Bergbau in der Söhre

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Bergbau in der Söhre

Der Hausberg der Söhredörfer mit der markanten und weithin sichtbaren Silhouette ist die „Zentral- Söhre“ mit dem Hambühlskopf dem Stellberg, Schorn und Warpel.

Dieser waldbedeckte Höhenzug der unser Gemeinde ab 1970 ihren Namen gab, erstreckt sich vom Ostufer der Fulda bis zum Stiftswald. Der Name soll sich ableiten von ”Soor” oder”sör” das bedeutet “trocken“,.(kann aber in Zweifel gezogen werden, denn es gibt viele Quellen und unbezeichnete Bäche).Es mangelte den ersten Ansiedlern auf den ausgedehnten Hochflächen oft an Wasser, und so sie waren bald wieder zur Aufgabe ihrer Rodungen gezwungen.

Die Menschen hatten nur ein karges Auskommen, denn viel gaben die Felder der kleinen, hängigen Rodungsgemarkung nicht her. Allein die Gemarkung Wellerode hatte 3.560 ha Wald und nur 461 ha Feldflur. So war man gezwungen, auch den Wald für den Lebensunterhalt zu nutzen.

Geschichte

Lange Zeit hatten die Bewohner in ihm das Huterecht. Er bot ihnen außerdem Holz, Beeren und Pilze. So fanden viele Bewohner der Söhredörfer ihr Auskommen als Waldarbeiter .Das Jagdrecht war allerdings den jeweiligen Landesfürsten vorbehalten, für die auch Hand und Spanndienste zu leisten waren. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde dann am Meißner die Kohle als Brennmaterial für die mittelalterliche Industrie und den Hausbrand entdeckt, und damit eine segensreiche Energiewende eingeläutet und ein wahres Glück für die geschundenen Wälder die durch Hute, und die Holznutzung für Hochöfen der mittelalterlichen Industrie.

Ende des 1800 Jahrhunderts ging dann die Suche nachdem schwarzen Gold auch der Söhre richtig los. Die ersten Belehnungen wurden am westlichen Stellberg am Hambühlskopf in der Gemarkung Hirschhagen und am Scheid (Pariser Wiesen) vergeben.

Es gibt aber amtliche Hinweise, dass Eiterhagener und Wattenbacher Fuhrleute schon um 1630 mit Kohle gehandelt haben. Ob die Kohle in der Gemarkung gefördert wurde bleibt im Dunkeln.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in einigen Revieren durch Basalteinwirkung veredelte Ganzkohle oder auch Steinkohle gefunden die von der Industrie aber auch von der aufstrebenden Bahn mit Ihren Dampfloks gern genommen wurde. Einen weiteren Schub gab es durch den Bau der Söhrebahn wodurch die Kunden in größeren Umfang beliefert werden konnten.

1970 wurde dann mit dem Tagebau am westlichen Stellberg das Ende der Braunkohlengeschichte durch Wettbewerb des billigen Heizöls in der Söhre eingeläutet.

Es gab aber nicht nur Kohle in der Söhre. Eine Belehnung für Eisenerzabbau in der Lache belegt den Abbau, der aber durch geringe Ausbeute nicht lange genutzt wurde.

Im Tiefenrotstollen wurde sogar Uran gefunden. Die Preag, Nachfolger der HBZ verzichtete aber wegen zu geringer Erträge und hohen Abbauschwierigkeiten auf die Ausbeute.

Weitaus erfolgreicher war man mit der Vermarktung der umfangreichen Basaltvorkommen. Denn schon früh erkannte der Mensch die feste und zähe Konsistenz des Gesteins, das nur langsam verwittert.

Entsprechend wurde schon im Mittelalter der Basalt zum Festungs- und Stadtmauerbau, zum Befestigung von Dämmen an der Nordsee und vielen anderen Zwecken abgebaut.

Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 gab es einen gewaltigen Schub für diesen Wirtschaftszweig. Die Landstraßen wurden mit einer Schotterdecke überzogen und die Straßen der aufstrebenden Stadt Kassel wurden gepflastert. Auch der Bedarf an Schotteruntergrund für Bahnstrecken expandierte.

In dieser Zeit lag wohl auch der Beginn der ersten Steinbruchaktivitäten im Großraum Söhre. Die Ausbeutung in hiesigen Raum war relativ wirtschaftlich, da das Material ziemlich oberflächlich lag und so kein zu hohes Deckgebirge abgetragen werden musste. In den 1920 ger Jahren waren 350 Arbeiter und Steinrichter beschäftigt.

Neben der Fa. Sieke (später CBI ) gab es zahlreiche kleinere Unternehmer die sich in dem Industriezeig tummelten. Noch heute wird im größeren Umfang Basalt am Ölberg abgebaut