Bahnhof Grebenstein

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Der Bahnhof in Grebenstein

Der erste Bahnhof in Grebenstein wurde 1848 eingeweiht, im gleichen Jahr, in dem auch die Teilstrecke der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Grebenstein bis Hümme eröffnet wurde. Er stand an der Stelle des heutigen Geschäftshauses Kreuch und noch heute ist der Bahndamm in Richtung Kassel und in der Fortführung von der Hagenmühle aus zu erkennen.

Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahn (nach der preussischen Annexion 1866 hieß sie Hessische Nordbahn) und führte von Kassel über Hofgeismar und Hümme bis nach Karlshafen.

Nachdem am 24. August 1872 auf der Eisenbahnstrecke in Grebenstein ein Zug entgleiste und die Böschung hinuntersürzte (wobei auch ein Toter war zu beklagen war), wurde die Bahnstrecke verlegt und eine neue Trasse in Betrieb genommen.

Damals wurde auch der neue Grebensteiner Bahnhof eröffnet, der noch heute steht und ab 2001 grundlegend umgestaltet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Friedrich Wilhelms Nordbahn

In ihrer Gesamtheit entstand die „Friedrich-Wilhelms-Nordbahn“ ab 1844. Die Teilstrecke von Hümme nach Grebenstein (Länge 11,48 km) wurde am 30.03.1848 eröffnet, eine weitere Teilstrecke von Kassel Hbf nach Grebenstein (Länge 20,59 km) am 29.08.1848.

(Quelle: Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken, Deutsche Reichsbahn 1935)

Die erste "einheimische" Lokomotive der Firma Henschel ("Drache") nahm 1848 auf der Nordbahn ihren Dienst auf.

Die ersten Lokomotiven auf der Strecke ("Hirsch" und "Sababurg") wurden von einer amerikanischen Firma (Firma Norris in Philadelphia) bezogen, bevor die erste einheimische Lokomotive ("Drache" zum Preis von 15.686 Talern) der Kasseler Maschinenbaufirma Henschel im Jahre 1848 auf der "Nordbahn" ihren Dienst aufnahm.

Die im Jahre 1848 eröffnete Teilstrecke der "Nordbahn" führte von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Als erster in Kurhessen eröffneter Abschnitt der Eisenbahnlinie entstand die Strecke GrebensteinHümmeKarlshafen während der Regierungszeit von Kurfürst Friedrich Wilhelm I.; von dort verlief eine weitere Teilstrecke, die Carlsbahn bis nach Karlshafen, wobei der Streckenverlauf der Carlsbahn fast genau dem Verlauf des Landgraf-Carl-Kanals folgte.

Eine sehenswerte Ausstellung gab es in der Zeit vom 24.10.1982 bis 15.2.1983 im Grebensteiner Ackerbürgermuseum mit dem Titel: "Friedrich-Wilhelms-Nordbahn: 1. Kurhessische Eisenbahn 1848, Carlshafen-Grebenstein-Cassel" mit einer Darstellung zur Geschichte der Eisenbahn in Grebenstein in den Jahren 1848-1875.

Hier Grebenstein !

Aus der HNA-Serie: Die Bahnhöfe im Kreisteil Hofgeismar - Artikel vom 27.12.12

Grebenstein. Heute ist Grebenstein stolz darauf, an der Bahnlinie zu liegen. Doch Liebe auf den ersten Blick war es nicht, als beide vor 168 Jahren zusammengeführt wurden. Im Gegenteil: Die Grebensteiner bekämpften die Bahnlinie. Sie wollten nicht, dass die Schienen durch die Stadt führten.

Letztlich wurden ihre Sorgen beiseite gewischt - und 1848 wurde der Bahnhof eingeweiht. Er stand dort, wo heute Fahrrad Kreuch ist und der Bahndamm ist sowohl in Richtung Kassel als auch in der Fortführung von der Hagemühle aus zu erkennen.

Lange in Betrieb war er nicht. Sein Ende wurde am 24.August 1872 eingeläutet. Ein Zug entgleiste, die Strecke wurde, wie von den Einwohnern schon immer befürchtet, als zu gefährlich befunden und verlegt.

Drei Jahre später wurde die neue Trasse in Betrieb genommen - zusammen mit dem Bahnhof, der auch heute noch steht. Doch sein ursprüngliche Funktion hat er schon lange nicht mehr. Ende der 60er Jahre gab die Bahnhofsgaststätte auf, so erinnert sich Wolfgang Tölle, der sich mit der Geschichte der Bahn schon mehrfach auseinandersetzte. Dann wurde der Fahrkartenverkauf immer stärker reduziert - und schließlich war er ganz funktionslos und drohte vor sich hin zu gammeln.

Von der Stadt gekauft

2001 wurde er schließlich von der Stadt gekauft. Etwa eine halbe Million Euro kostete Kauf und Umbau. Dafür ist das Gebäude und auch das Umfeld mit Parkplätzen, Fahrradboxen und Busbahnhof wieder ein würdiges Aushängeschild der Stadt geworden. „Es war richtig das zu machen“, sagt Bürgermeister Danny Sutor, zumal das Gebäude seither fast ununterbrochen benutzt wird. Die Wohnung im Obergeschoss ist seither lückenlos vermietet, im Untergeschoss wechselten die Mieter häufiger. Erst war das Berufsbildungszentrum Kassel dort, dann kurze Zeit die Kreishandwerkerschaft und schließlich sieben Jahre lang AGiL.

Im März bezog die Zert Media die Geschäftsräume im Erdgeschoss, so dass diese 228 Quadratmeter weiter genutzt werden. Lediglich 88 Quadratmeter Gewerbefläche im ersten Stock stehen derzeit leer. Was die Bahn- und Regiotramfahrgäste aber auf dem Grebensteiner Bahnhof - wie auf vielen anderen - schmerzlich vermissen, sind Toiletten. Da scheint noch keine Lösung in Sicht.

Zur Geschichte des Bahnhofs Grebenstein

Am Samstag vor 160 Jahren wurde die Bahnstrecke durch Grebenstein eingeweiht. Mit einer Stadtführung und dem Enthüllen einer Gedenktafel wird dieses Jubiläum begangen.

aus: HNA-online vom 6.11.2008

Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich Grebensteins Museumsleiter Wolfgang Tölle mit der Geschichte der Friedrich-Wilhelm-Nordbahn. Kein Wunder also, dass er zu diesem Jubiläum eine besondere Aktion plant. Am Alten Bahnhof (Geschäftshaus Schwarzingen/Kreuch, früher Rewe-Markt) soll eine Gedenktafel enthüllt werden. Dort stand einst der Bahnhof, der zusammen mit der Strecke am Samstag vor 160 Jahren eingeweiht wurde.

Bis dahin klaffte etwa ein halbes Jahr eine Lücke im Schienennetz zwischen Kassel und Karlshafen. Per Bus wurden die Reisenden vom einen Endpunkt südlich der Stadt zum anderen am nordwestlichen Stadtrand gebracht.

In Grebenstein war die Bahn an sich zwar willkommen, die Streckenführung aber höchst umstritten. Und die Einwohner sollten Recht behalten. 27 Jahre nach der Einweihung gab es einen folgenschweren Unfall. Ein Zug war zu schnell, stürzte die Böschung hinab. Ein Toter war zu beklagen. Die Bahnlinie wurde darauf hin geändert, was blieb, ist der Bahndamm, der noch heute zu sehen ist.

Zum Großteil nicht mehr erhalten sind die Überführungen, die einst gebaut werden mussten, um die Bahnstrecke bauen zu können. Fünf große Viadukte und sieben kleinere Brücken waren dazu nötig. Heute sind davon noch ein Viadukt über die Esse (Nähe alter Rewe-Markt) und fünf kleinere Brücken vorhanden. Wenn es nach Tölle geht, sollte zumindest ein Viadukt in der Unterstadt wieder errichtet werden, um den historischen Charakter optisch zu unterstreichen. Bei der Stadtführung unter dem Motto "Die Eisenbahn in Grebenstein" wird er am Samstag seine Vorstellungen darlegen. Zugleich wird er mit Anekdoten für Unterhaltung sorgen.

Die Enthüllung der Tafel, zu der auch Landrat Dr. Schlitzberger kommen wird, ist für 14 Uhr vorgesehen, Anschließend findet die etwa einstündige Führung statt. Tölle: Ich hoffe, es kommen viele Grebensteiner." (mrß)

siehe auch

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