Autobahn A 7

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A7 Streckenführung
Autobahnkapelle Kassel "Licht auf dem Weg" am Lohfeldener Rüssel A7/A49

Die Bundesautobahn A 7 (BAB 7) ist mit rund 946 Kilometern die längste deutsche Autobahn und führt als Nord-Süd-Achse von der dänischen Grenze – auch durch die Bundesländer Niedersachsen und Hessen - bis an die österreichische Grenze.

Zwischen Hann. Münden - Hedemünden und Hann. MündenLutterberg überquert die Autobahn die Werra in etwa 80 m Höhe mit der 416 m langen Werratalbrücke.

Geschichte und Verlauf

Diese von Norden nach Süden Deutschland durchziehende Autobahn, also von Flensburg im Norden und das Grenzgebiet zu Österreich im Dreieck Memmingen, Lindau am Bodensee und Füssen, ist mit derzeit 945,6 Kilometern die längste deutsche Autobahnstrecke. Als seinerzeit die HaFraBa 1926 als Verein für die Planung und Bau von Automobilstraßen gegründet wurde, erhielt auch die Autobahn-Verbindung von Hamburg über Hannover und Kassel nach Frankfurt/Main, am Odenwald entlang durch das Rheintal bis nach Basel als Grenzstadt in der Schweiz diesen Namen.

Der Bau Nähe Kassel begann noch in 1934, am 11.September; schon am 1. Mai 1934 wurde in Kassel eine der Aufgabe entsprechende Behörde gegründet - (siehe auch HaFraBa). Seit dieser Zeit ist - zwar durch den Krieg bedingt unterbrochen - der Autobahnbau um Kassel, auch in Bettenhausen eine fast unendliche Geschichte.

Auch kann man sagen, dass Bettenhausen mit "seiner" Bundesstraße B7, bzw, Leipziger Straße, die an die Autobahn A7 direkt am (*) östlichen Ortsbereich angebunden ist, doch erheblich unter dem modernen Straßenverkehr zu leiden hat! - (*) Seinerzeit beim Bau erfolgte eine Flurbereinigung, bei der die Gemarkungsgrenze an das Autobahngrundstück gelegt wurde.

Zur Gesamtsituation soviel schon jetzt: Der immer mehr wachsende Individual-, Reise- und Lastwagenverkehr für gewerblichen Transport von Handelsgütern machte immer wieder Ausbau notwendig. Eine der großen Maßnahmen war die Verbreiterung auf sechs Fahrspuren mit beidseitigem Standstreifen und unterschiedlichen, auch und vor allem bauliche Lärmschutzeinrichtungen in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Auch wurde dabei nicht vergessen, ausreichend Rastplätze mit entsprechender Kapazität auszubauen bzw. auch neu anzulegen.

Für die Hessische Straßenbauverwaltung bzw. durch das Amt in Kassel war der A7-Bereich ab der Landesgrenze zu Niedersachsen (berüchtigt als "Sandershäuser Berg") wie vor geschildert auszubauen; dies obwohl der zuerst definierte Ausbaubeginn das damals so genannte Kasseler Kreuz war; im Süden war Erneuerungsende das so genannte Kirchheimdreieck, bzw. Anbindung der A4 von/nach Hersfeld, mit Erneuerung der sich anschließenden Aulatalbrücke und Verbreiterung des "Aufstieg zum Hattenbachdreieck" bis zur Spreizung nach Gießen, bzw. Frankfurt der heutigen A5, sowie nach Fulda, bzw. Würzburg, also heutige A7 und weiter. Hier südlich vom "Kirchheimdreieck", begann seinerzeit mit dem Autobahndreieck Hattenbach in den 60er Jahren der Autobahnneubau über Fulda nach Würzburg; die so genannte "Rhönlinie".

Anfahrt zum Campingplatz Fuldaschleife mit dem Auto oder Fahrrad über den Radfernweg R 1
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Als Besonderheit seien noch drei Brückenbauwerke hervorgehoben; dies ist der Neubau der Fuldatalbrücke bei Guxhagen in Spannbetonbauweise, mit einer Länge von knapp 165 m bei 3 Feldern; dann die Verbreiterung der als "Brückenbaudenkmal" eingeordneten Helderbachtalbrücke, über die Straße Gensungen - Melgershausen, Nähe Melsungen, diese hat Besonderheiten wie kleine Stützweiten, eine Fahrbahnplatte auf Trägerrost ohne Vorspannung und zeichnet sich aus durch schlanke Pfeiler, mit einer Länge von 200 m bei 10 Feldern; als drittes dann der Neubau der Aulatalbrücke zwischen Kirchheim Dreieck und Hattenbacher Dreieck. Mit acht Feldern bei einer Länge von 245 Metern ist sie die größte nordhessische Brücke der A7 und in vorgespannter Betonbauweise errichtet. - auch das aus der schon hier und in/bei HaFraBa zitierten "Dokumentation "BAB A7".

"Werraübergang" der A7
Notbremsweg bei Hedemünden

Zusatz: Seit knapp zwei Jahrzehnten hat diese letzt genannte in relativ geringer Entfernung eine fast parallele Begleiterin; nämlich eine der zahlreichen Brücken der DB-ICE-Neubaustrecke zwischen Kassel und Fulda. Übrigens ist die "Parallelität" in unserer Gegend - schon ab Göttingen und bis Fulda, immer wieder mal zu sehen. Dies trifft besonders zu beim "Werraübergang" bei Hedemünden; imposant sind auch die "ICE-Talbrücken" bei Reckerode und bei Niederaula. -

Der seinerzeitige langjährige Leiter eines der großen Hessischen Straßenbauämter - der in Kassel, Kölnische Straße 69 ansässigen hessischen Sraßenbaubehörde - Hessisches Straßenbauamt Kassel, Diplom-Ingenieur und leitender Baudirektor Heinz(Henner) Herwig, schreibt in 1993 in der "Festschrift" zur Vollendung des Ausbaus vom damaligen "Kasseler Kreuz" - Nähe Autobahnrasthaus Kassel - der A7 bis "Hattenbacher Dreieck", mit dem Titel: "BAB A7 Sechsstreifiger Ausbau Kasseler Kreuz bis Hattenbacher Dreieck", Zitat aus dem Vorwort:

"Nach etwas mehr als 20 Jahren kann nunmehr die Modernisierung d(ies)er Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Kassel und dem Autobahndreieck Hattenbach als abgeschlossen betrachtet werden. Mit der Modernisierung war neben einer Grunderneuerung auch die Verbreiterung auf 6 Fahrstreifen verbunden. Die Gesamtkosten für diesen Ausbau betragen 450 Millionen DM(230 Mi.Euro). Die BAB A7 ist eine der großen Nord-Süd-Autobahnen Deutschlands, die auf ihrem Weg von Flensburg bis Füssen im Allgäu auf ca. 62 km Länge einen Teil der nordhessischen Mittelgebirge durchquert.

Der ursprüngliche Name dieser Autobahn wurde *)Hafraba genannt, weil damit die Hansestädte mit Frankfurt und Basel verbunden werden sollten. Dieser Name wurde durch die Väter des Autobahngedankens zum Ende der zwanziger Jahre(20.Jahrh.) geboren, als sie die Meinung vertraten, daß das zukünftige Verkehrsaufkommen den Bau von Autostraßen erforderlich machen würde. Wie fortschrittlich und richtig diese Idee war, bedarf keiner weiteren Bestätigung, denn die Motorisierungswelle der Nachkriegszeit hat zu einer beispiellosen Belastung der Autobahnen geführt und in starkem Maße mit dazu beigetragen, daß sich die Bundesrepublik zu einer Wirtschaftsmacht entwicken konnte.(so Heinz Herwig 1993; - s.a.Eintrag *)HaFraBa, nun weiter im Zitat)

Dieser Autobahnabschnitt der A7 gehört zu den Autobahnstrecken, die in den Jahren 1935 bis 1939 mit einem Regelquerschnitt von 24 m Breite gebaut wurden. Diese Querschnittsbreite entstand durch 2 * 7,50 m breite Richtungsfahrbahnen, die beidseitig innen mit einem 1 Meter und außen mit 0,50 m befestigten Randstreifen eingefaßt waren. Ein begrünter 3 m breiter Mittelstreifen trennte die beiden Fahrbahnen voneinander. Mit nun noch beidseitig 1,50 m breitem unbefestigten Bankett war die Kronenbreite von 24 m erreicht. Standstreifen von 2,50 m befestigter Breite, die heute unabdingbare Bestandteile eines Regelquerschnittes sind, waren damals nicht vorhanden. Sowohl für die Verkehrssicherheit als auch für die Unterhaltung der Autobahnen sind heute Standstreifen unerläßlich. Neben einer verminderten Verkehrssicherheit sind bei einem solchen Querschnitt auch die Leistungsfähigkeitsgrenzen sehr bald erreicht.

- es folgt nun eine allgemeine Betrachtung zum Bau selbst, den Behörden auch der beteiligten Autobahnpolizei, da der Bau ja immer unter Verkehr erfolgte; nun weiter zum Abschluss des "Herwig-Zitats"

Mit dieser Dokumentation soll eine zwanzigjährige Baugeschichte im Rahmen einer ungewöhnlichen Verkehrsentwicklung dargestellt werden. Bauen unter Aufrechthaltung des Verkehrs in der genannten Größenordnung erfordert Umsicht, Organisation und ein vorausschauendes Konzept. In diesem Fall wurde eine große Ingenieuraufgabe mit Erfolg verwirklicht." - soweit Diplom-Ingenieur Heinz Herwig -

Nur soviel will ich als Autor noch anmerken, da ich als verantwortlicher Vermessungsingenieur viele Jahre am Gelingen der Aufgabe beteiligt war; es war verdammt hart unter diesem Lärm und auch der dauernden Gefahr die Konzentration aufzubringen, dass keine Fehler passierten und keiner der Mitarbeiter zu Schaden kam; dies ist gelungen und man muss wissen, die Bagger kannten selten schlechtes Wetter; deshalb arbeiten so lange wie möglich, egal ob Regen oder Schnee erheblich Sicht und Wohlbefinden beeinträchtigte.

Anzumerken ist ebenfalls noch, dass schon am Beginn der Ausbauarbeiten das Kasseler Kreuz mit zwei so genannten Direktspangen verbessert wurde, also einmal von "Hannover nach Dortmund" und von "Dortmund nach Frankfurt", damit den Verkehrsteilnehmern das "Kreiselfahren" im alten "Elefantenohr" erspart blieb. Während der vorbereitenden Messarbeiten, "musste ich einige Autofahrer umdrehen", denn dort entstanden "Geisterfahrer"!

Bevor mit dem Ausbau der Autobahn nach Süden begonnen werden konnte, musste zuerst hier am Rande des Kasseler Becken und dem Übergang in die Söhre, auch dem Bereich Kilians Blick, also dem "Freien Blick bis Gudensberg" die alte Nürnberger Straße, die Bundesstraße B83 verlegt werden.

Auch wurde gleichzeitig ab der frühen 70er Jahre der Ausbau von der nördlichen Landesgrenze zu Niedersachsen bis zum Rasthaus geplant und ausgeführt wurde. Auch wurde in den 80ern nördlich des Rasthauses die neugebaute Autobahn A44 - auch "Südtangente" genannt - angeschlossen. All dies an Neubau und Ausbau mit all seinen Belastungen fand nun auch wieder zwangsläufig und verstärkt im Kasseler "Verkehrsstadtteil" Bettenhausen statt!

Zwar wurde auch dort wo eine erhöhte Lärmbelastung messbar und berechnungsmäßig nachweisbar war, mit erheblichem Aufwand Lärmschutz baulich aktiv und eigentümerbezogen passiv betrieben, aber faktisch bleibt die Belastung für Bettenhausen groß, schon allein, weil die Leipziger Straße/B7 vielleicht nicht den meisten, aber sicher einen großen Anteil als Zubringer für Kassel zu erbringen hat! Sicher auch andere Stadtteile bekommen ihr Teil ab; an der A7 und A44 auch Waldau und "Zwehren", sicher auch die Gemeinde Lohfelden um nur einige zu nennen. An der A44 sind Anwohner in Bergshausen wegen der großen das Fuldatal überspannenden Bergshäuser Fuldatalbrücke und "ihrem" vor allem durch LKW verursachten Lärm schon des öfteren bei den Behörden vorstellig geworden.

siehe auch

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