Arenborn

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An der Kirche in Arenborn

Die ehemals eigenständige Gemeinde Arenborn ist ein Ortstteil der Gemeinde Oberweser.

Das Dorf Arenborn hat etwa 250 Einwohner.

Im Jahre 1988 feierte das Dorf 700-jähriges Bestehen, im Jahr 2013 sein 725-jähriges Jubiläum.

Geografie

Das Dorf liegt in Nordhessen im Weserbergland an der Grenze zu Niedersachsen. Unmittelbarer Nachbarort auf hessischer Seite ist Heisebeck.

Das Dorf im Weserbergland liegt am Nordrand des Bramwalds und östlich des Kiffing. Etwa 6 km westlich liegt Gieselwerder und 6,5 km nördlich die Kleinstadt Uslar.

Im Nahbereich von Arenborn bietet der Bramwald eine große Vielfalt an Nadelhölzern und Laubbäumen. Neben diesem eindrucksvollen Baumbestand sind weiterhin die unter dem Wald und am Waldrand liegende Siedlungsrelikte (Wölbäcker, mittelalterliche Dorfstellen, Kohlenmeilerplätze oder Glashüttenstelle) zu nennen.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Im Jahre 1288 wurde Arenborn erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist aber älter.

Aus alten Bezeichnungen wie etwa Aarhornem und Ahornheim wird abgeleitet, dass der Ortsname „Quell unter den Ahornbäumen“ bedeutet. [1]

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts befand sich der Ort in Abhängigkeit des Klosters Lippoldsberg, dem es zur Abgabe des Zehnten verpflichtet war.

Im Jahr 1462 kam der ehemals kurmainzische Ort zur Landgrafschaft Hessen und gehörte im 16. Jahrhundert zum neu eingerichteten Amt Sababurg.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Februar 1971 schlossen sich die Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu und Oedelsheim zur neuen Gesamtgemeinde Oberweser zusammen. Am 1. August 1972 kam Heisebeck hinzu.

Ein im Jahre 2000 erschienenes Ortssippenbuch nennt die Familien des Dorfes vom 17. bis zum 20. Jahrhundert.

siehe auch: Chronik von Arenborn

Jubiläumsjahr 2013

Im Jahr 2013 feierte Arenborn sein 725-jähriges Jubiläum. Veröffentlicht wurden ein Kalender mit historischen Ortsansichten und CDs, die eine umfangreiche Bildershow mit Fotos von 1875 bis heute enthalten.[2]

Noch bis kurz vor dem großen Festtag wurde eifrig am Dorfgemeinschaftshaus gewerkelt, das fast ein Jahr lang von Grund auf saniert worden war. Am Sonntag, 23.6. lockte dann ein Spieleparcours zahlreiche Gäste auf den Bolzplatz. Im gut gefüllten Festzelt konnte man es sich rund um die Uhr schmecken lassen und der Gemischte Chor besang das „Dorf am Bramwald“.[3]

Kirche

Die Dorfkirche wurde 1912 erbaut. Über einem Sandsteinsockel wurde das Schiff der Fachwerkkirche errichtet. Turm und Apsis sind dagegen ganz aus Sandstein erbaut. Charakteristisch an der Außergestaltung ist auch der schiefergedeckte Turm mit geschweiftem Unterhelm und glockenförmiger Haube.

Durch den Eingang auf der Nordseite betritt man das helle Kirchenschiff mit hölzerner Orgelmepore, wobei zwölf große Fenster mit je 20 kleinen Scheiben Licht spenden (je sechs grosse Fenster auf jeder Seite), zusätzlich noch 40 Rundbogenfensterchen (je 20 auf jeder Seite). Prägendes Element im Inneren der Arenborner Kirche ist eine farbige Fensterrosette in der Apsis oberhalb des Altars.

Die Jugendstil-Kirche des Bramwalddörfchens Arenborn wurde im Jahr 2012 hundert Jahre alt und zum Jubiläum gab es am Sonntag, dem 3.6.2012 ein Kirchenfest.

Unter dem Titel Zwischen Loccum und Volkenroda erschien bereits im Jahre 2005 ein Pilgerbuch von Jens Gundlach, das die Pilger-Wanderstrecke vom Kloster Loccum, nordwestlich von Hannover zum Kloster Volkenroda, bei Mühlhausen in Thüringen beschreibt. Arenborn liegt an der Pilgerstrecke und die Kirche lädt zu stiller Einkehr ein.

Heimatmuseum

Das Heimatmuseum (Heimatstube) in Arenborn umfasst eine Sammlung alltäglicher Gegenstände aus bäuerlich und handwerklich geprägten Haushalten in der Zeit vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, darunter eine Spinn- und Webstube oder eine Schusterwerkstatt. Untergebracht ist die Sammlung in einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten Fachwerkhaus.

Pilgerstein

Ein mittelalterliches Kreuz schmückt den Pilgerstein gegenüber des Backhauses in Arenborn im Wiesenblack.

siehe auch

Vereine

TSV Arenborn

Im Jahr 2009 feierte der TSV Arenborn sein 100-jähriges Jubiläum.

Turner wurden Handballer

Vor 50 Jahren feierte der TSV Arenborn sein 50-jähriges Bestehen

Arenborn. Von der Ortsmitte geht es 200 Meter mehr oder minder steil bergan. Vorbei an der Grillhütte gelangt man auf den rings von Bäumen umstandenen Sportplatz des Bramwalddörfchens Arenborn. Er liegt heute ein wenig im Dornröschenschlaf. Sportliche Aktivitäten: Fehlanzeige. Immerhin wird er regelmäßig gemäht. Vor 50 Jahren, im Sommer 1959, war das noch ganz anders. Da feierte der TSV Arenborn hoch oben über dem Dorf sein 50-jähriges Bestehen.

Neben dem offiziellen Festakt gab es zum Jubiläum unter anderem ein Handballturnier. Natürlich Handball, werden viele sagen, die sich ein wenig auskennen, denn diese Sportart hat an der Oberweser Tradition. In Arenborn spielte man 1959 allerdings erst seit sechs Jahren Handball. 1953 wurde die Sparte ins Leben gerufen und auch der Sportplatz angelegt. Die Spielstätte des TSV war bei den Gegnern nicht gerade beliebt. Schräg ist der Sportplatz. "Furchtbar, da rollt der Ball von ganz alleine runter", befanden die Gegenspieler.

Wenn man vom Handball zu damaliger Zeit redet, dann vom Großfeldhandball auf einem mindestens 45 mal 90 Meter großen Rasenplatz. Gespielt wurde wie beim Fußball mit elf Spielern pro Mannschaft. Angefangen mit dem Handballspielen hatten man in den größeren Dörfern an der Oberweser, Gieselwerder, Oedelsheim und Vernawahlshausen, bereits in den 1920er und 1930er Jahren.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Sportart dann richtig populär. Der Triumphzug des Handballs ging einher mit dem Niedergang des Geräteturnens. War bis Anfang der 1950er Jahre noch der Kampf an Reck, Barren und Pauschenpferd der Sport Nummer eins, änderte sich das in den folgenden Jahren rasant. Einige schwere Sportunfälle trugen das ihrige zum Ende des Turnens bei.

Auch in Arenborn war es 1948 ein Unfall am Reck, der das Ende der Turnära einleitete. Kurz versuchte man sich im Tischtennis, bis man zum Handball kam. Zu großen Erfolgen hat es im kleinen damals 350- und heute 250-Seelen-Dorf nie gereicht. Von den arrivierten Nachbarvereinen wurde man meist belächelt.

Trotzdem spielte man beim TSV unverdrossen weiter Handball. 1978 folgte der Zusammenschluss mit dem TuSpo Oedelsheim zur SG Oberweser. Die Liaison hielt bis 1988, dann stieg der TSV mangels Masse aus. Der TuSpo fand 1991 mit dem TSV Gieselwerder einen neuen Partner. Es entstand die HSG Oberweser. Seit 2003 wird unter dem Namen HSG Wesertal Handball gespielt. Mit im Boot sind seither der MTV Vernawahlshausen und der SC Bodenfelde.

Der Übergang vom Großfeldhandball zum Hallenhandball vollzog sich übrigens als langsamer Prozess. Seit Anfang der 1970er Jahre ging man im Winter in die Halle, im Sommer wurde auf den Sportplätzen gespielt. Ab Mitte der 1970er schlief dann der Großfeldbetrieb so langsam ein.

Trotzdem sich der TSV aus dem Handballgeschäft zurückgezogen hat - seit mehreren Jahren wird wieder Tischtennis gespielt -, ist in Arenborn die Begeisterung für diesen Sport ungebrochen groß. Neben mehreren Talenten im Jugendbereich der HSG Wesertal kommen auch die Landesliga-Spieler Florian Müller und Jasmin Lamers sowie Trainer Jürgen Herbold aus dem Bramwalddorf. Dessen Bruder, Uli Herbold, ist Torwartrainer bei Landesligist Eschweger TSV. (zno)

(Artikel aus HNA-online vom 27.5.2009)

Weitere Vereine

  • Heimat- und Kulturverein Arenborn e.V.
  • Gesangverein Arenborn
  • Jagdgenossenschaft Arenborn

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Rita Spindler, Wenn dat mant chaut chait - Vom Leben von Freich und anderen Arenbörnern im 19. Jahrhundert, Norderstedt 2010, S. 199
  2. HNA-online vom 20.06.2013: Großes Fest zum 725-jährigen Bestehen
  3. HNA-online vom 23.6.2013: Ein Fest der Generationen

Weblinks