Bad Hersfeld

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Bad Hersfeld
Stiftsruine.jpg
Stiftsruine
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Einwohner: 30.164 (31. Dezember 2011)
Stadtverwaltung: Weinstraße 16
36251 Bad Hersfeld
Bürgermeister: Thomas Fehling (FDP)
Website: www.bad-hersfeld.de

Bad Hersfeld mit etwa 30.500 Einwohnern liegt im Osten von Hessen und ist die Kreisstadt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

Besonders sehenswert ist in der Kur- und Festspielstadt der Aufführungsort der Bad Hersfelder Festspiele, die romanische Stiftsruine Bad Hersfeld, aber auch die Altstadt rund um den Marktplatz mit zahlreichen Fachwerkbauten sowie die Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert.

Geografische Lage

Im Nordwesten von Bad Hersfeld liegt das Knüllgebirge und im Nordosten der Seulingswald.

Die Stadt liegt in der Hersfelder Senke am Zusammenfluss von Fulda und Haune. Im Stadtgebiet münden der Geisbach und die Solz in die Fulda.

Geschichte

Ansicht der Stiftsruine
Rathaus
Kurhaus im Kurpark

Die Stadt blickt auf eine Jahrtausende alte Siedlungsgeschichte zurück.

Im 8. Jahrhundert n. Chr. gründete Lullus, ein Schüler des heiligen Bonifatius, im Jahre 769 das Benediktinerkloster in Hersfeld. Schon einige Jahre zuvor hatte ein weiterer Bonifatius-Schüler, der heilige Sturmius im Jahre 736 in Haerulfisfelt eine mönchische Einsiedelei errichtet.

Im 12. Jahrhundert wurde Hersfeld dann auch als Marktort und im Jahre 1170 als Stadt erwähnt.

Während des Siebenjährigen Kriegs brannten im Jahre 1761 die Stiftskirche und die Klostergebäude nieder. Die Gebäude, als Vorratslager während der französischen Besatzung verwendet, wurden beim Rückzug der Franzosen in Brand gesteckt.

Die ehemalige Stiftskirche aus hellbraunen Steinmauern, blieb eine Ruine mit durchaus imponierenden Ausmaßen (25 Meter hoch und über 100 Meter lang); sie ist heute das Wahrzeichen der Stadt und Aufführungsort der Bad Hersfelder Festspiele.

Während der Besatzung durch Truppen Napoleons zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollte sogar die gesamte Stadt ein Opfer der Flammen werden und entkam im Jahre 1807 nur knapp der völligen Vernichtung.

Im Kern der Altstadt finden sich bis heute zahlreiche historische Fachwerkhäuser, darunter auch das älteste Fachwerkhaus der Stadt, das ehemalige Küsterhaus am Kirchplatz aus dem Jahre 1452 mit vorkragenden Obergeschossen auf dem zweigeschossigen Unterbau.

Zum Kurfürstentum Hessen gehört Hersfeld seit dem Jahre 1821. Einige Jahre später, im Jahre 1866, wurde die Stadt nach der Annexion Kurhessens preußisch und im selben Jahr auch an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

In Meyers Konversations-Lexikon (4. Aufl. 1888–1890, Bd. 8, S. 446 f.) heißt es am Ende des 19. Jahrhunderts u. a. über die Stadt:

Die Stadt H., ehemals Hauptort des Fürstentums, jetzt Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, am Einfluß der Geis und Haun in die Fulda und an der Linie Frankfurt a. M.-Göttingen der Preußischen Staatsbahn, 214 m ü. M., hat ein Amtsgericht, eine um 1320 erbaute schöne gotische Pfarrkirche mit Resten von Glasmalereien und hohem Turm, ein altertümliches Rathaus, Ruinen der 1761 von den Franzosen verwüsteten romanischen Stiftskirche, 3 Oberförstereien, ein Gymnasium mit Realprogymnasium, bedeutende Gerberei und Lederfabrikation, Maschinen-, Tuch- und Zigarrenfabriken, Bierbrauerei und (1885) mit Garnison (ein Füsilierbataillon Nr. 32) 7271 meist evang. Einwohner.

Die Entwicklung zum Kurbad beginnt mit der Erschließung des Lullusbrunnens im Jahre 1904. Erst ab 1949 heißt die Stadt allerdings Bad Hersfeld.

Zur Geschichte von Bad Hersfeld siehe auch: > Material zur Geschichte Bad Hersfelds auf www.konradlipphardt.homepage.t-online.de

Hersfelder Festspiele

Als Kur- und Festspielort ist die Stadt besonders bekannt, vornehmlich durch die seit 1951 stattfindenden Bad Hersfelder Festspiele in der romanischen Stiftsruine Bad Hersfeld.

siehe dazu: Bad Hersfelder Festspiele

Kirchen

Innenansicht der Stadtkirche

Lullusfest

Das Lullusfest gilt als das älteste Volksfest in Deutschland und erinnert an den Stadtgründer und Bonifatiusschüler Lullus (710 bis 786).

Es wurde erstmals im Jahre 852 gefeiert und findet in der Woche mit dem Gedenktag an den heiligen Lullus (16. Oktober) statt.

Im Jahr 769 lies der damalige Erzbischof Lullus von Mainz das Benedektinerkloster im nordhessischen Bad Hersfeld erbauen und gilt somit auch als Gründer der Stadt. In diesem wurde er nach seinem Tod (786) im Alter von 80 Jahren beigesetzt. Aufgrund seiner Popularität in der Region wurde das Lullusfest nach ihm benannt und zum ersten Mal im Jahr 852 gefeiert, nachdem eine neue Kirche erbaut und der Leichnam des Erzbischofs in dieser erneut beigesetzt wurde.

Medien

Fernsehen und Radio

Zeitung

Medizin und Gesundheit

Trinkpavillion im Kurpark

Fachkliniken

Bad Hersfeld war in den Jahren 1963 bis 2006 auch hessisches Staatsbad. Nach wie vor sind zahlreiche Kurkliniken angesiedelt, die sich jeweils auf die Rehabilitation in bestimmten medizinischen Fachgebieten spezialisiert haben.

siehe dazu: Fachkliniken und Krankenhäuser in Bad Hersfeld

Museen

siehe auch: Initiative Stolpersteine für Bad Hersfeld

Politik

WappenBadHersfeld.jpg

Bürgermeistter und Stadtverordnetenversammlung

Bürgermeister von Bad Hersfeld ist Thomas Fehling.

Nach der Kommunalwahl am 26. März 2006 entfallen 22 Sitze auf die SPD, 15 Sitze auf die CDU, je zwei Sitze auf FDP, Unabhängige und FWG und je ein Sitz auf Bündnis 90/ Die Grünen und die Gruppierung BfH (Bürger für Hersfeld).

Der Magistrat der Stadt besteht aus dem Bürgermeister und 7 Stadträten.

Kreisstadt

Im Jahre 1972 wurden die ehemals selbständigen Kreise Hersfeld und Rotenburg zusammengelegt und Bad Hersfeld wurde Kreisstadt des neu entstandenen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Wahlkreise

Bundestag

Michael ist Bundestagsabgeordneter (SPD) für den Wahlkreis 170

Michael Roth (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 170. Seit dem 17. Dezember 2013 ist er zudem Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Merkel III.

Im Wahlkreis 170 leben rund 232.000 Menschen in den Städte und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Weitere Informationen HIER und auf der Internetseite des Abgeordneten: Michael Roth (MdB)


Sehenswürdigkeiten, Kirchen und sonstige Bauwerke

Der Katharinenturm in Bad Hersfeld
Musuem "Wortreich" in Bad Hersfeld

Sehenswürdigkeiten

Kirchen

sonstige Bauwerke

  • Robert-Heil-Turm; er befindet sich auf dem Tageberg. Dieser quadratische, in vier Geschosse gegliederte Turm wurde ? erbaut und hat eine Höhe von ? Metern.

siehe auch

Hochrad-Artisten am Hersfelder Rathaus zur Festspieleröffnung 2007

Schulen und Hochschulen

Neben sechs Grundschulen verfügt Bad Hersfeld über drei Gesamtschulen, die Gesamtschule Geistal, die Gesamtschule Obersberg und die Konrad-Duden-Schule, die im Jahre 1570 vom Hersfelder Abt Michael zunächst als Klosterschule gegründet wurde, weiterhin über die Schule für Erwachsene Osthessen. Außerdem besteht eine Sonderschule, die Friedrich-Fröbel-Schule, am Ort.

Mit den Beruflichen Schulen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg und der Modellschule Obersberg (kaufmännische Berufsschulen) wurden zwei Berufsschulen angesiedelt, weiterhin das Berufsbildungszentrum Metall und das Bildungszentrum für Handel und Dienstleistung.

Eine Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen für den dualen Studiengang Betriebswirtschaft, Fachrichtung Logistikmanagement gehören ebenso zu den Bildungseinrichtungen am Ort wie die Abendschulen für Erwachsene, die Hochschule der Gesetzlichen Unfallversicherung, die Deutsche Angestellten Akademie, die Evangelische Jugendbildungsstätte Frauenberg (in Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck), die Volkshochschule des Landkreises und die Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

Sport

Stadtteile

Ältestes Fachwerkhaus der Stadt: das ehemalige Küsterhaus von 1452
Der Robert-Heil-Turm im Winter
Winterlandschaft an der Fulda bei Bad Hersfeld

Verkehrsanbindung

Eisenbahnverkehr

Bad Hersfeld liegt an der Strecke KasselBebraFulda.

Straßenverkehr

An den Autobahndreiecken Kirchheimer Dreieck und Hattenbacher Dreieck treffen sich die Bundesautobahn A 5 und die Bundesautobahn A 7 Bundesautobahn A 4.

Die Stadt liegt weiterhin an der Bundesstraße B 27, der Bundesstraße B 62 und der Bundesstraße B 324.

Die B 324 wird gern in beiden Richtungen von LKW's genutzt, um das Kirchheimerdreieck mit den Steigungungen und dem hohen Verkehrsaufkommem zu umfahren. Das ist eine günstige Alternative um die A 4 oder die A 7 schneller zu erreichen. Rund um die Uhr donnern die LKW's im Minutentakt durch die Innenstadt und über die Homberger Strasse.

Die LKW-Trasse ist zentral in der Kurstadt BAD Hersfeld eingebettet.

Flugplatz

Auf dem Johannesberg im gleichnamigen Stadtteil liegt der Flugplatz Johannesberg mit einer etwa 671 Meter langen und 18 Meter breiten Landebahn, der durch die US-Armee zwischen 1952 und 1953 angelegt und bis 1993 betrieben wurde. Er ist ein heute ein Flugplatz für private Motor-Flieger.

Verlauf der Fulda

Poppenhausen (Wasserkuppe) | Gersfeld | Bronnzell | Eichenzell | Fulda | Niederaula | Bad Hersfeld | Mecklar | Blankenheim | Breitenbach | Bebra | Lispenhausen | Rotenburg | Braach | Baumbach | Niederellenbach | Konnefeld | Morschen | Binsförth | Beiseförth | Malsfeld | Melsungen | Schwarzenberg | Röhrenfurth | Lobenhausen | Körle | Wagenfurth | Grebenau | Büchenwerra | Guxhagen | Guntershausen | Fuldabrück | Bergshausen | Kassel | Spiekershausen | Wahnhausen | Speele | Wilhelmshausen | Bonaforth | Hann. Münden

Wandern und Radwandern

Radwandern

Wandern

Wirtschaft

Die Statue von Konrad Zuse (links) und Konrad Duden
HZ-Gebäude am Schilde-Park. In 2011 wurde damit begonnen, das ehemalige Industriegelände der Benno-Schilde AG neu zu gestalten und die Freiflächen großzügig als Park anzulegen.

Industrie

  • Konrad Zuse

Dr. Konrad Zuse gilt als Erfinder des ersten Computers. 1957 siedelte sich das Stammwerk seiner Zuse KG in Bad Hersfeld in der Wehneberger Straße an. 1964 schied Zuse aus und BBC übernahm die Zuse KG. 1967 übernahm Siemens 70 % von BBC. Im Jahre 1969 wurde Siemens alleiniger Betreiber.

Im Juni 2005 wurde neben der Stiftruine eine Bronzestatue des Braunschweiger Bildhauers Andreas Krämmer aufgestellt, die Zuse zusammen mit Konrad Duden zeigt.

Die benachbarte Stadt Hünfeld, in der Konrad Zuse lebte, beherbergt ein Konrad Zuse - Museum, auch eine Schule ist nach dem Erfinder des Computers benannt.

Dienstleistung

  • Amazon: Im Bad Hersfelder Stadtteil Eichhof befindet sich das große Vertriebszentrum des Internet-Anbieters Amazon.
  • libri: Das Buchgroßhandelsunternehmen Libri betreibt sein Logistikzentrum in Bad Hersfeld seit Mai 2000 mit über 500 Mitarbeitern.
  • Hersfelder Zeitung

Wussten Sie schon ...

... dass es in Hersfeld mal eine Fußgängerbrücke über die Fulda gab? Ende der 1920er Jahre war von der technischen Nothilfe und einigen anderen Freiwilligen mit Unterstützung der Stadt etwa 100 Meter oberhalb des Strandbades ein fester breiter Steg mit Geländer über die Fulda gebaut worden.

Käthe Schulze, Bad Hersfeld

... dass der Spruch „liebt Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit“ (pacem, veritatem et iusticis diligite) in Stein gemeißelt im Hersfelder Rathaus zu finden ist? Er stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Marie Luise Bethke, Bad Hersfeld

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
WappenHersfeldRotenburg.jpg

Alheim | Bad Hersfeld | Bebra | Breitenbach am Herzberg | Cornberg | Friedewald | Hauneck | Haunetal | Heringen | Hohenroda | Kirchheim | Ludwigsau | Nentershausen | Neuenstein | Niederaula | Philippsthal | Ronshausen | Rotenburg a.d. Fulda | Schenklengsfeld | Wildeck