Baby-Notarztwagen

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Baby-Notarztwagen des ASB - Quelle: ASB

Der Arbeiter-Samariter-Bund Kassel-Nordhessen betreibt einen Baby-Notarztwagen, ein in ganz Nordhessen einmaliges Fahrzeug.

Geschichte

Bereits Mitte der Siebziger Jahre wurde unter maßgeblicher Beteiligung des ASB Kassel mit der Entwicklung einer speziellen Transportmöglichkeit für Neugeborene gesucht. Durch viel Eigeninitiative insbesondere der Ärzteschaft kamen die Planungen für ein spezielles Fahrzeug voran. Schon damals wurden die Fragen der Notwendigkeit und der Kostenaspekt diskutiert. Denn Neugeborene sind keine "Kleinst-Erwachsenen". So wurde 1976 das erste Fahrzeug - noch ein weitgehender Eigenumbau - in Dienst gestellt.

Das aktuelle Fahrzeug

Im Mai 2010 wurde die fünfte Fahrzeuggeneration in Dienst gestellt. Es wurde ein nach 11 Jahren Einsatz in die Jahre gekommenes Fahrzeug ersetzt. Aber auch die eingesetzte Medizintechnik

Das Fahrzeug ist mit einer Luftfederung der Hinterachse ausgestattet, um einen erschütterungsarmen Transport zu gewährleisten. Ferner verfügt das Fahrzeug erstmals über eine permanente 230V-Versorgung im Bordnetz, so dass alle Spezialgeräte, die auch in Kliniken benutzt werden, während des Transports eingesetzt werden können.

Der Inkubator - auch Brutkasten genannt - ist auf einem Tragengestell aufgebaut. Die Besonderheit ist der Ort im Fahrzeug: Der Inkubator ist quer zur Fahrtrichtung in Fahrzeugmitte eingebaut. Dort ist der erschütterungsärmste Ort im Fahrzeug. Ferner wird durch den Quereinbau die ständige Stauchung und Streckung der Wirbelsäule, die bei einer Lagerung in Fahrtrichtung bei jedem Bremsen und Beschleunigen eintreten würde, vermieden.

Zusätzlich stehen rund 10.000 Liter medizinischer Sauerstoff und ebenso viel Druckluft (für den Betrieb des Beatmungsgeräts) zur Verfügung.

Das Fahrzeug hat rund 250 Einsätze im Jahr. Das Einsatzgebiet erstreckt sich auf die nordhessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, aber auch Warburg, Höxter, Marsberg und Hann. Münden zählen zu den Einsatzorten. Stationiert ist das Fahrzeug beim Arbeiter-Samariter-Bund in Kassel in der Erzbergerstraße.

Die Finanzierung

Kommen wir zum traurigen Kapitel: Leider wird bei den Verantwortlichen die Notwendigkeit der Kostenträger die Notwendigkeit eines solchen Spezialfahrzeugs nicht gesehen. Dabei ist die Notwendigkeit ganz einfach durch die Grundsätze der Medizin herzuleiten.

Aus diesem Grund muss die Anschaffung des Fahrzeugs komplett aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen des Arbeiter-Samariter-Bund finanziert werden. Und Medizintechnik ist teuer: Die Anschaffungskosten beliefen sich auf über 187.000 Euro.

Baby-Notarztwagen des ASB - Quelle: ASB