Büraberg

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Kirche auf dem Büraberg

Zwischen 600 und 700 n. Chr. sind es einzelne Mönche aus Irland und Schottland, die sich persönlich berufen fühlen, die christliche Heilsbotschaft auf dem Kontinent weiterzugeben. Nach ersten Missionserfolgen wurden auch die ersten Kirchen errichtet, so z. B. auf der fränkischen Grenzfeste auf dem Büraberg bei Fritzlar.

Ein Teilstück des Bonifatiuswegs verläuft heute über den Gipfel des Bürabergs.

Geschichte

Die Büraburg, von der heute nur noch Reste erhalten sind, war bereits als fränkische Burg auf dem 275 m hohen Büraberg erbaut worden, einem mächtigen Bergrücken oberhalb des Edertals und des Fritzlarer Ortsteils Ungedanken im heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Der Büraberg ist ein zum Edertal hin steil abfallender Ausläufer des Kellerwalds.

Die Festung Büraburg wurden von den christlichen Westfranken ausgebaut und war neben der Amöneburg ein wichtiger Stützpunkt im Hessengau. Nach der Christianisierung des Oberlahngaues (um Marburg) und seinem Romaufenthalt kam Bonifatius im Jahre 723 zur Büraburg.

Aus England kommend, wurde er im Jahre 722 noch unter seinem früheren Namen Winfried vom Papst mit der Missionierung vor allem der Chatten betraut. Er wählte den Büraberg als Ausgangspunkt seiner Missionstätigkeit, errichtete hier den ersten hessischen Bischofssitz und gründete im Jahre 742 auch das Bistum Büraberg, das später in das Erzbistums Mainz eingegliedert wurde.

Im Jahre 774 belagerten feindliche Sachsen auch die Büraburg, wo die Bevölkerung Fritzlars Schutz gesucht hatte. Sie plünderten und brandschatzten die Stadt, konnten aber die Burg auf dem Büraberg nicht einnehmen. Die von Wigbert errichtete steinerne Basilika blieb unversehrt, was zu der Legende führte, zwei Engel seien erschienen und hätten die Feinde verjagt.

Wallfahrtskapelle St. Brigida

Bonifatius-Denkmal von Ubbo Enninga vor dem Dom in Fritzlar

Auf dem Büraberg entstand - mit frühfränkischen Fundamenten - die Kapelle St. Brigida, inzwischen ein Ziel für jährlich stattfindende Prozessionen und Wallfahrten. Seit dem Jahre 1773 ziehen am 5. Sonntag nach Ostern alljährlich die katholischen Gemeinden von Fritzlar und Ungedanken in einer Prozession zur Bergkapelle.

Nördlich der Alpen zählt der Kirchbau zu den ältesten Sakralbauten, deren Grundmauern etwa aus der Mitte des 6. Jahrhunderts stammen.

Besucher finden auf dem Büraberg Ausgrabungen und Hinweistafeln zur Geschichte von Kirche und Burg sowie einen beeindruckenden Ausblick über den nördlichen Hessengau.

Kurze Zeit war das Gotteshaus die Bischofskirche des von Bonifatius gegründeten Bistums Büraberg (742-46).

siehe auch

Wandern

Wandertipp

Wussten Sie schon, dass ... ?

  • ... nach den jüngsten Forschungen die Büraburg oberhalb Ungedanken zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert wohl der Vorläufer der Pfalz in Fritzlar war?“
    Dr. Johann-Henrich Schotten, Fritzlar
  • ... die Gebeine des heiligen Wigbert im Jahr 780 heimlich aus Fritzlar vom Büraberg – wohin sie vor den Sachsen gerettet worden waren – nach Hersfeld überführt wurden? Wahrscheinlich um kein unnötiges Aufsehen in Fritzlar zu erregen wurde der Vorgang lange verschwiegen, erst in 802 erstmalig in einer Urkunde erwähnt.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... der ursprüngliche Kreuzweg am Büraberg bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von dem 1697 verstorbenen Kanonikers Martin Schlicker gestiftet worden ist? Während des 3. Reichs wurde bekanntlich der Kreuzweg durch die Hitlerjugend zum größten Teil zerstört und 1953 wieder erneuert. Am 20. September 1953 wurde der Kreuzweg am Büraberge nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten auf Veranlassung des Vereins der Freunde des Büraberges eingeweiht.
    Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar

Video

Weblinks



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