Bahnhof Kreiensen

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Dieses Bild zeigt den Bahnhof Kreiensen aus der Luft. Foto: Gödecke
Imposant: Die Gleise des Bahnhofs Kreiensen aus der Luft. Foto: Gödecke

Zu den architektonisch schönsten Bahnstationen im Landkreis Northeim in Niedersachsen gehört sicherlich der Bahnhof in Kreiensen. Doch der Zahn der Zeit hat an dem Bahnhof genagt. Die Station ist sauber, wirkt aber ein wenig in die Jahre gekommen.

Kaum Leben im Bahnhof

Zwar steht ein riesiges Bahnhofsgebäude zur Verfügung, aber darin ist kaum Leben. Wer Fahrkarten, einen Imbiss oder Getränke haben möchte, kann den „Service Store“ nutzen. Allerdings ist dieses kleine Lädchen sonn- und feiertags geschlossen. Dann muss man auf die Automaten ausweichen, von denen es zwei gibt – einen für Nahverkehrstickets und einen für den Fernverkehr. Leider nimmt dieser nur Karten und kein Bargeld an.

Bahnhofsmission

Und wenn der Schalter im Service-Store geschlossen ist, dann haben insbesondere selten fahrende Passagiere Probleme, an die Fahrkarten zu kommen, weil die Automaten kompliziert sind. Für den kleinen Reisebedarf gibt es Süßigkeiten- und Getränkeautomaten. Außerdem vorhanden: Telefonsäule, elektronische Anzeigetafeln, Taxistand, Warteraum, Kofferkulis und ein Briefkasten. Außerdem sind Service-Mitarbeiter der Bahn und die Bahnhofsmission präsent.

Gute Parkmöglichkeiten

Optimal gelöst sind die Parkmöglichkeiten. Vor einigen Jahren entstand der Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhofsvorplatz. Dort finden 200 Autos Platz. Und das Parken ist im Gegensatz zum Bahnhof Northeim kostenlos. Außerdem gibt es gleich nebenan gut 30 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, allerdings keine abschließbaren Boxen.

Wichtiger Umsteigepunkt

Dieses Bild zeigt einen Zug der früheren Kreisbahn bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Kreiensen.

Obwohl werkstags nur noch ganze drei Inter-City in Kreiensen halten, ist der Bahnhof nach wie vor ein wichtiger Umsteigepunkt für Pendler, weil sich dort die Hauptstrecke Göttingen – Hannover mit der Strecke Seesen – Holzminden kreuzt. In Richtung Göttingen fahren an Wochentagen ein InterCity (außer Freitag) sowie 19 Metronom-Züge und acht Regional-Bahnen. In Richtung Hannover starten in Kreiensen 19 Metronom-Züge. In Richtung Seesen gehen 18 Regional-Bahnen auf die Reise. Richtung Holzminden fahren zwölf Regional-Bahnen. Insgesamt 3000 Passagiere nutzen den Bahnhof täglich. Der Bahnhof war Ausgangspunkt der Kreisbahn Osterode-Kreiensen.

Bislang keine Aufzüge

Leider gibt es keine Aufzüge. Stattdessen kann man die Rollbänder entlang der Treppenaufgänge benutzen, wenn man mit schwerem Gepäck den Bahnsteig wechseln muss.

Verjüngungskur in Aussicht

Der Bahnhof soll in 2012 oder 2013 eine Verjüngungskur erhalten. Dann sollen laut Bahn zwei Aufzüge eingebaut werden. Außerdem ist vorgesehen, die Bahnsteige auf 75 Zentimeter (Strecke Hannover – Göttingen) beziehungsweise 55 Zentimeter (in den Harz und nach Holzminden) anzuheben, um den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. aus: Bahnhofstest Kreiensen, Northeimer Neueste Nachrichten vom 16.07.2010

Elektronisches Stellwerk

Nach dreijähriger Vorbereitungsphase wird im November 2011 das Elektronische Stellwerk Kreiensen in Betrieb genommen. Es löst das bisherige Stellwerk aus dem Jahr 1956 ab. Mit der neuen Technik will die Bahn die Leistungsfähigkeit ihrer alten Nord-Süd-Strecke auf einem 56 Kilometer langen Abschnitt durch das Leinetal erheblich verbessern. Die neue Technik, die zentral von Hannover aus gesteuert wird, löst sechs alte Stellwerke in Einbeck-Salzderhelden, Kreiensen, Freden, Alfeld, Godenau und Banteln ab, die teils mehr als 50 Jahre alt sind.

239 neue Signale

Durch die Zentralisierung der Stellwerkstechnik lässt sich laut Bahn der Zugbetrieb effizienter und flüssiger steuern. In den vergangenen drei Jahren wurden entlang der Strecke 239 neue Signale aufgestellt. 91 Weichen erhielten neue Antriebe. 13 Bahnübergänge wurden technisch angepasst. Außerdem entstand ein neuer Bahnsteig in Banteln. In die neue, computergestützte Technik investierte die Deutsche Bahn etwa 65 Millionen Euro. Im Bahnhof Kreiensen befindet die Unterzentrale, die aus Hannover ferngesteuert wird. Die neue Technik ermöglicht nach Angaben von Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis eine Flexibilisierung des Bahnverkehrs und erhöht die Leistungsfähigkeit der Strecke, die täglich von etwa 250 Zügen befahren wird. Die betroffenen Fahrdienstleiter werden im näheren Umkreis eingesetzt beziehungsweise wechseln nach Hannover. aus: Neue Technik..., HNA/Northeimer Neueste Nachrichten, 4.11.2011

Zeittafel

Jahr Ereignis
1. August 1854 Der erste fahrplanmäßige Zug hält in Kreiensen. Der Abschnitt Alfeld-Göttingen der Hannöverschen Südbahn mit einer Länge von 58 Kilometern wird eröffnet.
5. August 1856 Die Strecke Börßum - Kreiensen wird eröffnet - Länge 61 Kilometer.
10. Oktober 1865 Die Strecke Kreiensen - Holzminden wird eröffnet - Länge 51 Kilometer.
1871 Sonderzug mit Kaiser Wilhelm hält in Kreiensen.
1886 Baubeginn des neuen Bahnhofsgebäudes auf Veranlassung des Herzogs von Braunschweig. Baumeister ist Richard Herzig, Königlicher Reg. Baumeister. Als Architekt fungiert Hubert Stier. Das Gebäude ist ca. 96 Meter lang, Breite Südseite: 16,60 Meter, Nordseite: 40,10 Meter.
1888/1889 Fürst Bismarck und der russische Zar Alexander III. treffen sich im Fürstenzimmer.
1890 Ein neues, repräsentatives Bahnhofsgebäude wird in Kreiensen nach vier Jahren Bauzeit eröffnet.
1912 Der Bahnhof Kreiensen bekommt elektrisches Licht.
1. August 1923 Ein schweres Zugunglück im Bahnhof Kreiensen fordert 44 Todesopfer und 50 Schwerverletzte.
26. Juni 1931 Der "Schienenzeppelin" hält in Kreiensen.
22. Februar 1945 Der Bahnhof Kreiensen wird von amerikanischen Fliegern angegriffen.
18./19. November 1956 Das erste Drucktasten-Spurplan-Stellwerk der Welt wird auf dem Bahnhof Kreiensen eingeweiht.
24. Mai 1963 Der erste elektrisch betriebene Zug fährt in Kreiensen ein.
2010 Die Bahn erneuert die Stellwerkstechnik. Kreiensen bekommt ein elektronisches Stellwerk.
14. August 2010 120 Jahre Bahnhofsgebäude mit Zugtaufe auf den Namen Kreiensen.
13. November 2011 Inbetriebnahme des neuen Elektronischen Stellwerks Kreiensen. Es wird aus Hannover ferngesteuert.

Weblinks

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