Bad Hersfelder Festspiele

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Plakat 2017
Ansicht der Stiftsruine
Plakat 2015

Als Kur- und Festspielort ist Bad Hersfeld besonders bekannt, vornehmlich durch die seit 1951 stattfindenden Bad Hersfelder Festspiele in der romanischen Stiftsruine Bad Hersfeld, die etwa 1600 Zuschauern Platz bietet.

Von Juni bis Anfang August finden die Freilicht-Festspiele unter Beteiligung hochrangiger Schauspieler in jedem Jahr statt. Im Vordergrund stehen klassische Stücke, die von annähernd 100.000 Zuschauern (2007) besucht werden.

Geschichte

Aus der Geschichte der Stiftsruine

Ansicht der Stiftsruine 2015

Die Stiftsruine Bad Hersfeld ist die grösste romanische Kirchenruine in Europa. Erzbischof Lullus von Mainz (später auch Abt des Klosters Hersfeld), ein Nachfolger des Heiligen Bonifatius, gründete im 8. Jahrhundert das Kloster in „Haerulfisfelt“, das im Jahre 775 als Reichabtei unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Hier fanden auch die Gebeine des Heiligen Wigbert eine Ruhestätte. Nicht zuletzt der wachsende Pilgerstrom führte im 9. Jahrhundert zur Erweiterung des Klosters und der Errichtung der Klosterkirche in den Jahren 831 bis 850.

Nach einem verheerenden Brand wurde im Jahre 1040 die neue Krypta und später auch der Neubau der Stiftskirche fertiggestellt, der erst im Jahre 1144 seinen Abschluss fand.

Im Siebenjährigen Krieg wurden die Stiftskirche und die Klostergebäude von französischen Soldaten als Vorratslager verwendet, das beim Rückzug der Franzosen im Jahre 1761 niedergebrannt wurde.

Die ehemalige Stiftskirche aus hellbraunen Steinmauern, blieb eine Ruine mit durchaus imponierenden Ausmaßen (25 Meter hoch und über 100 Meter lang); sie ist heute ein Wahrzeichen der Stadt und Aufführungsort der Bad Hersfelder Festspiele.

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... im Jahr 1761 die Abteikirche in Hersfeld von den Franzosen unter Broglio auf dem Rückzug im Siebenjährigen Krieg angezündet wurde, da sie das darin aufgespeicherte Getreide nicht in die Hand ihrer Gegner fallen lassen wollten. Seitdem ist das Bauwerk Ruine, in der jetzt die Hersfelder Festspiele stattfinden.
    August Bollerhey, Wehren

Festspieljahre

2007 - Goethes Faust

Im Jahr 2007 fand der Festakt zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele am 9. Juni in der Stiftsruine statt. Nach der Begrüßung durch Intendantin Elke Hesse und Bürgermeister Hartmut H. Boehmer sowie der Festrede von Professor Dr. Lothar Ehrlich eröffnete Bundesfinanzminister Peer Steinbrück offiziell die Festspiele. Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2007 auf Goethes "Faust".

2008 - Schiller und Shakespeare

Das Festspieljahr 2008 stand besonders im Zeichen von Schiller und Shakespeare. Die erste Premiere des Stücks „Die Jungfrau von Orléans“ fand am 7. Juni 2008 statt, es folgten am 11. Juni: „Jekyll & Hyde“, am 13. Juni: „Der gestiefelte Kater“, am 18. Juni: „Romeo und Julia“ und am 4. Juli: „Minna von Barnhelm“.

Mit einer letzten Vorstellung von "Jekyll & Hyde" und der Verleihung des Zuschauerpreises an Jan Ammann gingen die 58. Bad Hersfelder Festspiele am 3. August zu Ende.

Videos aus dem Festspieljahr 2012

Video vom Probenbeginn 2012

Vorstellung des Programms 2012

2014 - Rechtsstreit zwischen Intendant und Stadt

Hochrad-Artisten am Hersfelder Rathaus zur Festspieleröffnung 2007

Holk Freytag, der ehemalige Intendant der Festspiele, und die Stadt Bad Hersfeld hatten 2014 einen Rechtsstreit laufen. Freytag war nach einem langen Streit mit dem Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling um die Finanzen der Veranstaltung entlassen worden. Am 1. Dezember 2014 wurde bekannt, dass es in dieser Angelegenheit einen außergerichtlich geschlossenen Vergleich gab. Zudem wurde verkündet, dass Freytag unter dem neuen Intendanten, Dieter Wedel, das Stück Der zerbrochene Krug von Heinrich von Kleist im Jahr 2015 inszenieren würde.[1]

Rekordeinnahmen in 2015

Die Bad Hersfelder Festspiele hatten in der Saison 2015 mit Kartenverkäufen so viel Geld eingenommen wie nie zuvor. Wenige Tage vor der letzten Aufführung (2. August 2015) wurden bereits mehr als drei Millionen Euro erlöst.

Für die laufende Spielzeit 2015 hatte das Land Hessen den Zuschuss um 300.000 auf 577.000 Euro erhöht.[2]

siehe auch

Weblinks und Quellen

Festspiele 2015

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 1. Dezember 2014: Bad Hersfelder Festspiele: Ex-Intendant und Stadt einigen sich
  2. Aus HNA.de vom 28. Juli 2015. Ticketeinnahmen so hoch wie nie bei Hersfelder Festspielen

Weblinks