Benutzer Diskussion:Lothar@rolwes.de

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hallo und willkommen, viel Spaß im neuen Wiki! Falls Sie Probleme haben, können Sie sich gern an mich wenden. Auch über Vorschläge jeder Art freue ich mich natürlich. --Jens Nähler 13:56, 19. Sep 2006 (CEST)

Der See am Michelskopf von Lothar Rolwes

Wo der Eder-Gelster-Weg den Riedforstweg kreuzt, liegt unweit in Richtung Bilsteinskirche ( 528 m) im satten Grün des Kaufunger Stiftswaldes ein Geschenk der ehemaligen Basaltindustrie ( CBI), der Michelskopfsee. Für Wanderer und Naturfreunde ein Rastplatz erster Kategorie. Der idyllisch gelegene See wird schon seit den Fünfziger Jahren von Einwohnern der Söhre- und Stiftsdörfer als Badeparadies genutzt. Eine Zeitlang war der Besuch an den Wochenenden dermaßen angewachsen, dass die DLRG Oberkaufungen mit einem Ruderboot eine Badeaufsicht organisiert hatte.. Bis 1968 wurde das Verwaltungsgebäude gastronomisch genutzt ,und war nicht nur zu Feiertagen ,wie 1. Mai und Himmelfahrt ein stark frequentiertes Wanderziel. Hier konnten „Familien Kaffee kochen“. Ein Abstecher zum Forsthaus Belgerkopf, welches damals vom Förster Eisel bewirtschaftet wurde, bot sich an. Ein Herr Georg Reuss aus Hausen ( am Meißner ) hatte vor fast 120 Jahren die Entwicklung dieses Freizeitparadiese ins Rollen gebracht. In der Zeit um 1890 nahm er Verhandlungen mit dem Stift Kaufungen auf , um die Ausbeuterechte am kleinen Bilstein für den Abbau von Basalt zu erwerben. Die Verhandlungen waren nicht einfach ,und Reuß musste sich nach Beendigung der Prüf und Abbauarbeiten für den späteren Aufbau verpflichten. Das gebrochene Basaltgestein wurde mit Pferdewagen nach Helsa zur Bahnverladung zu transportiert. Die Pferde waren beim Landwirt Steisel in der Leipzigerstraße versorgt. Das Unternehmen expandierte gewaltig, so dass Herr Bernerburg aus Hannover-Linden als Kompagnon gewonnen werden konnte. Am 23 Mai 1899 mit dem Bau einer Bremsbahn begonnen . Eine Feldbahn wurde im weiten Bogen um den Berg herum geführt und dann nach Helsa herabgelassen .Über eine Drahtseiltrommel werden die leeren Loren im Gegengewichtsverfahren wieder auf den berg gezogen. Als erster Betriebsleiter wird am 17. Januar 1904 Herr Johannes Becker eingestellt .Im gleichen Jahr wird mit dem bau einer Brecheranlage in Helsa begonnen um Spezialprodukte für den Eisenbahn und Straßenbau, so wie Split und Gruß für den Hausbau herzustellen. Die Firmennahme ändert sich von Firma „Reuß und Berneburg“ in „Basaltwerke Hessenbühl-Kaufungen“im selben Jahr in „ Basaltwerke Stift Kaufungen Reuß und Berneburg“

100 Brucharbeiter und 33 Steinrichter wurden beschäftigt. Die italienischen Facharbeiter wurden vor Ort in einem Arbeiterwohnheim untergebracht, welches bis in die 60iger Jahre noch als Gasthaus genutzt wurde. Herr Reuß und Herr Berneburg hatten kein gutes Verhältnis . Herr Reuß ließ sich mit 30000 Goldtalern abfinden, und verließ das Unternehmen. Die Abfindung gab Reuß als Darlehen an Bauern in Hartmuthsachsen , welche das geliehene Geld in der Inflationszeit zurückzahlten .Mit dem Geld konnte man gerade mal zwei Brötchen kaufen! Am 28. Juni 1920 bringt Herr Berneburg seine Anteile in die CBI ( Casseler-Basalt-Industrie ) ein. Die CBI schließt mit den Ritterschaftlichem Stift Kaufungen einen eigen Pachtvertrag ab und bekommt von der Deutschen Reichsbahn 1925 einen eigenen Bahnanschluß auf dem Bahngelände in Helsa. Der enorme Bedarf in den kommenden Jahren erforderte den Bau eine Brecheranlage in Helsa . Eine Drahtseilbahn vom Bruch zum Brecher und eine große Verladeanlage am Firmengleis , ermöglichten dann das Versenden großer Mengen . Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges stieg der Bedarf noch einmal gewaltig an ,so daß man den Bruch „ an der Bilsteinskirche“ wieder aktivierte . Neue Techniken wurden eingeführt, und die schwere körperliche Arbeit wurde fortan von Baggern und Frontladern übernommen. Am 31. Dezember 1973 wurde wegen mangelnder Nachfrage der Betrieb eingestellt.