Autobahnbrücke Bergshausen

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Die Autobahnbrücke oberhalb von Bergshausen

Die Autobahnbrücke Bergshausen ist eine siebenfeldrige Talbrücke welche der Bundesautobahn 44 angehört. Sie überspannt südlich der Stadt Kassel bei Bergshausen das Fuldatal.

Die Brücke befindet sich zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-West und dem Autobahndreieck Kassel-Süd. Unter ihr befindet sich die Fulda sowie die Landesstraße 3124 und der Fuldaradweg.

Das Bauwerk liegt ca 55 Meter über dem Talgrund und besteht aus einer heute nur noch selten anzutreffenden Stahlfachwerkkonstruktion.

Geschichte

Die Geschichte dieser Brücke ist Teil des Autobahnbaus in Nordhessen und reicht auf das Jahr 1934 zurück, als Todt seine Einwilligung für die Planung des Südkreuzes Kassel gab. Damals wurde bereits angenommen, dass eine Autobahnlinie von Kassel nach Westen in Richtung Dortmund-Köln gebaut werden sollte, und das Kreuz schuf dafür den notwendigen Abzweig. Die Betonierung der Unterführungen des Kreuzes wurde im Jahre 1937 vorgenommen.

Historisches Bild der Brücke
1962 im Jahr der Fertigstellung: Die Bergshäuser Brücke der Autobahn 44 über die Fulda

An der Autobahnbrücke über die Fulda bei Bergshausen bei Kassel lässt sich ablesen, wie im Autobahnprojekt der NS-Zeit verschwenderisch geplant wurde und ein großartiger Auftritt gesucht wurde. Mit der Monumentalität der 698m langen und im Jahre 1935 geplanten Brücke mit einer Spannweite von mehr als 120m zwischen zwei Pfeilern sollte der Herrschaftsanspruch des NS-Regimes unterstrichen werden. Zum Bau der Brücke kam es jedoch nicht mehr. Nur die Gründung der Fundamente für die Brückenpfeiler in der Fulda geschah noch im Jahre 1941.

Der Bau der Brücke mußte aber zu Lasten der Gemeinde Bergshausen geschehen, die neben der Brücke liegt und den Lärmabstrahlungen des Verkehrs ausgesetzt ist. Als einen weiteren Nachteil der Brücke haben sich die hohen Unterhaltskosten der Brücke herausgestellt. Von 1984 bis zum Jahre 2005 sind dafür knapp 7 Mio. Euro aufgewendet worden (Hessisch Niedersächsische Allgemeine vom 15.9.2006).

Diese mit dem Herrschaftsanspruch des NS-Regimes verknüpfte Brücke wurde jedoch ironischer Weise erst in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1959-1962 mit Kosten von 19 Mio. DM (zunächst zweispurig) erbaut und mit einem Autobahnteilstück versehen, das bis zum VW-Werk Kassel reichte und daher als Werksanschluß an das Autobahnnetz angesehen werden mußte. Indem man den Brückenbau mit der merkwürdigen Formel rechtfertigte, einen „hochwasserfreien Übergang über die Fulda“ zu schaffen, blieb die Höhe der Brücke von 50 Metern unerwähnt.

Als Alternative dazu hätte auch die Südtangente (A49) von Kassel dienen können, die vom Kreuz Kassel-West abgeht und am Kreuz Kassel-Mitte auf die Linie A7 trifft ( vergl. Abbildung). Diese Tangente war bereits seit längerer Zeit in der Diskussion, wurde aber erst 1981 eröffnet. Sie machte die Brücke eigentlich überflüssig. Der Verkehr könnte vom Kreuz Kassel-West über die Südtangente zur A7 fliessen. Dass man nicht bereits 1959 die Südtangente als eine demokratisch-ökologische Alternative zum NS-Autobahnbau gewählt hatte, zeigt auf erschreckende Weise die Kontinuität der NS-Planungen in der frühen Bundesrepublik auf.

Neubau ist in Planung

Mittlerweile ist die Brücke dem steigenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Bis 2020 soll sie neu gebaut werden. Der Neubau ist notwendig, weil die A44 südlich von Kassel wegen der steigenden Verkehrsbelastung von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden muss. Durschnittlich sind 42 000 Fahrzeuge pro Tag auf der Brücke unterwegs. 2020 soll die Zahl bei 71 000 Fahrzeugen liegen. Eine Erweiterung der Stahlbrücke ist nicht möglich. Auch die Unterhaltungskosten in Millionenhöhe sprechen für einen Neubau. Die Grundsatzentscheidung für den Neubau wurde vom Bundesverkehrsministerium 2009 gefällt. Wo genau die neue Brücke gebaut werden soll, steht noch nicht fest. Auch einen Zeitplan gibt es noch nicht.


Blitzer

Ende des Jahres 1996 kündigte das Innenministerium den Aufbau einer fest installierten Radaranlage auf der Brücke an. Im Frühjahr des gleichen Jahres wurden bereits Schilder mit einer Tempobegrenzung aufgestellt. Sie solltem dem Lärmschutz dienen. Die fest installierte Radararanlage kostete damals 125.000 Euro. [1] Anfang Dezember 2015 wurden die Blitzer von der Bergshäuser Brücke entfernt und einige Hundert Meter weiter vorne in einer Kurve aufgestellt. Messungen ergaben, dass die Brücke keinen Unfallschwerpunkt mehr darstelle. [2]

Literatur

Grafik der Südtangente
  • Richard Vahrenkamp: Der Autobahnbau 1933 – 1943 und das hessische Autobahnnetz, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 109, 2004.

siehe auch


Weblinks

Working Papers in the History of Mobility No. 3/2001

  • HNA.de vom 6. Januar 2015: Land: Blitzer an Bergshäuser Brücke bleiben abgebaut
  • HNA.de vom 9. Dezember 2015: A44: Blitzer an Bergshäuser Brücke weg, neue Anlage in der Kurve