Bahnhof Wilhelmshöhe

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Das Dach auf dem Vorplatz des Bahnhofs Wilhelmshöhe bei Nacht (Foto: Phillip Donth)

Der Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ist die Bahnstation für den Fernverkehr in Kassel. Die ICE-Station ist ein wichtiger Bahnhof im deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz.

Kassel-Wilhelmshöhe liegt an der Wilhelmshöher Allee im Stadttteil Bad Wilhelmshöhe.

Geschichte

Bahnverkehr seit 1849: Friedrich-Wilhelms-Nordbahn

Im Herbst 1849 rollte der erste Zug der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in den Bahnhof Wilhelmshöhe.

Die ersten Züge in Wilhelmshöhe

Vorplatz am ICE Bahnhof

Viel gemütlicher ging es damals zu, als die ersten Züge in den Bahnhof Wilhelmshöhe schnauften. Drei Stunden dauerte die Fahrt von Gerstungen in Thüringen über Bebra Melsungen und Guntershausen. Mit der Eröffnung des letzten Baubschnitts zwischen Kassel und Guntershausen im Herbst 1849 war die Hauptstadt von Kurhessen an die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn angeschlossen. Einige Wochen später wurde das Schienennetz mit dem ersten Teilstück der Main-Weser-Bahn von Kassel bis Wabern erweitert. Die wechselhafte Geschichte des Bahnknotenpunktes Kassel hatte begonnen, Wilhelmshöhe war von Anfang an dabei.

Zweiter Weltkrieg

Im zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof mit seinem Empfangsgebäude erheblich beschädigt, viel Charme hatte er seitdem nicht mehr.

Spektakuläres Treffen 1970: Sonderzug mit DDR-Emblem

Im Vergleich zum Hauptbahnhof (Baujahr 1856) spielte Wilhelmshöhe ohnehin keine große Rolle. Über viele Jahre war der Bahnhof ein überschaubarer Haltepunkt ohne große Perspektiven.

Daran änderte auch das spektakuläre Treffen zwischen Bundeskanzler Willy Brandt und DDR-Ministerpräsident Willi Stoph wenig. Immerhin rückte 1970 auch der Bahnhof ins Interesse der Medien. Hier kam der Sonderzug mit dem DDR-Emblem an. Zur Begrüßung der DDR-Delegation waren der Bundeskanzler Willy Brandt, Minister Franke, Parlamentarischer Staatssekretär Dorn, Staatssekretär Ahlers, der Hessische Ministerpräsident Osswald und der Kasseler Oberbürgermeister Karl Brenner gekommen. An Gleis 3 begrüßte ein ernst wirkender Brandt seinen Gast. Beide fuhren – begleitet von sieben Motorradfahrern der Kasseler Polizei – durch ein dichtes Spalier winkender Menschen über die Wilhelmshöher Allee Richtung Schloßhotel. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schloßhotel säumten viele hundert Demonstranten mit roten Fahnen und kommunistischen Spruchbändern die Straßen. Die DKP hatte das Auftreten von ca. 3.000 Mitgliedern gut organisiert.

Fernbahnhof Wilhelmshöhe

Geburtsstunde 1991

Die zweite Geburtsstunde des Bahnhofs war am 29. Mai 1991. Bundespräsident Richard von Weizsäcker stellte mit einem symbolischen Knopfdruck die Weichen für die neuen Intercity-Express-Züge ICE. Der Fernbahnhof Wilhelmshöhe mit seinem markanten und umstrittenen Säulendach ist von diesem Zeitpunkt für Kassel das Tor zur Welt.

Der Bahnhof als "Tor zur Welt"

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Umfeld des Bahnhofs völlig verändert. Aus dem verschlafenen Vorort, dem viele Geschäftsleute und Hausbesitzer noch bis in die 80er Jahre den Rücken kehrten, ist ein pulsierendes Zentrum geworden. Der Fernbahnhof ist das Herzstück dieser Entwicklung. Heute brausen die Züge in zweieinhalb Stunden bis Berlin oder in 90 Minuten nach Frankfurt.

Am 4. Dezember 2010 erklärt die Stadt, dass sie den Vorplatz des Bahnhofs umbauen will. Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger sowie eine bessere Orientierung für Autofahrer auf dem Gelände sind die Ziele. 250.000 Euro sind für den Umbau vorgesehen. Im Sommer 2011 soll es mit den Bauarbeiten losgehen. [1]

siehe auch

am ICE Bahnhof

Weblinks

Quellen und Links

  1. Aus HNA.de vom 4.12.2010: Umbau am IC-Bahnhof ab Sommer 2011