Bergfreiheit

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Schild am Ortseingang

Bergfreiheit ist ein Ortsteil von Bad Wildungen in Nordhessen mit etwa 350 Einwohnern.

Geografie

Der Luftkurort Bergfreiheit ist ein Stadtteil von Bad Wildungen.

Etwa 350 Menschen leben heute in dem ehemaligen Bergmannsdorf umgeben vom Naturpark Kellerwald-Edersee.

Das Dorf liegt 320 m ü. NN am Mittellauf der Urff nördlich des Bergkamms Keller (mit dem 675 m hohen Wüstegarten als höchster Erhebung) und etwa südöstlich des Auenbergs (611 m).

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Die Kirche in Bergfreiheit
Schneewittchenhaus
Besucherbergwerk

Im Mittelalter gab es hier um 1250 einen Hof namens Neuseß, den Graf Heinrich VIII. von Waldeck im Jahre 1503 erwarb. Schon 1252 wurde der Bergbau bei dem heutigen Dorf erstmals urkundlich erwähnt, als Abbaurechte an die Zisterzienser-Mönche aus dem Kloster Haina verliehen wurden.

Erst um 1560 wurde der Ort Bergfreiheit für den planmäßigen Abbau von Erz gegründet. Als Gründer des Ortes gilt Graf Samuel von Waldeck, der am 14. September 1561 die sogenannte "Bergfreiheit" verkündete.

Der Name erinnert an den besonderen Status, welcher mit der Bergfreiheit verbunden war. Diese bedeutete für die Einwohner zum Beispiel Befreiung vom Militärdienst, eine eigene Gerichtsbarkeit, das Marktrecht, Steuerfreiheit und andere Privilegien.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Bergbau betrieben und insbesondere Kupfererz abgebaut.

Die erste Abbauperiode in Bergfreiheit endete bereits um 1590. Zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs waren die ursprünglich 19 Hüttenbetriebe längst aufgegeben worden und es gab es nur noch 15 Bewohner.

Die Wiederaufnahme des Erzabbaus nach dem Krieg (ab 1651) scheiterte, verlustreich verliefen spätere Erschließungsversuche zwischen 1708 und 1737. Im Jahre 1908 kam das Grubenfeld an die Firma Krupp aus Essen, seit 1968 gehörte es zur Harz-Lahn-Erzbergbau GmbH.

Charakteristisch für die Bergbauzeit sind die sog. "Einzimmerhäuser", deren Grundflächen in der Regel nur etwa 20 qm umfassten. Neben der Küche gab es nur einen Wohn-Schlafraum.

Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts entstand die heute als Hotel genutzte Hardtmühle. Graf Christian von Waldeck gab 1629 dem Müller Adam Manß die Einwilligung, eine Mühle auf gräflichem Grund und Boden in der Fischbach zu errichten.

Bergfreiheit gehört zu den "Walddörfern". Es ist das südlichste im Waldecker Land neben Albertshausen, Armsfeld, Braunau, Frebershausen, Gellershausen, Hüddingen, Hundsdorf, Odershausen und Reinhardshausen.

Bereits seit 1940 gehört Reinhardshausen zur Stadt Bad Wildungen, seit der Gebietsreform in Hessen im Jahre 1971 auch die Orte Albertshausen, Armsfeld, Braunau, Bergfreiheit, Frebershausen, Hüddingen, Hundsdorf und Odershausen.

Bergfreiheit heute

In der Umgebung findet man noch heute viele Spuren zur Metallgewinnung und -verarbeitung und mit etwas Glück ein Stück Kellerwald-Achat.

"An der Leuchte" lädt das Besucherbergwerk mit etwa 20 km lange Gangsystemen zur Besichtigung ein.

Neben dieser Attraktion können Gäste die Edelsteinschleiferei sowie eine Reptilienausstellung besichtigen sowie ausgedehnte Wanderungen auf ausgeschilderten Wegen mit unternehmen. Auch der Auenberg mit 611m ü.NN ist ein Ziel. Zahlreiche Ruhebänke und Schutzhütten machen das Wandern besonders angenehm.

Schneewittchendorf Bergfreiheit

Bergfreiheit wird auch als "Schneewittchendorf" bezeichnet. Nach der Sage soll eine vertriebene Adelstochter von den Bergarbeitern aufgenommen worden sein. Andere Quellen meinen, das Märchen, welches die Brüder Grimm aufgezeichnet haben, handele von der als besonders schön bezeichneten Waldecker Prinzessin Margaretha.

Die sieben Zwerge erinnern an die zur damaligen Zeit übliche Kinderarbeit im Kupfer-Bergwerk. Zwang zum einen die wirtschaftliche Not dazu, so konnten auch die Stollen besser erschlossen werden. Mangelndes Tageslicht und schlechte Ernährung verhinderten weiter ein Wachstum der Heranwachsenden, welche vermutlich zudem keine große Lebenserwartung hatten.

In der Dorfmitte stellt seit 2006, als Landesgartenschauprojekt, eine Figurengruppe Schneewittchen und die Sieben Zwerge plastisch dar.

Historisches Bergamt

Historisches Bergamt

Das Besucherbergwerk in Bergfreiheit im ehemaligen Kupferbergwerk Bertsch (am Ortsausgang von Bad Wildungen-Bergfreiheit in Richtung Fischbach) vermittelt Eindrücke aus der ehemaligen Bergwerksarbeit.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Ort für den Abbau von Erz durch den Grafen von Waldeck gegründet und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts vor allem Kupfererz abgebaut.

Im Historischen Bergamt, einem um 1676 errichteten Fachwerkgebäude, das der örtlichen Bergbauverwaltung diente, ist die Geschichte des regionalen Bergbaus nachzuvollziehen und in der Ausstellung werden Erze und Mineralien des Kellerwalds gezeigt. Weiterhin veranschaulichen das Modell eines Hammerwerkes und eine rekonstruierte Schmiede die Verarbeitung des Erzes.

Kirche

Kulturhistorisch-Ökologischer Lehrpfad

Der um das Dorf verlaufende etwa 5 km lange ökologische Lehrpfad präsentiert an 17 beschilderten Stationen die Kulturlandschaft um das ehemalige Bergmannsdorf und vermittelt Informationen zu Bergbau, Siedlungsentwicklung, Flora und Fauna, Streuobstbestände und Dorferneuerung.

Museum

Naturbühne Bergfreiheit

Edelsteinschleiferei

Die Naturbühne Bergfreiheit präsentiert in jedem Jahr Märchenaufführungen.

siehe auch

Vereine

  • Heimat- und Verkehrsverein Bergfreiheit e. V.

Wandertipps

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Wandertipp durch den Kellerwald

Hinauf zum Kellerwaldturm

Der Kellerwaldsteig in 12 Etappen

Der Kellerwaldsteig lässt sich in 12 Etappen auf sehr gut markierten, natur belassenen Wegen und Pfaden erkunden:

Wandertipp: Durch den Kellerwald

Weblinks

im Urfftal bei Bergfreiheit