Bahnhof Immenhausen

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Bereits im Jahre 1848 wurde der erste Abschnitt der Eisenbahn-Strecke von Grebenstein nach Hümme (Friedrich-Wilhelms-Nordbahn) eröffnet.

Erst 1884 erhielt auch die Ackerbürgerstadt Immenhausen eine Haltestelle an der Bahnlinie. Begünstigt davon entstand 1898 auf der gegenüberliegenden Seite eine Glashütte, deren Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg von Richard Süßmuth wieder aufgenommen wurde.

Im Jahre 1925 wurde der südliche Anbau des Bahnhofsgebäudes aufgestockt. Danach blieb das Gebäude in seiner Grundform unverändert.

Heute verkehren auf der Bahnstrecke die Züge der RT 3 (Regio-Tram) des NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund) in Richtung Warburg und zum Kasseler Hauptbahnhof. Das Bahnhofsgebäude in Immenhausen befindet sich inzwischen in Privatbesitz.

Geschichte

Aus der Geschichte des Bahnhofs

Erst unbeliebt, dann unverzichtbar
Die Immenhäuser wollten ihren Bahnhof zuerst nicht haben

Artikel aus HNA-online vom 8.1.2013

Immenhausen. Willkommen war er nicht, für die Entwicklung der Stadtgeschichte spielte er jedoch eine wesentliche Rolle. Die Rede ist vom Bahnhof Immenhausen.

Als der Streckenverlauf der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn vom seinerzeitigen Cassel nach Karlshafen geplant wurde (der Abschnitt ab Hümme hieß dann Carlsbahn), standen die Immenhäuser Stadtväter der Einrichtung einer Eisenbahnstrecke durch die Gemarkung Immenhausens sehr skeptisch gegenüber.

Als 1848 der vierte Abschnitt von Grebenstein nach Mönchehof gebaut wurde, verlegte man in der Gemarkung Immenhausen die Gleise weit entfernt von der Stadt, die bis dahin nur innerhalb des Stadtmauerrings bewohnt war. Es war für die damalige, durch die schicksalsschwere Geschichte geprägte Bürgerschaft nicht möglich, sich nach der Errichtung der Bahnlinie für die Hergabe größerer Landflächen zur Anlage eines eigenen Bahnhofs zu entscheiden. So kam es, dass der Bau der ersten Bahnhöfe im wahrsten Sinne des Wortes an Immenhausen vorbei ging. Die Bürger mussten lange Zeit in den Bahnhöfen Grebenstein beziehungsweise Mönchehof ein- und aussteigen.

Erst 36 Jahre später, im Jahre 1884, erhielt die Stadt Immenhausen eine Haltestelle an der Eisenbahnstrecke. Für das Gelände musste die Stadt 800 Mark und für den Bahnhaltepunkt 1300 Mark zahlen. Zehn Jahre später bekamen die Immenhäuser mit der Einrichtung eines Güterbahnhofes Anschluss an den Güterverkehr.

Ende 1897 kam dann der Stückgüterverkehr bei der Bahnhaltestelle hinzu und 1899 wurde ein neues Bahnhofsgebäude in Betrieb genommen. Der rechte Gebäudeteil war noch flach, die Aufstockung erfolgte um 1925. Von dieser Veränderung abgesehen ist das Haus in seiner Grundform bis heute erhalten geblieben.

Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war fortan für Immenhausen so wichtig, wie Flughafen, Autobahnen und sonstige gute Infrastrukturen für Industriestandorte heute.

Den Standortvorteil erkannte auch Rudolph von Buttlar, der 1898 die von Buttlarsche Glashütte errichtete. Schnell, günstig und bequem erreichten die Rohstoffe für die Glasherstellung die Stadt. Und genauso komfortabel gingen die Waren zur Kundschaft in die ganze Welt.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Stadt Immenhausen immer mehr in Richtung des Bahnhofs. Die Untere Bahnhofstraße bildete die direkte Anbindung zum Altstadtzentrum. Ab 2002 wurde das Bahnhofsumfeld im Rahmen des Städtebau-Förderprogramms des Landes Hessen saniert. Das Bahnhofsgebäude verlor in 2010 seine originäre Nutzung. Seit einigen Jahren ist das Gebäude an die Real Audio&Stage GmbH für Veranstaltungstechnik verpachtet. Trotz Aufhebung der Nutzung des Bahnhofs ist Immenhausen nach wie vor Haltepunkt im Netz der Regiotram und daher gut an das Mittelzentrum Kassel angebunden. (zms)

Zur Geschichte der Eisenbahnstrecke

Die Eisenbahnstrecke geht zurück auf die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, die Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet wurde.

In ihrer Gesamtheit entstand die „Friedrich-Wilhelms-Nordbahn“ ab 1844. Die Teilstrecke von Hümme nach Grebenstein (Länge 11,48 km) wurde am 30.03.1848 eröffnet, eine weitere Teilstrecke von Kassel Hbf nach Grebenstein (Länge 20,59 km) am 29.08.1848.

(Quelle: Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken, Deutsche Reichsbahn 1935)

Die ersten Lokomotiven auf der Strecke ("Hirsch" und "Sababurg") wurden von einer amerikanischen Firma (Firma Norris in Philadelphia) bezogen, bevor die erste einheimische Lokomotive ("Drache" zum Preis von 15.686 Talern) der Kasseler Maschinenbaufirma Henschel im Jahre 1848 auf der "Nordbahn" ihren Dienst aufnahm.

Auf der Strecke von Warburg (Westfalen) nach Kassel lagen im Gebiet des Altkreises Hofgeismar folgende Stationen:

siehe auch