Axel Herwig

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Alexander (gen. Axel) Herwig, * 29. Dezember 1909 in Kassel, † 1. April 1980 in Kassel; er war Lehrer, Theatermann, Mundartautor, Liedermacher.

Axel Herwig

Leben und Werk

Axel Herwig wurde am 29.Dezember 1909 in Kassel-Unterneustadt geboren. Er besuchte von 1918 bis 1921 die Bürgerschule 5 (Am Wall), 1921 bis 1923 die Oberrealschule II in Kassel. 1923 bis 1930 war er Stipendiat an der Hans-Richert-Schule in Berlin (Staatl. Bildungsanstalt Berlin-Lichterfelde, zuvor Kadettenanstalt) und legte am 10. März 1930 die Reifeprüfung mit Auszeichnung ab. Nach dem Studium an der Pädagogischen Akademie in Kassel von 1930 bis 1932 (1. Lehrerprüfung am 23. März 1932) war er als Lehrer an der Kasseler Bürgerschule 11 tätig. Am 30. 5. 1933 wurde er aus politschen Gründen von den Nazis aus dem Schuldienst entlassen (Herwig war Vorsitzender der Studentenschaft, Vorläufer des heutigen AStA, gewesen). Von 1933 bis 1939 war er Buchhandlungsgehilfe und nahm Gesangs- und Schauspielunterricht. Am 6. März 1937 heiratete er die Lehrerin Gertrud Wiegmann; aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Von 1939 bis 1945 ging Herwig einer kaufmännischen Tätigkeit bei der Fa. Henschel & Sohn nach, zuletzt als Abteilungsleiter. Nach 1946 war er Schauspieler und war als Regisseur tätig, u. a. in Burghasungen, Niederelsungen, Waldeck, Trendelburg, Vollmarshausen und Wolfhagen; er war auch Verfasser und Bearbeiter von Bühnenstücken und Festspielen. Von 1955 bis 1976 war er Lehrer an der Dorothea-Viehmann-Schule in Kassel-Niederzwehren (am 19. März 1958 legte er im Alter von 48 Jahren die 2. Lehrerprüfung ab). 1969 Gründung des Schauspielstudios "Junge Bühne Niederzwehren" (damit Rettung des Hauses Knorrstraße 6 - der "Alten Schule" - vor dem Abriß). 1975 Gründung des "Kasseler Schnuddelquartetts" mit Eugen Kratzer, Fritz Faasch und Anni Keye; erster Kasseläner Frühschoppen "Schobben ung Kännchen" am 6. April 1975 in "Knorr 6". Von 1977 bis 1980 publizierte Herwig vier Kasseler Mundartbücher und hatte regelmäßige Rundfunk- und Fernsehauftritte beim Hessischen Rundfunk. Am 12. März 1980 stiftete er den "Axel-Herwig-Fond zur Förderung der Kasseler Mundart". Herwig starb am 1. April 1980 in Kassel-Niederzwehren.[1]

Ehrungen

  • 1978 Verleihung der Kasseler Stadtmedaille durch Oberbürgermeister Hans Eichel, am 5. März.
  • 1979 Verleihung des Ehrenbriefs des Landes Hessen durch Holger Börner, am 29. Dezember.
  • 1981 Zu den Ehrungen des inzwischen Verstorbenen gehört die Benennung des "Axel-Herwig-Wegs" in Niederzwehren, Einweihung am 25. Oktober.

Publikationen

  • Kasselänisch von A bis Z. Kassel 1977.
  • Griene Soße. 'm baar mehr als 200 Schnuddel-Gedichte uff kasselänisch, gerimmed ung gelimmed von A. H. Kassel 1978.
  • Geschimbed is norr lange nidd geschlohn oder au Wie daß mäh's in un um Kassel rim midd'en Schimbewergg halen. Kasselänisches Schimpfwörterbuch. Kassel 1979.
  • Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner. Kassel 1980.[2]

Literatur

  • Norbert Rose: Alexander ("Axel") Herwig. Rückblick auf einen ungewöhnlichen Lebensweg. In: Der Mundart-Kurier 4, 2005, S. 4.

Querverweise

Netzverweise

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Im ganzen nach Rose 2005.
  2. Herwig hatte einen fünften Mundart-Band geplant, der die Reihe abschließen sollte, ein Kasseler Kochbuch. Es sollte 1981 erscheinen, was aber durch seinen Tod verhindert wurde. Das Buch ist mit unterschiedlichen Titeln angekündigt worden: Derheime schmegged's am beßden und Forz midd Brieh.