Böddiger Berg

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Der Böddiger Berg ist die nördlichste offiziell anerkannte Weinlage in Hessen und der nördlichste wirtschaftlich betriebene Weinberg in den alten Bundesländern.

Die Lage an der Eder ist einer der ersten ökologischen Weinberge in Deutschland. Der Böddiger Berg gehört zur Weinbauregion Rheingau.

Geschichte

Traditionell wurde in der Region Nordhessen schon seit Jahrhunderten Wein angebaut. Anfang der 1950er Jahre kultivierte der Bauunternehmer Georg Angerbach eine Südwest-Lage nördlich des 51. Breitengrads an einem Hang bei Felsberg. Auf den Terrassen baute er die Rebsorten Riesling, Ehrenfelser und Müller-Thurgau an. Der Pionier des ökologischen Weinbaus erzielte überraschende Ergebnisse, da sich die Produkte des Weinbergs durch eine herbe Säure und eine fruchtige Frische auszeichneten.

Ende der 1970er Jahre versuchte das Weinbauamt Eltville, den weiteren Anbau von Wein zu unterbinden, scheiterte jedoch vor Gericht. Böddiger Berg durfte sich seitdem "nördlichster Weinberg Deutschlands" nennen.

Der regionale Erfolg des Weins ermöglichte dem Winzer, den Wein zunächst in einer Straußwirtschaft und später in seiner eigenen Weingaststätte Fröhlicher Weinberg direkt zu vermarkten. Gekeltert und aufgebaut wurde der Wein im eigenen Weinkeller. Das Wirtschaftsjahr begann mit der manuellen Lese, und ein im Weinberg angebauter Federweißer wurde im Lokal ausgeschenkt. Witterungsbedingte Ernteausfälle Mitte der 1970er Jahre brachten das Weingut in finanzielle Schwierigkeiten.

Seit 1979 wird das Weingut vom Drogenhilfe Nordhessen e.V. als Therapieeinrichtung genutzt. Unterstützt wird diese vom Hessischen Sozialministerium. Der Weinbau am Böddiger Berg wurde zunächst eingestellt.

Der Förderverein

Seit 1993 wird der Weinbau von dem Förderverein Böddiger-Berg e.V. auf einem zwei Hektar bestockten südwestlichen Hang als ökologischer Weinbau fortgesetzt. Überwiegend werden die Rebsorten Ehrenfelser, daneben aber auch Riesling, Silvaner und Kerner auf einem Untergrund bestehend aus Lava-Basaltgestein kultiviert. Der Wein wird nach der Lese zu den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach nach Eltville transportiert und dort gekeltert, ausgebaut und auf Flaschen gezogen.

1999 erntete man einen Jahrhundertwein: 9750 kg Trauben wurden gelesen. Bei durchschnittlich 76 bis 78 Grad Öchsle und 10,1 Gramm natürlicher Säure pro Liter verfehlte der Wein nur knapp das Prädikat Kabinett. 2000 wurde die erste Weinkönigin gekrönt.

Der Wein ist charakterisiert durch seine Gradlinigkeit im Ausdruck. Mit feinem Säurespiel überrascht der Wein durch fruchtige Frische und einem harmonisch ausgewogenen Verhältnis von Trockenheit und Restsüße. Aufgezogen wird der Wein in die Flasche Rheingauer Flöte.

Die Reben werden auch versektet und zu Branntwein destilliert.

Die Lese

Die Lese wird von freiwilligen Helfern durchgeführt, die gegen eine gute Verpflegung und zwei Flaschen Böddiger Berg als Entlohnung die Gelegenheit nutzen, an dem einmaligen Gemeinschaftserlebnis in Hessens nördlichstem Weinberg teilhaben zu können.

Die Weinköniginnen

  • 2000 bis 2002: Tanja Münzberg
  • 2002 bis 2003: Kerstin Sippel
  • 2003 bis 2006: Jennyfer Senhold, jetzt Clobes
  • 2006 bis 2008: Carolin Benedikt
  • 2008 bis 2009: Sarah Schnitzerling
  • seit 26.06.2009: Karina-Franzisca Hilgenberg

Der Ertrag der letzten Jahre

  • 2013 konnten 9 Tonnen gesammelt werden. Daraus wurden 6000 Flaschen Wein sowie 1700 Flaschen Sekt produziert.
  • 2014 wurden auf dem Böddinger Berg 1,8 Tonnen gesammelt und der Ertrag reicht für 2500 Flaschen. Für die Sektproduktion blieben keine Trauben übrig. Die schlechte Ernte wurde den Tieren zugeschrieben. [1]

Pläne für Solarpark

  • 2009/2010 gab es Pläne, einen Bürgersolarpark am Böddiger Berg zu bauen. [2]

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 24. Oktober 2014: Nur 2500 Flaschen: Bittere Enttäuschung über Weinernte am Böddiger Berg.
  2. Aus HNA.de vom 5. August 2013: Solarpark liegt aus Eis.