zur letzten Ruhe fahren. Deshalb konstruiert er seinen eigenen Bestattungswagen. Zwei in der Mitte aufgesägte Autos fügt er zu einem neuen zusammen. „Im Fahrzeugbrief stand: Aufbau Daimler Benz und Kracheletz“, erinnert sich Sohn Peter Kracheletz. 2004 feierte das Bestattungsunternehmen das 50-jährige Bestehen

Mit dem Benz Marke Eigenbau überführen Vater und Sohn am 3. November 1962 Landgraf Friedrich II. zurück in die neue Elisabethkirche am Friedrichsplatz. „Das machen zu dürfen, war uns ein großes Anliegen“, so der katholische Diakon im Nebenberuf. Die sterblichen Überreste des zum Katholizismus konvertierten Adeligen hatten den Krieg zum Schutz vor Bomben in der Kapelle der Löwenburg überdauert.

Inzwischen ist der Einmannbetrieb zum Familienunternehmen mit 16 Mitarbeitern sowie zwei Auszubildenden expandiert. Schon 1961 übernahm Josef Kracheletz ein Bestattungshaus in Bettenhausen. 1965 kam der Umzug des Hauptgeschäftes in die Obere Karlsstraße 2. Seit 1966 arbeitet Peter Kracheletz im elterlichen Betrieb und wurde 1969 Mitinhaber. 1979 erfolgte der Bau des heutigen Firmensitzes am Karlsplatz. 1986 wurde ein kleiner Abschiedsraum eingerichtet.

1996 starb Josef Kracheletz. Eine Begegnungsstätte sowie Büro- und Beratungsräume wurden 1998 angebaut. 2003 übernahm sein Enkel Dominik, der in Kassel erster Bestatter mit Zusatzqualifikation Meister ist, in dritter Generation die Geschäftsführung. Über 900 Bestattungen jährlich übernimmt das Unternehmen heute.