Auguste Förster

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auguste Förster
Ihr Wirken vor über hundert Jahren ist aktueller denn je: Im Jahr 1886 hat Auguste Förster in Kassel einen der ersten Kinderhorte Deutschlands gegründet. Ihr ist es zudem zu verdanken, dass in den damaligen Volksschulen hauswirtschaftlicher Unterricht eingeführt wurde. Kassel wurde hier Vorbild für die ganze Republik und für ihre Nachbarstaaten.

Am 7. Dezember 1848 wurde Auguste Förster in der westfälischen Kleinstadt Warburg als Tochter eines Amtsgerichtsrats geboren. In die Geschichte eingegangen ist die gelernte Lehrerin, die Jahrzehnte ihres Lebens in Kassel lebte und wirkte, als Persönlichkeit der deutschen Frauenbewegung und als Pionierin auf dem Gebiet des hauswirtschaftlichen Unterrichts. Sie gilt als eine der wichtigsten Impulsgeberinnen für Frauenrechte im bürgerlichen Lager. Von 1887 bis 1919 war sie Vorsitzende des berühmten Casseler Frauenbildungsvereins, einem der frühen Frauennetzwerke.

Aufgabe dieses Vereins war es, "die geistigen wie materiellen Interessen der Frauen zu fördern", war am 12. Dezember 1869 im Kasseler "Gewerblichen Tageblatt und Anzeiger" zu lesen. Es war der Frauenverein, der die Fachschule für junge Mädchen realisierte. Dort war Förster auch als Lehrerin tätig. Die Nachfolgeschule ist die heutige Elisabeth-Knipping-Schule. Neben ihrem Engagement für die Fachschule organisierte Förster Vorbereitungskurse für Wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande, und sie gründete schließlich eine wirtschaftliche Frauenschule in Kassel, die es in der damaliger Form nicht mehr gibt.

Das Heim für Waisenkinder der Stadt Kassel hatte den Namen Auguste-Förster-Haus. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1984 zog das Heim nach Fürstenhagen, wo die Stadt eine Liegenschaft besaß. Ein Waisenhaus gibt es nicht mehr, aber eine Abteilung im Jugendamt der Stadt heißt noch heute Auguste-Förster-Erziehungshilfen. Dort werden, ganz im Sinne Försters, Hilfen für Familien geleistet.

Grabstätte auf dem Kasseler Hauptfriedhof
Auguste Förster, die mit vier Geschwistern aufwuchs, war unverheiratet und kinderlos. Sie hat sich in Berlin und Paris zur Lehrerin ausbilden lassen. In ihren letzten Lebensjahren lebte sie bei ihrer Pflegetochter in Braunschweig. Sie starb 1926 und wurde in der Grabstätte ihrer Mutter auf dem Kasseler Hauptfriedhof, heute ein Ehrengrab der Stadt Kassel, beigesetzt. Auf der Marbachshöhe ist eine Straße nach Auguste-Förster benannt.