Bergpredigt-Gemälde

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Jesus im Werra-Bergland

Ein monumentales Ölgemälde zieht den Blick beim Eintritt in die Hermanshäger St. Matthäus-Kirche auf sich. „Die Bergpredigt“ heißt das Werk des Heimatmalers Heinrich Pforr (1880-1970) in einer durchaus ungewöhnlichen Intepretation der bekannten Szene im Neuen Testament. Denn die Bauern, Handwerker, Schäfer, Mütter, Kinder und andere, die Jesus’ Worten lauschen, tragen Gesichter der 30er-Jahre: Es sind Menschen, die Pforr in seinem Geburtsort am Meißner und seinem späteren Wohnort Münden nahestanden. Pforr verband die Menschen seiner Jugend und die aus seinen Mündener Tagen zu einer Gesamtschau von Einzelnen, denen Jesus gegenübertritt. Was es damit auf sich hat, zitieren wir aus einem Info-Blatt der Kirchengemeinde. Darin heißt es: „Als Heinrich Pforr 1932 von Hermann Andree, einem wohlhabenden Mündener Bürger, den Auftrag übernahm, die Bergpredigt zu malen, hatte er eine schwierige Aufgabe vor sich. Wie konnte er ein fernes Geschehen in unserer Zeit verdeutlichen und für Menschen unseres Jahrhunderts anschaulich machen? ... Pforr löste das Problem, indem er sich für eine Darstellung aus seinen Tagen entschied, das heißt, er wählte die Landschaft am Meißner und dazu die einfachen Menschen seines Geburtsorts Laudenbach; er nahm die Mitglieder seiner Familie ebenso wie Leute aus der Stadt Münden, seine Nachbarn als Modell. So flocht er die christliche Botschaft in die neuere Zeit ein und veranschaulichte sie in Ergänzung zur Predigt....“ Soweit das Zitat. Leider ist die Zukunft des Gemäldes ungewiss. Denn die Matthäus-Kirche wird, wie berichtet, wegen starker Baumängel im kommenden Jahr aufgegeben. In Hermannshagen fand das Kunstwerk Raum, weil das Gotteshaus hoch und weitläufig ist. Soviel Platz muss man in anderen Kirchengebäuden erst einmal finden. (asc)