Besitzgesellschaft Beberbeck

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Domäne Beberbeck - Ansicht

Die Besitzgesellschaft Beberbeck wurde vom Stadtparlament Hofgeismar am 26. Februar 2007 gegründet und zunächst mit einer Bürgschaft von zwei Millionen Euro ausgestattet, um handlungsfähig zu sein. Dieser Beschluss wurde mit breiter Zustimmung gefasst. Lediglich die Mitglieder der heutigen Linken stimmten dagegen.

Im Wesentlichen wurde das Geld nach Auskunft des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Sattler dafür verwandt, die bisherigen Kosten der Bauleitplanung in Höhe von 930 000 Euro zu begleichen. Gutachten und externe Beratung machten weitere 705 000 Euro nötig. Bescheiden fallen dagegen die Kosten für die immer wieder in die Diskussion geratenen Reisekosten aus. Sie machten bisher lediglich 21 000 Euro aus.

Die Bürgschaft wurde am 29. April 2009 auf 3,5 Mio. Euro erhöht. Dies segnete die Kommunalaufsicht beim Landkreis Kassel ab.

Am 18. Januar 2011 meldete die Besitzgesellschaft Insolvenz an. Das Insolvenzverfahren wurde Anfang März 2011 eingeleitet, die Arbeiten in der Gesellschaft gehen jedoch weiter[1] [2].

Hintergrund

Nach einem Pressebericht in der HNA - Hofgeismarer Allgemeinen vom 12.7.2007 sollte bereits Pfingsten 2011 das "Ferienresort Schloss Beberbeck" eröffnet werden.

Am Ort der heutigen Domäne Beberbeck sollten nach den Plänen der Mehrheit der Hofgeismarer Politiker mehrere Hotelanlagen, Ferienhäuser und Golfplätze in einer riesigen Ferienanlage mit etwa 4500 Betten entstehen. Nach dem Kauf des 900 Hektar großen Geländes vom Land Hessen durch eine Besitzgesellschaft der Stadt Hofgeismar war vorgesehen, das Gelände an Investoren weiter zu veräußern.

Die Pläne waren ausgesprochen umstritten. Im Mai 2010 hatte etwa der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) angekündigt, mit allen "ihm zur Verfügung stehenden Mittel" gegen das geplante Resort vorgehen (HNA vom 19. Mai 2010). Denn durch den "Fremdkörper" (BUND-Bundesvorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger) in der Landschaft und den erwarteten starken Verkehr sei etwa der Tod der Beberbeker Alleen "vorprogrammiert".

Auf der Sitzung der Hofgeismarer Stadtverordenten-Versammlung am 17.12.2010 verkündete Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU) dann das "Aus" und das Projekt Ferienprojekt Beberbeck für beendet. "Die Bedingungen des Kaufvertrages lassen sich bis Jahresende nicht erfüllen", sagte er in der Stadtverordnetenversammlung. Die in dem Vertrag fixierten Bedingungen, wie Finanzierungsbestätigungen für die privaten Investitionen und entsprechende Bankgarantien, konnte der Bürgermeister der hessischen Landesregierung nicht vorlegen.

Der am 1. November 2007 zwischen der stadteigenen Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck und dem Land Hessen geschlossene Kaufvertrag war damit hinfällig.

siehe auch


Quellen und Links

  1. Aus HNA.de 9. März 2011: Insolvenzfahren für Beberbeck ist eröffnet worden
  2. Aus HNA.de 10. März 2011: Beberbeck: Weiter auf Investorensuche